Tettenwang: Nächstes Jahr ist Baubeginn
Foto: Bernhard Hegenberger
Tettenwang

61 Männer und drei Frauen - darunter auch ein Dutzend Marktgemeinderäte - ließen sich in rund 75 Minuten vom Rathauschef über das Wichtigste aus der Großgemeinde und natürlich über den 450 Einwohner zählenden Hopfenort Tettenwang aus erster Hand informieren. Hauptthema war jedoch der Bau des Dorfgemeinschaftshauses.

157 Jahre hat das ehemalige Schulhaus in der Ortsmitte mittlerweile auf dem Buckel - und das von den örtlichen Vereinen genutzte Haus ist seit Jahren in einem äußerst desolaten Zustand. Kein Wunder, dass sich 2011 engagierte Bürger an die Marktgemeinde wandten, um eine sinnvolle und baldige Lösung in Form eines Neubaus zu finden. Die seit Jahren anvisierte und zukunftsträchtige Lösung sieht vor, dass die örtlichen Vereine Feuerwehr, Obst- und Gartenbauverein, Landjugend, Frauenbund und nicht zuletzt die kirchlichen Verbände Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, sich in geeigneten Räumen zu Besprechungen treffen können. Während im Erdgeschoss die örtlichen Vereine und kirchlichen Verbände unterbracht sind, erhalten die Jugendlichen der KLJB im Kellergeschoss Platz für ihre Sitzungen und Jugendtreffen.

Auf Initiative von Bürgermeister Norbert Hummel wählten die Vereinsvorsitzenden vor zwei Jahren einen fünfköpfigen Bauausschuss, der als Ansprechpartner für den Marktgemeinderat sowie das Architekturbüro fungiert. Der Bauausschuss besteht aus Bernhard Eberl (Kommandant der Wehr), Bernhard Hegenberger (Pfarrgemeinderatssprecher), Georg Koch (ehemaliger Kirchenpfleger), Jonas Treffer (Landjugendvorsitzender) und Anton Treffer (Kirchenpfleger). Dem erweiterten Bauausschuss gehören Pfarrer Wolfgang Stowasser, die beiden Marktgemeinderäte Wolfgang Eberl (SPD/FW) und Stefan Koch (CSU/UW) sowie die Vereinsvorsitzenden an.

Nach einer Bestandsaufnahme durch die Schneider Bauingenieure GmbH erstellte das Architekturbüro einen Bauplan, der mittlerweile von allen Stellen abgesegnet und genehmigt ist. Im Rahmen einer Dorfversammlung stellte Architekt Heinrich Berr 2016 bereits die Planskizzen im Detail vor. "Optisch fügt sich das erdgeschossige Gebäude hervorragend ins Dorfbild ein, denn der erhöhte Giebel passe gut zwischen die beiden an der östlichen und westlichen Seite befindlichen Gebäude", schilderte Berr. Die gut zwei Meter Abstand zur Schulstraße sorgen künftig für mehr Sicherheit bei den Nutzern des Gebäudes. Zentraler Raum im Erdgeschoss ist ein großer Gemeinschaftsraum mit über 60 Quadratmetern Nutzfläche, der allen örtlichen Vereinen und kirchlichen Verbänden sowie der Marktgemeinde zur Verfügung steht. Ein 47 Quadratmeter großer Sitzungssaal mit fester Bestuhlung dient den Vereinen für regelmäßige Treffen und der Verwaltungsraum den Vereinen für Bürotätigkeit. Großer Wert wurde in dem eingeschossigen Gebäude auf Barrierefreiheit gelegt. Behindertengerechte Toiletten im Erd- und Untergeschoss stehen ebenfalls zur Verfügung.

Im Zwischenbau zum Feuerwehrhaus, der mit einem Pultdach zur Straßenseite ausgestattet ist, sind das Kleiderlager, der Stiefelputzraum sowie ein großer Umkleideraum geplant. Schließlich kam in das bestehende Feuerwehrhaus im Sommer das neue Löschfahrzeug von der benachbarten Hagenhiller Wehr. Bis zu acht Parkplätze können teilweise vor dem Dorfgemeinschaftshaus sowie auf der Freifläche neben dem Untergeschoss geschaffen werden. Getrennt vom Erdgeschoss werden im Untergeschoss zwei Räume für rund 80 Mitglieder der örtlichen Landjugend geschaffen. Im Mittelpunkt stehen ein 50 Quadratmeter großer Aufenthaltsraum der KLJB sowie ein 20 Quadratmeter großer Nebenraum mit Küche. Des Weiteren sind im Untergeschoss ein Lagerraum für alle Vereinsutensilien, behindertengerechte Toiletten sowie ein Technikraum für die Heizung untergebracht. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist bei der Energieversorgung die Energieeinspeiseverordnung bei Neubauten zu berücksichtigen. Der Zugang zu den Jugendräumen erfolgt über einen drei Meter breiten Abgang an der westlichen Hausseite. Der erhöhte Dachraum ist aus brandschutztechnischen Gründen freizuhalten, ist aber mittels Zugtreppe erreichbar. Das zweigeschossige Gebäude beinhaltet eine Nutzfläche von 316 Quadratmetern.

Die Kostenschätzung des gut 300 Quadratmeter großen Neubaus liegt bei 720 000 Euro. Bürgermeister Norbert Hummel berichtete bei der Bürgerversammlung: "Ich kann Ihnen eine positive Nachricht überbringen: dass die Finanzierung der Anschaffungskosten nun gesichert ist." Kürzlich hat die Marktgemeinde grünes Licht vom Amt für ländliche Entwicklung im Programm "kleine Dorferneuerung" erhalten. Rund die Hälfte der veranschlagten Kosten können aus Zuschüssen des Amtes für ländliche Entwicklung und von der Diözese Regensburg bestritten werden. Der Rest muss von der Gemeinde Altmannstein und aus Eigenleistung der Tettenwanger Bürger getragen werden. In dieser Woche werden in Zusammenarbeit der Marktgemeinde und der Diözese Regensburg die Nutzungsmodalitäten für die nächsten Jahre erarbeitet.

Hummel zeigte sich zuversichtlich, dass der Marktgemeinderat seine Zustimmung erteilen werde und 2018 die Bauarbeiten für das Dorfgemeinschaftshaus starten werden. Im Bauausschuss werden dann die weiteren Vorgehensmaßnahmen eingeleitet. Eine neue Situation ergibt sich für die Mitglieder der örtlichen Landjugendgruppe: Durch den Abriss des ehemaligen Schulhauses müssen sie ihre Räume verlassen und ein Ersatzquartier suchen. Zusammen mit dem Bauausschuss und der Marktgemeinde werde ein tragfähiges Konzept erarbeitet.