Das Lager der fahrenden Handwerker: Tags zuvor herrschte hier noch das pralle Leben, heute ist es schon wieder verschwunden.
Das Lager der fahrenden Handwerker: Tags zuvor herrschte hier noch das pralle Leben, heute ist es schon wieder verschwunden.
Sturm
Breitenbrunn

Am Montag waren zahllose Vertreter der Tillygruppen damit beschäftigt, die Spuren der unterhaltsamen Reise in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu beseitigen. Die Mühen haben sich auch heuer wieder gelohnt, auch wenn es das Wetter dieses Mal nicht ganz so gut meinte mit den Breitenbrunnern. Von Zuschauern und Schaulustigen kamen jedenfalls ausschließlich positive Reaktionen. „Vor dem Fest ist nach dem Fest“, so lautet die Devise für das Organisationsteam mit Matthias Habermann, Christian Braun, Tobias Pollinger, Heike Adam, Ludwig König und Verena Gleißl.

Ihre Arbeit zur Vorbereitung für das Jubiläumsfest im kommenden Jahr beginnt bereits wieder in wenigen Wochen. Was das große Schauspiel am vergangenen Wochenende angeht, so können die Macher durchaus zufrieden feststellen, dass sich ihr Aufwand ausgezahlt hat. Eine gute Idee sei es beispielsweise gewesen, den Grafen von Tilly sowie die Reichsgräfin Maria Anna Katharina Theresia Gräfin von Tilly-Montfort schon vor dem eigentlichen Festzug auf dem Marktplatz zu empfangen. Auch das üppige Angebot für Kinder sei ein kluger Schachzug gewesen, hieß es aus ihren Reihen.

Die örtlichen Lagergruppen spiegelten das Leben während des Dreißigjährigen Krieges eindrucksvoll wider, und die vielen externen Akteure sorgten dafür, dass sich an beiden Tagen etwas rührte in dem beschaulichen Ort.

So sahen es auch die Verantwortlichen. In einer ersten Stellungnahme ließ das Organisationsteam verlauten: „Das Tillyfest ist insgesamt gut verlaufen. Der Besuch am Samstag war aufgrund des schlechten Wetters schwach. Dafür waren wir am Sonntag sehr zufrieden. Gefreut hat uns, dass das neue Konzept mit dem Einzug der Tillys voll aufgegangen ist. Die Besucher und Gäste haben sicherlich viele geschichtliche Fakten mitnehmen können.“

An der Spitze der ehemaligen Herrschaft Breitenbrunn und Breitenegg beziehungsweise der heutigen Marktgemeinde steht Bürgermeister Johann Lanzhammer (FW). Er hat sein Amtszimmer ja nicht umsonst im Tillyschloss. Zum vierten Mal hatte der Bürgermeister die Ehre, in das Gewand des Schultheiß zu schlüpfen und zusammen mit seinen Magistratsräten und dem Herold, Graf Tilly den Willkommenstrunk zu reichen. Und er hat gestern zufrieden festgestellt: „Unser Tillyfest hat nach wie vor eine große Ausstrahlungskraft weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus.“ Wichtig war Lanzhammer vor allem auch, dass das Fest ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne gegangen ist. „Es ist nichts passiert, alles ist ruhig verlaufen“, freute er sich.

Dem Rathauschef war es ferner ein Bedürfnis, sich beim Organisationsteam sowie bei allen heimischen und externen Akteuren zu bedanken: „Was hier das ganze Jahr über geleistet wird, ist aller Anerkennung wert. Alle haben sich wieder große Mühe gemacht und verdienen ein dickes Lob für dieses gut gelungene Tillyfest. Das Programm hat gepasst. In dem spiegeln sich Gemeinschaftssinn und lebendiges Geschichtsbewusstsein gleichermaßen wieder.“