Kelheim: SPD: Doch noch ein Kandidat
Kandidat in spe: Stephan Schweiger soll für die SPD das Landratsamt erobern. - Foto: SPD
Kelheim

Es ist ein Paukenschlag, mit dem sich die SPD im Rennen um das Landratsamt zurückmeldet. Nachdem eine fast schon entnervte Kreisvorsitzende Johanna Werner-Muggendorfer bereits vor Monaten den Verzicht auf einen eigenen Kandidaten verkündet hatte, wollen die Sozialdemokraten mit Stephan Schweiger nun doch einen Bewerber ins Rennen schicken. "Wenn die Mitglieder mich wollen, dann stelle ich mich gerne dieser Herausforderung", sagt der 43-jährige Vater zweier Kinder, der als Metallbaumeister bei einer Firma in der Kreisstadt arbeitet und mit seiner Lebensgefährtin im Ortsteil Stausacker wohnt.

Ob die SPD-Basis im Landkreis mit ihm ins Rennen geht, soll sich spätestens am 23. Juni zeigen. Dann wird voraussichtlich bei einer Kreisdelegiertenkonferenz die offizielle Aufstellung stattfinden. Schon jetzt kann sich Schweiger allerdings auf den breiten Rückhalt seiner Parteigenossen verlassen. Viele hätten ihm bereits ihre Unterstützung zugesagt, erklärt er. Gestern Abend sollte sich außerdem der Kreisvorstand bei einer Sitzung für ihn als Kandidaten aussprechen. "Ich freue mich sehr, dass er antreten will", stellt auch Werner-Muggendorfer fest.

Als jemand, der im letzten Moment für seine Partei in die Bresche springt, will sich Schweiger hingegen nicht sehen. Dafür hat er sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht, wie er bestätigt. "So etwas fordert natürlich eine gründliche Überlegung und eine Absprache mit der Familie." Doch letztlich habe das Interesse an der Aufgabe den Ausschlag gegeben. Kurz gesagt: Die Herausforderung reizt Schweiger, wie er selbst sagt. "Ich habe auch die politische Erfahrung", findet er. Außerdem sei er jetzt nicht nur genau im richtigen Alter. Durch das Ausscheiden von Amtsinhaber Hubert Faltermeier (FW) sei obendrein der richtige Zeitpunkt.

Politisch interessiert war der designierte SPD-Bewerber schon in seiner Schulzeit. Dennoch ist er ein Späteinsteiger und trat den Sozialdemokraten erst nach seiner Wahl zum Ortssprecher von Stausacker bei. Inzwischen gehört er dem Stadtrat in dieser Funktion in der zweiten Wahlperiode an. Seit sechs Jahren engagiert sich der gebürtige Kelheimer auch als stellvertretender Kreisvorsitzender, verpasste bei der jüngsten Wahl aber den Sprung in den Kreistag.

Im Wahlkampf wird er es mit mindestens sechs Konkurrenten zu tun bekommen. Die Grünen als bislang einzige politische Gruppierung ohne eigenen Kandidaten haben noch bis zum 28. Juli Zeit, dann endet die Einreichungsfrist. Bereits offiziell aufgestellt sind der Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer (CSU), Kelheims früherer Bürgermeister Fritz Mathes (CSU), die Kreisräte Alois Schweiger (SLU) und Fritz Zirngibl (Bayernpartei) sowie Birgit Wack (ÖDP). Kommende Woche will die FDP außerdem den Abensberger Kreisrat Heinz Kroiss ins Rennen schicken.