Kelheim: Ein Favorit und viele Außenseiter
Foto: Stefan Janda
Kelheim

 

Darunter ist mit dem CSU-Politiker Martin Neumeyer der Integrationsbeauftragte der Staatsregierung. Dass dem Landtagsabgeordneten aus Abensberg die Favoritenrolle zukommt, versteht sich beinahe von selbst. Immerhin gilt der 61-Jährige längst nicht mehr nur auf Kreisebene als politisches Schwergewicht. Seit 2009 beackert er im Freistaat die Themen Migration und Integration. Ein Feld, das zuletzt durch die Flüchtlingskrise in den Mittelpunkt rückte. Nebenbei ist Neumeyer unter anderem stellvertretender Landrat und steht der Erzeugergemeinschaft für Abensberger Qualitätsspargel vor. Allerdings ist die Wahl für ihn schon der dritte Anlauf, um den höchsten politischen Posten im Landkreis zu erobern. Sowohl 1998 als auch 2010 war er an Amtsinhaber Faltermeier gescheitert - erst mit gut 23 Prozent, zuletzt schon mit fast 37 Prozent. Diesmal rechnet sich Neumeyer deutlich mehr aus.

Sechs Mitbewerber wollen das verhindern. Dazu zählt mit Fritz Mathes von den Freien Wählern der frühere Bürgermeister von Kelheim, der seinen Sessel im Rathaus der Kreisstadt bei den Kommunalwahlen vor zwei Jahren an den Sozialdemokraten Horst Hartmann verlor. Nicht zu unterschätzen dürfte auch der Neustädter Landwirt Alois Schweiger von der Stadt-Land-Union sein, im Hauptberuf Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands im Landkreis. Vor dem Wahlkampf noch weitgehend unbekannt war unterdessen SPD-Bewerber Stephan Schweiger, der mit seinen 43 Jahren zugleich der jüngste Kandidat ist.

Allenfalls Außenseiterchancen dürfen sich wohl die Kandidaten von ÖDP, FDP und Bayernpartei ausrechnen. Dabei tritt mit Fritz Zirngibl aus dem kleinen Teugn immerhin der stellvertretende Landesvorsitzende der Bayernpartei an. Die Liberalen schicken Kreisrat Heinz Kroiss ins Rennen, für die Ökodemokraten bewirbt sich mit Birgit Wack aus Neustadt die einzige Frau.

Der scheidende Landrat Hubert Faltermeier hat sich in den vergangenen Wochen aus dem üblichen Wahlkampfgeplänkel herausgehalten. Und das aus gutem Grund: Zum Ende seiner Amtszeit hat der Kelheimer die Aufgabe des Wahlleiters übernommen und sich damit zu absoluter Neutralität verpflichtet. Dass er damit wahrscheinlich zwei Wahltermine leiten darf, gilt angesichts der Anzahl der Kandidaten als so gut wie sicher. Als Termin für eine Stichwahl ist der 2. Oktober vorgesehen.