In 14 von 24 Kreisgemeinden erreichte er sogar die absolute Mehrheit. Nicht überraschend fuhr der Lokalmatador in seiner Heimatstadt Abensberg mit 69,58 Prozent sein bestes Ergebnis ein. Die 60-Prozent-Marke knackte er noch drei weitere Male: in Kirchdorf (64,07), Biburg (60,42) und Aiglsbach (60,36).

Wie zu erwarten, erreichte Neumeyer in Kelheim sein schlechtestes Ergebnis. Seine 36,74 Prozent reichten aber immer noch, um die Kreisstadt für sich zu erobern. Der frühere Kelheimer Bürgermeister Fritz Mathes kam ihm mit 32,15 Prozent nahe, mehr aber auch nicht. Mathes tat sich überhaupt schwer, wenigstens die 20-Prozent-Hürde zu nehmen. Das gelang dem Freien Wähler nur noch in Ihrlerstein (23,81), Essing (22,65), Attenhofen (22,02), Volkenschwand (21,50) und Riedenburg (20,24). Sein persönliches Waterloo erlebte der Kelheimer ausgerechnet im Gäu seines härtesten Rivalen. In Abensberg sammelte er äußerst magere 5,52 Prozent.

Der politische Neuling Stephan Schweiger konnte sich in der Hauptsache auf die treuen sozialdemokratischen Wähler verlassen, auch wenn diese Front langsam zu bröckeln beginnt. Seine 22,04 Prozent in Painten, wo SPD-Kreistagsfraktionschef Willi Dürr bis vor zweieinhalb Jahren Chef des Rathauses war, ragen heraus. Das war es dann schon, über 15 Prozent kam der SPD-Kandidat nur noch zu Hause im roten Kelheim (15,39) und im benachbarten Ihrlerstein (16,36). In Siegenburg (3,91), Volkenschwand (3,67) und Wildenberg (3,06) tat sich der Genosse aus Stausacker schwer.

Ein Debakel erlebte der Hienheimer Alois Schweiger ausgerechnet in seiner Heimatstadt Neustadt. 11,09 Prozent sind für sich genommen schon nicht üppig, damit wurde der langjährige Stadt- und Kreisrat aber noch von der ÖDP-Seiteneinsteigerin Birgit Wack (14,95) aus Mühlhausen überflügelt, die bisher kein politisches Mandat hat. Schweigers Bilanz können auch die 16,60 Prozent in Herrngiersdorf nicht aufhübschen, zweistellig sollte es für ihn nur noch in Aiglsbach (10,03) Kirchdorf (10,05) und - wohl dank vieler Stimmen der CWG-Klientel - in Riedenburg (11,73) werden. Dass ein Neustädter im benachbarten Abensberg nicht überwältigend rüberkommt, wird Alois Schweiger gewusst haben. Die 2,54 Prozent bedeuten am Ende aber eine deutliche Abfuhr. Und auch in der Kreisstadt gab es für den SLU-Bewerber bei 3,10 Prozent nichts zu holen. Überraschend ist auch, dass der BBV-Geschäftsführer gerade in den kleinen Gemeinden nicht ankam, wo er nicht einmal fünf Prozent erreichte.

Birgit Wack freute sich schon am Wahlabend über "meine Neustädter", die ihr mit 14,95 Prozent das Spitzenergebnis beschert hatten. Das war es dann aber mit zweistelligen Ergebnissen für die Mühlhausenerin, die auch noch in der ÖDP-Hochburg Mainburg gute 8,88 Prozent errang. Gar nicht angekommen ist die einzige Frau im Kandidatenfeld in Kirchdorf (3,77 Prozent) sowie im erzkonservativen Teugn (3,66 Prozent), der Hochburg der Bayernpartei im Landkreis. Jeder vierte Teugner (26,89 Prozent) gab seinem Mitbürger Fritz Zirngibl von der Bayernpartei die Stimme, immerhin noch fast jeder Zehnte (9,21 Prozent) war es in Bad Abbach. Nichts zu holen gab es für den weiß-blauen Patrioten dagegen in Kirchdorf (1,26 Prozent), Attenhofen (2,38 Prozent) und Abensberg (2,50 Prozent).

Gesellschaftlich und beruflich in seiner Heimatstadt gut vernetzt, freute sich der Allgemeinarzt Heinz Kroiss über die 8,64 Prozent in Abensberg. Das war aber noch nicht sein bestes Abschneiden. Auf 9,30 Prozent brachte er es in Kirchdorf, nahe heran an seine Topergebnisse kam der Liberale in Bad Abbach (7,87 Prozent) und Train (8,31 Prozent). Nichts zu gewinnen gab es für den Liberalen unterdessen in Teugn (1,44 Prozent) und Attenhofen (1,59 Prozent).