Jetzt rollt der Verkehr an der Bucher Kreuzung.
Jetzt rollt der Verkehr an der Bucher Kreuzung. Schwere Unfälle dürften hier nicht mehr passieren.
Kirschner
Riedenburg

24 Unfälle mit 34 Verletzten alleine zwischen 2005 und 2016: Diese beeindruckenden Zahlen hatte Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) mitgebracht. Vor der Kulisse des von Autos und Lastwagen umrundeten Kreisels rief er im Verkehrslärm kurz dessen Werdegang in Erinnerung. Gekommen waren außer Landrat Martin Neumeyer (CSU) die Verantwortlichen des Staatlichen Bauamts in Landshut, des Landratsamts, der Stadt Riedenburg und des Planungsbüros sowie der Baufirmen. Auch einige Stadträte hatten sich die Zeit für diesen Termin genommen.

Immer wieder habe es an dieser Stelle gekracht, so Lösch. Eine Reihe von Maßnahmen sei ergriffen worden, mit denen man versucht habe, das Unfallgeschehen in den Griff zu bekommen. Doch Schilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen hätten letztlich nicht wirklich gefruchtet. Im Oktober 2016 sei die Bucher Kreuzung auf der Liste der gefährlichsten Straßen Ostbayerns gelandet.

Landrat Neumeyer sei es vor allem zu verdanken, so Lösch weiter, dass der Kreisel endlich gebaut werden konnte. Damit dürften die gefährlichen Unfälle Geschichte sein. "Noch dazu sind wir im Kostenrahmen geblieben", schloss Lösch.

Über die Fertigstellung freuten sich die Stadträte zusammen mit Baudirektor Manfred Dreier (von rechts), Bürgermeister Siegfried Lösch und Landrat Martin Neumeyer (4.v.l.).
Ursula Kirschner
Riedenburg

"Das ist ein schöner Tag", begann Neumeyer sein Grußwort. Er gab zunächst Löschs Lob zurück. Ohne die Hartnäckigkeit des Riedenburger Bürgermeister würde man heute nicht hier stehen, meinte er. Der Landrat bezeichnete den Kreisel als "Kreisel der Superlative". Er sei in einer Rekordzeit von zwei Monaten gebaut worden.

"Wir beschäftigen uns schon seit elf Jahren intensiv mit diesem Unfallschwerpunkt", sagte Baudirektor Manfred Dreier aus Landshut. An diesem Verkehrsknoten treffen die Staatsstraße 2231, die Kreisstraße KEH 1 und die Gemeindeverbindungsstraße nach Buch aufeinander. Das Hauptproblem für die vielen Unfälle seien die Linksabbieger in Richtung Riedenburg, auch wenn die Kreuzung aus allen Richtungen einsehbar sei und der Grund für die vielen Unfälle auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Den kirchlichen Segen erteilten der Kreuzung Pfarrer Christian Bernath (links) und Edmund Bock.
Ursula Kirschner
Riedenburg

Auch Dreier hatte ein paar Zahlen vorbereitet: 760000 Euro kostete der Kreisel insgesamt. Der Kostenanteil berechne sich nach der Fahrbahnbreite. 55 Prozent davon übernehme der Freistaat, 23 Prozent der Landkreis und 21 Prozent die Stadt Riedenburg. Für die Planungskosten sei die Stadt Riedenburg aufgekommen, so Dreier, um den Bau schnellstmöglich angehen zu können. Durch diverse Förderprogramme reduziere sich der Anteil der Dreiburgenstadt letztlich auf 88000 Euro.

"Viele Wege führen nach Rom" - mit diesen Worten leitete der Riedenburger Stadtpfarrer Edmund Bock die Segnung ein. Schon die Römer hätten die Bedeutung der Verkehrswege erkannt. Das habe sich bis heute nicht geändert. Bock und sein evangelischer Amtskollege Christian Bernath aus Ingolstadt sprachen die Segensworte, bevor Bock den geschützten Bereich der Bushaltestelle verließ und den Kreisel mit reichlich Weihwasser besprengte. "Ein Kreisel zieht die Künstler an", sagte Bernath. Er wünschte sich nach der Segnung, dass die kreisrunde Rasenfläche optisch aufgewertet und künstlerisch gestaltet werden soll. Das solle auch geschehen, erwiderte Lösch. Erst müsse aber klargestellt werden, was hier erlaubt sei und was nicht, dann werde sich der Stadtrat mit dieser Frage befassen.

Mit einem kleinen Umtrunk in einer Riedenburger Gaststätte klang die Einweihung des Verkehrskreisels aus.