Buch: Als Landrat will er auf den Tisch hauen
Für den Erhalt der beiden Krankenhäuser in Kelheim und Mainburg setzt sich der SLU-Landratskandidat Alois Schweiger (hinten, Mitte) ein. Der 57-Jährige bestritt am Freitagabend eine Wahlkampfveranstaltung im Riedenburger Ortsteil Buch. - Foto: Rast
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Schweiger sagte vor rund 20 Zuhörern, dass die SLU ein selbstständiges Programm vertrete, mit dem man die eigene Wählerklientel ansprechen wolle. "Wir haben eine eigene Meinung und im Kreistag oft gegen die CSU-Vorschläge gestimmt", berichtete Schweiger, der zur Riege der Stellvertreter von Landrat Hubert Faltermeier (FW) zählt. Diese Eigenständigkeit der SLU werde nun durch die Kandidatur für die Landratswahl am 18. September erneut unterstrichen.

Des Lobes voll war Schweiger für den scheidenden Landrat, der aus Altersgründen nicht mehr antreten darf. Faltermeier sei bei den Bürgern beliebt und habe stets gute Arbeit geleistet. Aus diesen Gründen wäre es bei früheren Landratswahlen sinnlos gewesen, wenn die SLU mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gegangen wäre. "Es hätte kaum Chancen gegeben, Faltermeier aus den Angeln zu heben", meinte Schweiger. Das wäre ein "aussichtsloser Kampf" gewesen, bei dem nur "Geld verbrannt und Personal verschlissen" worden wäre.

Allerdings sei die dringend nötige Zusammenlegung der Kommunalwahl und der Wahl zum Landrat an Faltermeiers Widerstand gescheitert. Das werde sich unter einem Landrat Alois Schweiger ändern, versprach der Geschäftsführer beim Bayerischen Bauernverband. Durch letztgenanntes Amt, in dem er seit 1996 Führungserfahrung gesammelt hat, betrachtet sich Schweiger als prädestiniert, nun den Chefposten im Kreis Kelheim auszufüllen. "Man muss auch Führungsqualitäten haben - und die bringe ich mit", sagte der Agraringenieur aus Hienheim, der im Nebenerwerb einen Bauernhof bewirtschaftet. Als Landrat werde er erst Überzeugungsarbeit leisten und dann aber klare Entscheidungen treffen: "Man muss auch mal auf den Tisch hauen und sagen: ,So wird es gemacht'." Dank seiner langjährigen Tätigkeit beim Bauernverband seien ihm viele Mitarbeiter des Landratsamtes bekannt.

Unabhängig vom Ausgang der Landratswahl kündigte Schweiger einen weiteren Anstieg der Schulden an, eine Folge der Bau- und Sanierungsmaßnahmen an der Kelheimer Goldberg-Klinik. "Wir haben im Kreis viel gemacht, aber auch viele Schulden angehäuft", räumte der frühere SLU-Fraktionssprecher im Kreistag ein. Deshalb sei es nötig, eine vorausschauende Haushaltsplanung einzuführen. "Der Kreis Kelheim muss liquide bleiben", forderte Schweiger.

Trotz der hohen Ausgaben für die Gesundheitspolitik werde ein Landrat Alois Schweiger an den beiden Kliniken in Kelheim und Mainburg festhalten. "Wir erfüllen unseren staatlichen Auftrag einer stationären Grundversorgung", versprach der SLU-Kandidat. "Ich stehe für den Erhalt beider Krankenhäuser, man kann sie jedem Patienten nur empfehlen."

Klar positionierte sich der gebürtige Neustädter bei der Frage nach einem dritten Gymnasium im Kreis Kelheim. "Manche Kollegen belächeln mich für meine Überzeugung, aber der Bedarf für ein weiteres Gymnasium in Neustadt ist da." Außerdem schloss Schweiger die Kooperation hiesiger Schulen oder Unternehmen mit einer bayerischen Universität für die Zukunft nicht aus.

"Die Wirtschaft im Kreis floriert, aber sie ist zu autolastig", rügte er. Wie schnell sich diese Abhängigkeit von einer ökonomischen Monostruktur negativ auswirken kann, illustrierte Schweiger anhand des VW-Abgasskandals. "Dadurch fallen für Neustadt sechs Millionen Euro Einnahmen weg."

Rückendeckung erhielt Schweiger von dem ebenfalls anwesenden Mainburger Bürgermeister Josef Reiser. "Wir würden mit Alois Schweiger als Landrat einen versierten Mann mit Einfühlungsvermögen bekommen", sagte der SLU-Fraktionssprecher im Kreistag.

Die Riedenburger CWG hat für den ihr politisch nahestehenden SLU-Kandidaten noch keine Wahlempfehlung ausgesprochen. "Darüber haben wir noch nicht beraten", erklärte CWG-Vorstandsmitglied Konrad Halbig, der auch Mitglied der SLU ist, auf Anfrage unserer Zeitung.