Kelheim: Landratswahl:  SPD verzichtet
"Wir haben niemanden": Johanna Werner-Muggendorfer und die SPD müssen passen. - Foto: SPD
Kelheim

"Wir haben niemanden, das ist bedauerlich", sagte Werner-Muggendorfer. Zu diesem Ergebnis sei man bei einer Sitzung gekommen, an der Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion, der Parteivorstand und die Ortsvorsitzenden aus dem Kreis Kelheim teilgenommen haben.

Die Landtagsabgeordnete bestätigte, dass der Abensberger Richter Thomas Schug ihr Wunschkandidat gewesen wäre. Doch leider habe der 32-Jährige nicht als Landrat kandidieren wollen. Er habe erst vor kurzer Zeit seine Wunschposition als Richter am Kelheimer Amtsgericht übernommen, zudem werde er in einigen Tagen erstmals Vater. Angesichts dieser Ausgangslage habe sich Schug nicht den Strapazen eines Wahlkampfes aussetzen wollen. "Ich verstehe seine Bedenken", meinte Werner-Muggendorfer. "Man kann ja niemanden zu einer Kandidatur zwingen." Die Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes berichtete weiter, dass man auch Nachwuchsleute aus den SPD-Ortsvereinen angesprochen habe, doch leider ohne Erfolg.

Bei der Sitzung sei die SPD-Spitze einig gewesen, keinen anderen Kandidaten aktiv zu unterstützen. Sie halte auch wenig von Wahlempfehlungen, meinte die frühere stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. "Die Wähler sind mündig genug, sich eine Person herauszusuchen."

Bislang steht fest, dass der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer und der frühere Kelheimer Bürgermeister Fritz Mathes (FW) am 18. September antreten werden. Für die Stadt-Land-Union ist der frühere FDP-Landtagsabgeordnete Andreas Fischer, der aber den Liberalen inzwischen nicht mehr angehört, im Gespräch. Für die Bayernpartei will Kreisrat Fritz Zirngibl kandidieren. Bei Grünen und ÖDP ist bislang noch keine Entscheidung gefallen. Der langjährige Amtsinhaber Hubert Faltermeier (FW) kann aus Altersgründen nicht mehr antreten.

Bei Faltermeiers letzter Wahl vor sechs Jahren hatte Johanna Werner-Muggendorfer bereits als sichere Kandidatin der Sozialdemokraten gegolten. Doch wenige Tage nach ihrer Ankündigung, gegen den Kreischef anzutreten, war die Abgeordnete schwer erkrankt. Zwei Monate später erklärte sie ihren Verzicht.