Rockfestival Töging -
Adam, Regine, Beilngries
Töging
Mit Balladen und Rock, Blues, Jazz oder Pop zeigten sie bestgelaunt die Bandbreite ihrer Repertoires. Der mitreißende Abend hätte mehr Zuhörer verdient gehabt.

Helga Brenninger auf der Bühne, das ist nichts zum nebenbei hören. Die Liedermacherin aus dem oberbayerischen Dorf Schwindkirchen singt, textet und komponiert ihre Lieder selbst. Sie erzählt so aus ihrem Leben, von ihren Gedanken und Gefühlen, von guten und schlechten Stunden. Das kann einmal ein Lied über die überschwängliche Freude sein, dass ihr Mann nach längerem Krankenhausaufenthalt endlich wieder nach Hause kommt – „Boid bist wieda do“ oder auch Nachdenkliches im Bergurlaub: „I mog de Ruah“.

Den Sound zu ihren Texten wählt sie ganz nach Gefühl – in ein bestimmtes Genre lässt sich Brenninger nicht einordnen. Mal wählt sie fetzigen Pop, dann wieder Jazz oder Blues, mal wird sie leise bei Balladen, dann wieder laut mit röhrendem Rock. So ist es auch für ihre Zuhörer ein spannender Mix, der bei jedem Lied überrascht.

Unterstützt wird die Musikerin, die sich selbst auf der Akustikgitarre begleitet, von Bertram Liebmann am Piano, Bernd Mayer am Schlagzeug und Marcel Diehl am Bass. Die Moderation ihrer Stücke übernimmt Brenninger wieder selbst und versucht dabei, ihr Publikum mit in ihre Gedankenwelt zu ziehen. Nicht immer einfach war das in Töging, denn das Publikum musste erst „warm“ werden an dem Abend, ließ sich dann aber doch sogar zum Mitsingen und Mitklatschen – „ihr braucht ja nicht mitklatschen, wenn ihr nicht wollt, dann schnippt halt einfach mit den Fingern ein bisserl mit“ – animieren. Am Ende gab es viel Applaus und erst nach mehreren Zugaben – darunter John Lennons Klassiker „Imagine“, neu interpretiert mit Text von Helga Brenninger „Danke für deine Freundschaft“ – durften die Musiker Platz machen für Lokalmatador Josef Schön, der gespannt und begeistert den Auftritt seiner Kollegin auf der Bühne verfolgt hatte.

Rockfestival Töging -
Adam, Regine, Beilngries
Töging

Die zweite Band des Abends hatten es bei so guter Vorbereitung etwas einfacher: Der Start von Josef Schön & Friends glückte beim bereits „aufgewärmten“ Publikum entsprechend leicht und mittlerweile hatten sich die Zuschauerreihen noch deutlich sichtbar gefüllt, sodass im Schlosshof beste Stimmung herrschte.

„Voigas“ lautet der Titel des offiziellen Musikvideos der Band und dieses Motto nahmen die Musiker sich auch beim Auftritt im Schlosshof zu Herzen. Mit Vollgas legten Josef Schön, Dany Meyer am Schlagzeug, Florian Wolf am Bass und Manuel Schneider am Piano los. Bayrische Texte und Mundart sind eine Herzensangelegenheit auch bei Josef Schön, „gemixt mit rotzigem Gitarren-Sound und fetzigem Percussion Beat“, wie die Musiker ihren Stil bezeichnen. Auch Schön textet seine Lieder selbst und bringt Erlebnisse authentisch und ehrlich auf die Bühne. So entstehen Lieder wie „Di mechad i net“ oder „Denkst“, bei denen das Publikum begeistert dabei war.

Bereits zum zweiten Mal fand das Music-Night-Festival im Töginger Schlosshof statt. Federführend war dafür wieder der Theaterverein Töging, der sich auch um Verpflegung, Barbetrieb und Getränke kümmerte. Weitere Infos zu den Musikern gibt es unter www.josefschoen.de und www.h-brenninger.de