Kelheim: Fritz Mathes macht')s
Frischgebackener Kandidat: Fritz Mathes (rechts) tritt im September für die Freien Wähler bei der Landratswahl an. Nach der Nominierung zählten die beiden Kreisräte Harald Hillebrand (links) und Christian Hanika zu den ersten Gratulanten. - Foto: Janda
Kelheim

Die Überraschung dürfte sich in Grenzen gehalten haben. Nachdem der Sparkassenfach- und -betriebswirt Mathes bereits vergangene Woche gegenüber unserer Zeitung seine Bereitschaft zur Kandidatur verkündet hatte, schien seine Wahl am Mittwochabend in Kelheim nur noch eine Formsache zu sein. Und so war es letztlich auch. Mit 54 von 55 Stimmen stärkten die Mitglieder des FW-Kreisverbands ihrem Vorsitzenden deutlich den Rücken - eine Stimme entfiel auf den Abensberger Kreisrat Harald Hillebrand. Mathes kündigte für die nächsten Monate einen engagierten Wahlkampf an. "Dieses große Vertrauen ehrt mich und bestärkt mich zugleich", erklärte der zweifache Familienvater vor gut 60 Besuchern, darunter zahlreiche Bürgermeister sowie Kreis- und Gemeinderäte.

Mit der Wahl zum Landratskandidaten dürfte Mathes endgültig zurück auf der politischen Bühne im Landkreis sein. Zwar gehört der gebürtige Kelheimer nach wie vor dem Kreistag an, vor seiner Wahl zum neuen Vorsitzenden der Freien Wähler im November war es jedoch eine Weile still um seine Person geworden. Die herbe Wahlniederlage von 2014, als Mathes nach zwölf Jahren im Amt den Bürgermeisterposten der Kreisstadt in der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Horst Hartmann verloren hatte, spielte am Mittwochabend allerdings keine Rolle. Ganz im Gegenteil: Fast schon demonstrativ konzentrierten sich Mathes und Co. auf die anstehende Entscheidung im September.

Zu den ersten Gratulanten zählte der Bad Abbacher Rathauschef Ludwig Wachs, der seine politischen Weggefährten eindringlich dazu aufrief, sich in den nächsten Wochen für Mathes und dessen Wahlkampf zu engagieren. "Es reicht nicht aus, nur heute Ja zu sagen", betonte er. "Jetzt braucht er unsere Unterstützung - und zwar von uns allen." Diesen Worten schloss sich der stellvertretende FW-Kreisvorsitzende Jörg Nowy an. Nur durch einen starken Wahlkampf könne das Rennen um das Kelheimer Landratsamt für die Freien Wähler erfolgreich verlaufen, sagte der Bürgermeister von Essing.

Zuvor hatte Mathes in einer kurzen Vorstellungsrede einige Themen der Kreispolitik aufgegriffen. Als wesentlichen Bestandteil der erfolgreichen Entwicklung in Kelheim bezeichnete er dabei die gute Arbeit in den Kommunen. Dass acht der 24 Städte und Gemeinden einen Bürgermeister aus den Reihen der Freien Wähler haben, ließ er dabei nicht unerwähnt.

Eine Lanze brach Mathes für die beiden Krankenhäuser in Kelheim und in Mainburg. "Beide beschäftigen uns zwar laufend im Kreistag", bedauerte er die schwierige finanzielle Situation. Doch seiner Meinung nach ist die wohnortnahe Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung gar nicht hoch genug einzuschätzen. "Und auch für die Wirtschaft sind unsere Kliniken ein nicht zu vernachlässigender Standortfaktor." Als eine der Hauptaufgaben der Zukunft sieht Mathes auch die weitere Unterbringung der Asylbewerber; derzeit leben zwischen Altmühltal und Hallertau immerhin rund 2000 Flüchtlinge. Der FW-Kandidat ist sich der Problematik, die diese Herausforderung mit sich bringt, durchaus bewusst. "Ich hoffe daher, dass wir einvernehmliche Lösungen finden."

Alles in allem steht Kelheim seiner Ansicht nach gut da. "Wir sind ein prosperierender Landkreis und können stolz darauf sein, hier zu leben", sagte er - eine Tatsache, die es wert sei, für das Amt des Landrats zu kandidieren.

Zu verdanken ist diese positive Entwicklung unter anderem Amtsinhaber Hubert Faltermeier. Der FW-Politiker, der im August seinen 67. Geburtstag feiert und damit die Altersgrenze längst überschritten hat, war bei der Nominierung seines möglichen Nachfolgers zwar unter den Besuchern. Faltermeier spielte dabei aber lediglich eine Statistenrolle. Denn beim Urnengang, der für 18. September angesetzt ist, wird er als Wahlleiter fungieren. Der Kelheimer muss damit auch während der nächsten Monate absolute Neutralität wahren.