Schnell und ohne großen Diskussionsbedarf ist das Treffen im Kelheimer Landratsamt abgelaufen. Bereits nach knapp 20 Minuten hatten die Ausschussmitglieder die sieben Wahlvorschläge durchgearbeitet, die bis zum Stichtag am 28. Juli eingegangen waren, und für den Urnengang in gut einem Monat zugelassen. "Inhaltlich ist alles richtig, damit ist unsere Zustimmung zu erteilen", stellte Landrat Hubert Faltermeier (FW), der zum Ende seiner Amtszeit als Wahlleiter fungiert, zufrieden fest.

Mit diesem Votum steht endgültig fest, dass sieben Kandidaten um das höchste politische Amt im Landkreis konkurrieren: der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat Martin Neumeyer (CSU) aus Abensberg, der frühere Kelheimer Bürgermeister und Kreisrat Fritz Mathes (FW), der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Stephan Schweiger aus dem Kelheimer Ortsteil Stausacker, die drei Kreisräte Alois Schweiger (SLU) aus Neustadt-Hienheim, Heinz Kroiss (FDP) aus Abensberg und Fritz Zirngibl (Bayernpartei) aus Teugn sowie die ÖDP-Politikerin Birgit Wack aus dem Neustädter Ortsteil Mühlhausen. Einzig die Grünen und die AfD schicken keinen eigenen Bewerber ins Rennen.

Bei der Sitzung verzichteten die sieben Bewerber jedoch bewusst auf ihre Anwesenheit - ebenso wie die Bevölkerung. Außer den beiden für die Wahl zuständigen Sachbearbeitern der Kreisverwaltung, Eva-Maria Multerer und Franz Sixt, nahmen lediglich die fünf Ausschussmitglieder daran teil. Neben dem Landrat gehören dem Gremium die beiden Bürgermeister Horst Hartmann (Kelheim/SPD) und Josef Häckl (Ihrlerstein/FW) sowie die beiden Kreisräte Eduard Brücklmeier (SLU) aus Mainburg und Sebastian Hobmaier (CSU) aus Saal an.

Einzig drei Fragen richteten sie an die beiden Fachleute der Verwaltung - zweimal zur Kandidatur von Fritz Zirngibl. Dieser hatte bereits am 22. Juni und damit nur einen Tag nach Beginn der Frist den Vorschlag seiner Partei im Landratsamt eingereicht. "Aber darf er diese Aufgabe als Kandidat selbst übernehmen, rätselte Brücklmeier. Die Antwort: Er darf, wie Sixt dem Mainburger erklärte. Und auch die Platzierung des Bayernpartei-Kandidaten auf Platz neun der Wahlvorschlagsliste verwunderte das Gremium - zumal Zirngibl als Erster offiziell gemeldet war, wie Häckl erinnerte. Das wiederum hat mit der feststehenden Reihenfolge der Parteien zu tun, die sich laut Eva-Maria Multerer an den vorherigen Wahlergebnissen orientiert. Aus diesem Grund bleiben die Platzziffern drei und vier auch unvergeben. Diese sind per Gesetz den im bayerischen Landtag vertretenen Grünen und Freien Wählern vorbehalten. Dass Letztere mit ihrem Kandidaten Fritz Mathes dennoch auf Rang fünf stehen, resultiert aus der Trennung zwischen der Partei auf Landes- und Bundesebene sowie den kommunalen Wählervereinigungen.

Als letzter Vorschlag ging übrigens der Bewerber der Sozialdemokraten, Stephan Schweiger, im Landratsamt ein. Wie berichtet, war der Ortssprecher von Stausacker spät auf das Kandidatenkarussell aufgesprungen. Anschließend dauerte das interne Aufstellungsprozedere mehrere Wochen, so dass die Unterlagen erst Mitte Juli in der Behörde lagen. Die übrigen Vorschläge erfolgten - mit Ausnahme der Bayernpartei - allesamt in den letzten Junitagen.

Die vier Ausschussmitglieder haben ihre Aufgabe mit der gestrigen Sitzung vorerst erfüllt. Erst nach der Landratswahl am 18. September werden sie wieder zusammenkommen und das Ergebnis des Urnengangs auf dessen Gültigkeit hin überprüfen. Für den Fall einer Stichwahl, der allein schon wegen der hohen Anzahl an Kandidaten als äußerst wahrscheinlich gilt, ist ein weiteres Treffen nach dem zweiten Wahlsonntag am 2. Oktober geplant.