Riedenburg: "Jung und wild entschlossen"
Der Ausbau des Tourismus liegt dem SPD-Landratskandidaten Stephan Schweiger (rechts) am Herzen. Vor allem in Riedenburg sei diese Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sagte der Sozialdemokrat aus Stausacker beim Wahlkampf in der Dreiburgenstadt. - Foto: Rast
Riedenburg

Der Hoffnungsträger der SPD für den Urnengang am 18. September strotzte vor Selbstvertrauen. Er wolle in die Stichwahl kommen und dann am 2. Oktober gewinnen, sagte er voller Zuversicht vor rund 30 Zuhörern. Unter ihnen waren die Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer, die Riedenburger SPD-Vorsitzenden Maria Kaffl-Höng, Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann und Willi Dürr, früherer Bürgermeister von Painten und SPD-Fraktionssprecher im Kreistag.

Sie alle suchten den Schulterschluss mit ihrem Kandidaten und waren erleichtert, dass die SPD nun doch noch einen Bewerber um das Landratsamt ins Rennen schicken kann. "Ich war verzweifelt, weil wir erst keinen Kandidaten hatten", gab die SPD-Kreisvorsitzende Werner-Muggendorfer zu. Umso glücklicher sei sie nun, dass in der Person von Schweiger ein "junger und wild entschlossener Mann" seinen Hut in den Ring geworfen habe. "Er ist überzeugt von sich und wirkt überzeugend auf die Bürger", sagte Werner-Muggendorfer. Der Metallbaumeister aus Stausacker stehe mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen und die von ihm gesetzten Themen seien zu verwirklichen.

Einen ausgeprägten Pragmatismus schrieb sich Schweiger selbst auf die Fahne. "Ich kenne die Strukturen und habe meine Lehrjahre hinter mir." Wichtig sei ihm, dass er das höchste politische Amt im Kreis "ohne Altlasten" antreten könne. "Ein Landrat braucht Unabhängigkeit", betonte der Ortssprecher von Stausacker. Dass die Sozialdemokraten im Kreistag über keine Mehrheit verfügen, sei ihm bewusst. Doch dank seines Kommunikationsvermögens werde er dieses Manko ausgleichen. Der Informationsfluss zwischen der Behörde und dem Kelheimer Kreisgremium sei ebenfalls ausbaufähig.

Auch Schweiger setzt sich für den Erhalt der beiden Krankenhäuser im Kreis Kelheim ein. Für den Fall der Schließung der Goldberg-Klinik in Kelheim oder der Ilmtal-Klinik in Mainburg befürchtet er eine Abwanderung von Fachärzten. In beiden Einrichtungen dürfe nicht "auf Teufel komm raus gespart" werden, um die Gesundheitsvorsorge in der Region leistungsfähig zu erhalten.

Ebenso liegt dem Mitglied im Fremdenverkehrsverband der Tourismus am Herzen. Insbesondere in Riedenburg sei diese Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. "Wir haben im Kreis Kelheim 3600 Arbeitsplätze im Tourismus - und die sind nicht verlagerbar", rechnete Schweiger vor. Er nannte noch eine andere beeindruckende Zahl: Die Gäste würden im Kreis jährlich für einen Umsatz von 194 Millionen Euro sorgen.

Die den Kreisetat drückende Schuldenlast von 28 Millionen Euro hält Schweiger für beherrschbar. Allerdings dürften sich die Verbindlichkeiten nicht ins Unendliche ausdehnen. Eine Erhöhung der Kreisumlage lehnte er ab, denn dann würde das Geld den Gemeinden fehlen. Trotz der klammen Kassen sprach sich Schweiger aber für den Bau eines Gymnasiums in Neustadt aus. Eines der größten Probleme im ökonomischen Bereich sei der Fachkräftemangel. Die Arbeitslosigkeit sei derzeit so gering, dass viele Stellen unbesetzt bleiben. Vor allem die Automobilkonzerne in Ingolstadt und Regensburg würden Facharbeiter aus dem Kreis ansaugen. Deshalb plädierte der SPD-Kandidat für einen Ansprechpartner der Firmen im Landratsamt, der einen runden Tisch mit der Wirtschaft, der Handwerkskammer und den Banken moderieren müsse. Das wäre eine "rentierliche Investition in die Zukunft".

Schweiger ist Mitglied mehrerer Feuerwehren und weiß deshalb, dass "an der Sicherheit von uns allen nicht gespart werden" darf. Rund 4500 Feuerwehraktive im Kreis würden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr bereitstehen, um den Bürgern zu helfen.

Ein besonderes Anliegen ist dem früheren aktiven Fußballer die Wiederbelebung des Sportausschusses. Der habe am 20. März 2014 letztmals getagt, sei also "still und heimlich eingeschlafen". Auch das solle sich unter einem Landrat Stephan Schweiger ändern.