Riedenburg: "Wer ist so böse, einem Tier so was anzutun"
Trügerische Idylle: Auf der Kriegerwiese auf der Südseite von Riedenburg wurden mehrfach Giftköder gefunden. - Foto: Kirschner
Riedenburg
In erster Linie auf der so genannten Kriegerwiese auf der Südseite Riedenburgs seien die Köder ausgelegt worden, berichtet Karin Gmeiner, eine der betroffenen Hundehalterinnen. Die Köder seien aber auch gezielt in ihren Garten geworfen worden, sagt sie.

Der jüngste Fall ereignete sich vor einigen Wochen, als der unbekannte Täter zwei Mal hintereinander Würstchen über den Zaun von Karin Gmeiner am Oberen Hang warf. Gmeiner besitzt zwei Labrador-Retriever. Einer der beiden Rassehunde wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres Opfer eines Giftanschlags, den er nur knapp überlebte und der eine Tierarztrechnung über mehreren Hundert Euro hinterließ. In dem jüngsten Fall hatte Gmeiner die Wurfsendung noch rechtzeitig vor ihren Hunden entdeckt und entsorgen können.

Weniger Glück hatte Nero. Der Boxer von Liane Schmid aus der Hemauer Straße fraß Anfang des Jahres Gift, "aller Wahrscheinlichkeit nach war es Rattengift", glaubt sie. Nero, ein älterer Hundeherr, hatte laut Schmid durchaus seinen eigenen Willen und war des öfteren ausgebüchst. Im konkreten Fall, der zu seinem Tod führen sollte, hatte er einen Verwandtenbesuch seines Frauchens sozusagen vorzeitig abgebrochen und war nach Hause gelaufen. "In dieser Zeit muss er irgendwo das Gift gefressen haben", so Schmid.

Nachdem sich an der Brust des Boxers eine Beule bildete, trat sie den Gang zum Tierarzt an. Dieser tippte sofort aufgrund der Symptome auf Gift, wollte aber einen Unfall dennoch zunächst auch nicht ausschließen. Eine Ultraschall-Untersuchung ergab, dass Nero auf dem Heimweg keinen Zusammenstoß mit einem Pkw gehabt hatte. Alle Spritzen und Gegenmittel nutzten letztlich nichts – "nachdem er sich tagelang herumgequält hat, haben wir ihn eingeschläfert", sagt Liane Schmid. Sie fragt sich: "Wer ist so böse, dass er einem Tier so was antut" Einen Hund will sie nach diesen Erfahrungen vorerst nicht mehr.

Zwischenzeitlich hat Gmeiner wieder mehrfach beobachtet, dass auf der Kriegerwiese appetitlich riechende Wurst- oder Fleischstücke ausgelegt wurden, denen die Vierbeiner natürlich nicht hätten widerstehen können. Und spätestens nachdem die Köder jetzt bei ihr über den Zaun geworfen wurden, sei ihr absolut klar gewesen, dass die Giftattacke gezielt gegen ihre Hunde gerichtet war und kein Zufall.

Monika Pledl von der Tierhilfe Kelheim, die sich seit Jahrzehnten um heimatlose und kranke Vierbeiner kümmert, hat in den vergangenen Monaten mehrfach von präparierten Ködern erfahren. Auch in Ihrlerstein seien Hunde qualvoll zu Tode gekommen.

"Der Hund darf auf keinen Fall etwas fressen ohne die Erlaubnis seines Besitzers", sagt sie. In Hunde-Erziehungskursen werde das geübt. Auch wenn es vielen schwer falle, ihren Lieblingen das Fressen zu verbieten: "In so einem Fall schützt nur absoluter Gehorsam", weiß Pletl. Außerdem sei natürlich das Grundstück regelmäßig und sorgfältig abzusuchen. Die Gewissheit, was genau die Tiere gefressen haben, sei nur schwer zu erbringen. "Schon eine gezielte Untersuchung kostet an die 100 Euro", sagt Pletl, die mit den Tierärzten in der Region in ständigem Kontakt steht. Und für eine "globale Untersuchung" müssten die Tierbesitzer noch viel tiefer in die Tasche greifen. In den häufigsten Fällen hätten die Tiere vermutlich Rattengift gefressen, das relativ leicht zu bekommen sei und auch bei größeren Hunden zuverlässig eine verheerende Wirkung habe.

"Wenn Giftköder gefunden werden, hilft es nur, bei der Polizei Anzeige zu erstatten", appelliert Pletl an die Hundehalter. Denn es könnten ja auch spielende Kinder in Gefahr geraten. An die Polizei gewandt haben sich auch Greiner und Schmid. Sie kontaktierten Eberhard Hirschmann, den Riedenburger Kontaktbereichsbeamten der Polizei Kelheim und informierten ihn über die jüngsten Fälle. Da es sich hier um ein Vergehen nach dem Tierschutzgesetz handelt, wurden bereits strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen, wie die Polizei mitteilt. Hinweise auf den Täter nimmt die Inspektion Kelheim unter Telefon (0 94 41) 5 04 20 entgegen oder jede andere Polizeidienststelle.