Seinem Konkurrenten, Fritz Mathes von den Freien Wählern, blieb nichts anderes übrig, als dem Sieger des Abends fair zu gratulieren. "Ich habe mein Zwischenziel, in die Stichwahl zu kommen, klar verfehlt", lautete seine erste Analyse eines Ergebnisses, das er sich anders vorgestellt hatte. Als mit ausschlaggebend nannte der 51-jährige Kelheimer die geringe Wahlbeteiligung, die wohl zugunsten des CSU-Kandidaten sprach.

Einer, der sich im Vorfeld ebenfalls Chancen auf die Stichwahl ausgerechnet hatte, war Stephan Schweiger. Der SPD-Kandidat ist dennoch mit seinem Abschneiden zufrieden. "Man muss doch bedenken, welch kurze Zeit ich auf der politischen Bühne stehe, da kann ich ganz zufrieden sein", sagte der 43-Jährige, dem seine Parteichefin Johanna Werner-Muggendorfer auch gleich einen guten Listenplatz für die Kreistagswahl 2020 versprach.

Es war nicht der Abend des Alois Schweiger. Er ließ am Ende nur den Liberalen Heinz Kroiss hinter sich, obwohl er sich insgeheim ganz andere Ziele gesetzt hatte. Früh zeichnete sich für den Kandidaten der Stadt-Land-Union ab, dass er "unter ferner liefen" landen würde. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", meinte der 57-jährige Hienheimer noch, als die ersten Ergebnisse aus den Stimmbezirken eintrudelten. Doch schon bald stellte sich bei ihm Ernüchterung ein. Am Ende nahm es Schweiger sportlich: "Der olympische Gedanke, dabei sein ist alles, zählt am Ende."

Fritz Zirngibl freute sich in all dem Trubel diebisch, nicht Letzter geworden zu sein. Ein wenig flüchtete sich der 61-jährige Kandidat der Bayernpartei in Galgenhumor und leistete sich noch einen letzten Seitenhieb auf den Sieger des Abends: "Heute hat der Himmel geweint, weil der schnöde Mammon gewonnen hat." Trotz allem habe sich der ganze Aufwand gelohnt.

"Ich habe ja vielleicht nur zwei Prozent, wenn überhaupt, vom Wahlkampfbudget eines Martin Neumeyer zur Verfügung gehabt." So wollte Heinz Kroiss seinen letzten Platz in diesem Siebenerrennen relativiert wissen.

Dass sie als einzige Frau in der Endabrechnung genau zwischen ihren sechs männlichen Kontrahenten liegt, darf Birgit Wack getrost als Achtungserfolg für sich und ihre kleine ÖDP verbuchen. Als Einzige aus der Kandidatenriege fehlte die 50-jährige Mühlhausenerin gestern bei dem spannenden Wahlkrimi im Landratsamt. Aus den USA, wo sie zurzeit Urlaub macht, ließ sie wissen: "Ich saß wie auf heißen Kohlen, aber konnte per WhatsApp, Messenger und Livestream mitfiebern." Aus Übersee gratulierte sie Neumeyer zu seinem "hervorragenden Ergebnis".