Riedenburg: Hunde-Killer schlägt wieder zu
Belohnung: Plakate weisen in den Riedenburger Straßen derzeit auf die Gefahr der Giftköder hin. - Foto: Janda
Riedenburg
Bella hatte wohl ganz einfach Glück. Zuhause, im heimischen Garten in der Michael-Reng-Straße, entdeckte die Kuvasz-Hündin einen Giftköder, den der Unbekannte wohl erst kurz zuvor über den Zaun geworfen hatte. "Ein Stück Wurst", berichtet Bellas Herrchen Friedrich Viëtor über den Vorfall, der sich vor wenigen Tagen ereignet hat. Kurz nachdem die Hundedame den Köder gefressen hatte, musste sie sich übergeben – und genau das hat ihr vermutlich das Leben gerettet.

"Wir haben gesehen, wie sie sich erbrechen musste – gottseidank", sagt Christine Viëtor, die damals mit ihrem Hund sofort zum Tierarzt geeilt war. "Seitdem bekommen die Tiere ein hoch dosiertes Gegenmittel", erklärt ihr Mann. Neben Bella tollten in dem Garten auch noch das Kuvasz-Männchen Janosch und das Tier einer Bekannten herum. Alle drei Hunde müssen die Medikamente nun mehrere Wochen lang zu sich nehmen. Denn ob auch sie etwas von dem Gift abbekommen haben, das weiß freilich niemand.

Inzwischen kursieren in Riedenburg Gerüchte über weitere Giftanschläge. Alle neuen Taten sollen sich im Umfeld der Michael-Reng-Straße abgespielt haben. Und dabei könnte dem unbekannten Hunde-Mörder ein entscheidender Fehler unterlaufen sein. Denn dank der vergifteten Wurst, die Hundedame Bella im Garten der Viëtors erbrochen hat, könnte sich für die Polizei eine heiße Spur ergeben.

Darauf hofft auch Erich Banczyk, der Chef der Kelheimer Dienststelle: "Je mehr Informationen wir haben, desto eher haben wir die Möglichkeit, weitere Ansatzpunkte zu finden", erklärt er gegenüber dem DONAUKURIER. Betroffene sollten deshalb keinesfalls zögern, ihren Fall bei der Polizei anzuzeigen. In der Vergangenheit sei das allerdings nur selten geschehen. "Wir bleiben aber dran", verspricht Banczyk.

Wie berichtet, sind in Riedenburg bislang zwei Hunde an den Giftködern des Unbekannten qualvoll verendet. Zahlreiche weitere Tiere überlebten die Anschläge nu knapp. Eine Erhebung der Hundebesitzer, die vor gut einer Woche eine Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt haben, hat zudem ergeben, dass bislang mindestens 20 Katzen an den Ködern gestorben sind. Die Initiativgruppe hofft nun wegen der großen Gefahr, die vor allem auch für Kleinkinder besteht, dass der Täter möglichst rasch dingfest gemacht wird.

Inzwischen haben sich 43 Personen an der Belohnungssumme beteiligt, diese ist dadurch auf 1770 Euro gestiegen, wie die Gruppe mitteilt. Weitere Spenden sind möglich auf das Konto von Simone Schels bei der Raiffeisenbank Riedenburg, Kontonummer 868 19, Bankleitzahl 721 698 31, Stichwort "Hunde". Um das weitere Vorgehen zu besprechen, wird es zudem diesen Sonntag ein Treffen für Hundebesitzer geben. Beginn ist um 17 Uhr in der Fassl-Wirtschaft.

Wer einen Hinweis zur Identität des unbekannten Hundehassers machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon (0 94 41) 5 04 20 oder beim Riedenburger Kontaktbereichsbeamten zu melden. Dieser ist montags von 8 bis 10 Uhr, dienstags von 16 bis 18 Uhr sowie freitags von 13 bis 15 Uhr in der Dreiburgenstadt erreichbar.