Abensberg: "Aller guten Dinge sind drei"
Die offizielle Verkündigung der Landratskandidatur von Martin Neumeyer (Mitte) nahm dessen Stellvertreterin Petra Högl (r.) vor. Danach gab es langen Beifall. - Foto: Bruckmeier
Abensberg

Lange hatte der 61-jährige Abensberger gezögert, am Ende überwog dann wohl doch das Pflichtgefühl seiner Partei gegenüber. Denn für die CSU ist die Wahl am 18. September die wichtigste seit Langem. Die Partei will endlich wieder im Kelheimer Landratsamt regieren. Wer wäre für ein solches Unternehmen besser geeignet, als der bekannteste Politiker in den eigenen Reihen?

Im Vorfeld hatte sich die Parteispitze noch einmal hinter verschlossenen Türen versammelt, um alles klar zu machen. Unter den etwa 30 Teilnehmern der Runde, darunter die Kreisräte, die Mitglieder des Kreisvorstands und die Ortsvorsitzenden, kam es schließlich zum Schwur. Nun herrscht Klarheit über den Kandidaten.

Nach dem langen Faschingswochenende klang Neumeyers Stimme am Tag nach Aschermittwoch zwar noch ein wenig belegt, seine Botschaft kam beim Parteivolk jedoch glasklar an: "Es war immer mein Traum, Landrat zu werden." Die in Abensberg versammelten Parteifreunde quittierten auch Neumeyers Bekenntnis zur Rückkehr in heimatliche Gefilde mit warmem, aufmunterndem Applaus. Dass er nach zwei erfolglosen Anläufen 1998 und 2010 zum dritten Mal antritt, empfindet er nicht als Makel: "Aller guten Dinge sind drei."

Alle im Saal wussten, dass sich der CSU-Chef seine Entscheidung nicht leicht gemacht hatte. Denn seine Aufgabe als Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung wird er als Kelheimer Landrat wohl aufgeben müssen. Um so mehr werden Neumeyer die aufmunternden Worte vieler seiner Mitstreiter gefreut haben.

Als Erste war Petra Högl, Neumeyers Stellvertreterin im Kreisvorstand, an der Reihe. Sie sprach von einem "wichtigen Tag für die CSU". Die Ortsvorsitzende aus Volkenschwand hatte die Ehre, die Personalie vor dem versammelten Parteivolk offiziell zu verkünden. Nach all den Personaldebatten der jüngsten Vergangenheit rief sie die Partei zu Geschlossenheit auf. "Wir müssen im Wahlkampf zusammenhalten, nur so können wir die Bürger überzeugen." Mit diesen Worten warb sie um absolute Unterstützung für den Kandidaten. "Wir stehen voll hinter Neumeyer, er wird ein parteiübergreifender Landrat sein."

In bester Kämpferlaune gab sich schon Andreas Diermeier, ein weiterer Stellvertreter Neumeyers im Kreisvorstand. "Wir freuen uns auf den Wahlkampf und darauf, das Landratsamt für die CSU zurückzuerobern." Dass das für die Partei bei aller Prominenz ihres Kandidaten kein Selbstläufer werden wird, betonte Petra Högl noch einmal: "Man kann nicht sagen, er ist es schon."

Der Riedenburger Bürgermeister Siegfried Lösch hegt dagegen keine Zweifel: "Mit Neumeyer werden wir siegen, davon bin ich überzeugt." Der stellvertretende Vorsitzende der Kreis-CSU hatte sich bereits vor Monaten für die Landratskandidatur des Landtagsabgeordneten ausgesprochen. "Ich sichere Neumeyer meine volle Unterstützung zu", sagte Lösch.

Wie sieht nun der weitere Fahrplan aus? Auch darauf haben sich die CSU-Granden bereits verständigt. Die Nominierungsversammlung soll Anfang März über die Bühne gehen. Ein möglicher Termin ist Mittwoch, 9. März, in der Mainburger Stadthalle.