Der: 93 000 Bürger haben die Wahl
So sieht der Wahlschein aus: Annemarie Lauerer vom Riedenburger Einwohnermeldeamt zeigt das Abstimmungsblatt. Bei ihr und ihrer Kollegin Roswitha Schilling gibt es auch die Briefwahlunterlagen.
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WER TRITT AN?

Sieben Kandidaten unterschiedlicher politischer Couleur wollen bei der Wahl den Chefsessel im Kelheimer Landratsamt erobern. Dazu zählen neben einigen politischen Schwergewichten auch bislang eher unbekannte Gesichter. Die Favoritenrolle - sofern dieser Status bei einem derart großen Bewerberfeld überhaupt zu vergeben ist - gebührt wohl dem Landtagsabgeordneten Martin Neumeyer. Der CSU-Politiker aus Abensberg sitzt im Kreistag, ist seit zwei Jahren stellvertretender Landrat und außerdem Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung. Doch die Konkurrenz für den 61-Jährigen ist groß. Die Freien Wähler, die mit Hubert Faltermeier seit fast einem Vierteljahrhundert den Landrat stellen, schicken ihren Kreisvorsitzenden Fritz Mathes ins Rennen. Der 51 Jahre alte frühere Kelheimer Bürgermeister ist ebenso Mitglied des Kreistags wie Alois Schweiger von der Stadt-Land-Union, FDP-Kandidat Heinz Kroiss sowie Fritz Zirngibl von der Bayernpartei. Der 57-jährige Hienheimer Schweiger ist vor allem als Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands in der Region bekannt, war aber ebenfalls bereits stellvertretender Landrat. Kroiss (62), der in Abensberg wohnt, hat sich als Allgemeinarzt einen Namen gemacht. Und der 61 Jahre alte Teugner Zirngibl gilt ein bisschen als Revolutionär auf der Politbühne. Dazu kommen zwei Kandidaten ohne Mandat: der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Stephan Schweiger (43) aus Stausacker und die 50 Jahre alte Mühlhausenerin Birgit Wack von der ÖDP.

 

WANN IST DIE WAHL?

Die Wahllokale im Landkreis Kelheim öffnen am 18. September von 8 bis 18 Uhr ihre Pforten. Insgesamt 117 Stimmbezirke sowie 37 Briefwahlvorstände sind dafür vorgesehen. Im Gebiet der Stadt Riedenburg sind es wie bei den vorangegangenen Urnengängen erneut sieben Wahllokale und ein Briefwahlvorstand im Rathaus. Vor allem die Wahl auf dem Postweg erfreut sich seit einigen Jahren einer wachsenden Beliebtheit - genauer gesagt seit auf dem Antrag für die Briefwahlunterlagen keine Gründe mehr anzugeben sind. Stichtag dafür ist der Freitag vor der Wahl um 15 Uhr. Einzig bei besonderen Gründen, also etwa einem Krankheitsfall, ist die Beantragung noch am Wahltag möglich, ebenfalls um 15 Uhr. Mit Schließung der Wahllokale um 18 Uhr müssen die Briefwahlstimmen an den zuständigen Stellen eingegangen sein. Übrigens: Sollte am 18. September keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen erhalten, gibt es eine Stichwahl. Diese ist für 2. Oktober angesetzt, ebenfalls von 8 bis 18 Uhr. Dann käme es zum Duell der zwei Kandidaten, die im ersten Durchgang am meisten Stimmen erhalten haben. Für diesen Fall müssen die Bürger auch ihre Wahlbenachrichtigung unbedingt aufheben

 

WER DARF WÄHLEN?

Den neuen Kelheimer Landrat dürfen alle volljährigen Bürger der Europäischen Union wählen, die ihren Wohnsitz im Landkreis Kelheim haben. Voraussetzung ist ein Eintrag in ein Wählerverzeichnis beziehungsweise ein Wahlschein. Wer diesen bislang nicht erhalten hat, muss sich selbst in der Verwaltung seiner Heimatgemeinde darum kümmern. Im Gebiet des Landkreises, in dem derzeit rund 120 000 Menschen leben, sind nach Mitteilung des Landratsamts 93 100 Personen wahlberechtigt. In Riedenburg listet das Einwohnermeldeamt rund 4700 Wahlberechtigte.

 

WIE LÄUFT DIE WAHL AB?

Bei der Landratswahl müssen die Stimmberechtigen lediglich eine Person wählen. Entsprechend dazu hat jeder am 18. September auch nur eine Stimme. Deren Auszählung dauert in der Regel weitaus weniger lang als etwa bei der Kommunal- oder der Landtagswahl. Zu sehen sind die Ergebnisse am Wahlabend zum Beispiel auf der Internetseite des Landkreises. Interessierte Bürger haben außerdem die Möglichkeit, ab 18 Uhr ins Foyer des Kelheimer Landratsamts zu kommen und sich dort zu informieren.