Hängt das Kräuterbüschel unter dem Dachboden, schützt es vor Blitzschlag, liegt es unter dem Kopfkissen, bewahrt es das Eheglück. Im Viehfutter sollen die Pflanzen die Tiere gesund halten, im Kochtopf den Menschen vor Krankheiten schützen. Es ist auch etwas Aberglaube dabei. Eines ist allerdings klar, die Kräuter waren früher die winterliche Apotheke. Schließlich haben viele der Kräuter eine heilende Wirkung. Im Sommer sammelten die Leute die Pflanzen und trockneten sie. Wurde im Winter jemand krank, hatten sie die nötigen Kräuter parat. Auch heutzutage greifen immer mehr Leute zurück, auf die natürliche Heilwirkung der unterschiedlichsten Kräuter.

Den Brauch mit den Kräuterbüscheln gibt es bereits seit dem neunten Jahrhundert. Jedoch verlor im letzten Jahrhundert diese Tradition in anderen Gegenden immer mehr an Bedeutung. In den vergangenen Jahren lebte das Brauchtum jedoch wieder mehr auf. In Schamhaupten werden seit jeher Kräuterbüschel gebunden, "das gehört zum Maria Himmelfahrtsfest dazu" so die Vereinsmitglieder. Neben dem Fest feiert die Pfarrei Schamhaupten am 15. August auch die Mariä Bruderschaft. Die hiesige Herz-Mariä-Bruderschaft wurde am 11. März 1845 in Schamhaupten auf "häufiges Ansuchen seitens der Pfarrgemeinde und mit hoher Ordinariatsgenehmigung durch den Diözesanbischof Valentin Riedl, aus Regensburg, errichtet" - so lautete der Vermerk im Regestenbuch der Pfarrei.

Der Garten- und Landschaftspflegeverein bietet am Feiertag Mariä Himmelfahrt die gebundenen Büschel vor der Kirche zum Verkauf an, die während des Festgottesdienstes geweiht werden.