Agentur verweigert das Arbeitslosengeld
Riedenburg (DK) Der Riedenburger Florian Lutz ist sauer auf die Agentur für Arbeit. Der 20-Jährige aus Jachenhausen ist seit August arbeitslos, hat aber nach eigenen Angaben von der Behörde bislang "keinen Cent" an Arbeitslosengeld erhalten. Dabei geht es laut Lutz um mehrere tausend Euro.

Schlechte Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit: Der Riedenburger Florian Lutz erhält bislang kein Arbeitslosengeld. - Foto: Janda
Florian Lutz will auf keinen Fall dem Sozialstaat zur Last fallen. Er hat eine Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert, bis August als Systemadministrator für ein Unternehmen in Regenstauf gearbeitet und er gibt nebenbei Kurse für Menschen, die Bewerbungsgespräche führen müssen. Im Gespräch mit dem DONAUKURIER freut sich Lutz, dass er derzeit drei Job-Angebote vorliegen hat, und er geht davon aus, dass er ab Januar wieder einen festen Arbeitsplatz hat.
Doch auf die Nachzahlung des Arbeitslosengeldes aus den vergangenen fünf Monaten, auf das er einen gesetzlichen Anspruch hat, will der Riedenburger auf keinen Fall verzichten. Schließlich habe er zuvor Beiträge in die Arbeitslosenversicherung bezahlt, um in "vorübergehenden Notzeiten Unterstützung" zu erhalten.
"Versicherung vertröstet"
Das Ausbleiben der Zahlungen hat fatale Folgen. Lutz lebt wieder bei seinem Vater, weil er sich die eigene Wohnung nicht mehr leisten kann. "Der Hersteller meines Autos sitzt mir im Genick und die Versicherung vertröste ich von Monat zu Monat", sagt er. Zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit habe er sich von der Agentur noch "schnelle Hilfe erhofft".
Lutz vermutet, dass die Agentur etwas "verschludert" hat. In seiner schriftlichen Dienstaufsichtsbeschwerde bemängelt er, dass ihm die Agentur folgendes mitgeteilt habe: Er sei abgemeldet worden, weil er drei Termine in Folge nicht wahrgenommen habe. "Wie es zu der Abmeldung kam, wissen nur die Götter", wundert sich Lutz.
Er räumt lediglich ein, bestimmte Unterlagen mit einer Woche Verspätung eingereicht zu haben. Lutz begründet diese Verzögerung mit einer plötzlichen Krankheit, für die er der Agentur sogar ein ärztliches Attest vorgelegt habe.
Mit Kopfschütteln habe er zudem auf ein Fortbildungs-Angebot der Agentur reagiert. Denn die Behörde habe ihm, dem Trainer für Bewerbungsgespräche, allen Ernstes vorgeschlagen, sich im Führen von Bewerbungsgesprächen schulen zu lassen.
Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes darf die Agentur für Arbeit zu dem Fall des Riedenburgers nichts sagen. Walter Straub, der Pressesprecher der in Regensburg ansässigen Behörde, teilt nur mit, dass das Schreiben von Lutz eingegangen ist. "Die Beschwerde wird intensiv geprüft, aber die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen." Die Bearbeitungszeit betrage nur wenige Tage, versichert Straub. "Normalerweise erhalten die Leute innerhalb weniger Tage ihren Bescheid und ihr Geld." Das gelte auch für Nachzahlungen. Voraussetzung sei aber, dass die eingereichten Unterlagen komplett sind und der Anspruch gerechtfertigt ist.
"Schroffer Ton"
Lutz ärgert sich aber nicht nur über die Tatsache, dass er bislang keine finanzielle Unterstützung erhalten hat. Ihn wurmt auch, wie man ihn in der Kelheimer Filiale der Agentur behandelt hat. In seiner Dienstaufsichtsbeschwerde beklagt er sich unter anderem darüber, dass sich "fünf Mitarbeiter über eine Stunde lang mit einem defekten Aktenschrank" befasst hätten, während das "Wartezimmer gut gefüllt war".
Der Riedenburger beklagt auch den "schroffen Ton" und die "arrogante Vorgehensweise", die manche Kelheimer Mitarbeiter ihm gegenüber an den Tag gelegt hätten. So sei er unter anderem von einer Angestellten der Agentur "als Arschloch tituliert" worden. Dabei habe er nur sein gutes Recht wahrgenommen und das Ausbleiben des ihm zustehenden Arbeitslosengeldes moniert.
Von Harald RastKommentare
Ich denke schon, dass Herr L. seine Angelegenheiten selbst regeln kann. Allerdings ist man als Bittsteller mitunter den Sachbearbeitern in den jeweiligen Ämtern "ausgeliefert". Und wenn man bedenkt, dass die Höchstbearbeitungszeit für Anträge 3 bis 6 Monate dauern darf, dann kann einem schon ganz schlecht werden. Diese Zeit muss ja auch überbrückt werden. Und so wie ich las ist Herr L 20 Jahre alt, hat also nicht wirklich die Chance gehabt große Summen anzusparen.
Allen die hier so fröhlich sagen er solle sich mal Arbeit suchen empfehle ich, sich selbst mal den "Spaß" zu gönnen auf Stellensuche zu gehen.
In einer Zeit, wo sich viele Firmen gradenoch über Wasser halten mit Kurzarbeit. In einer Region, die grad den Verlust mehrerer tausend Arbeitsplätze verkraften muss.
Falls ich wem auf den Schlips getreten sein sollte liegts daran, dass der nicht arbeitsschutzfördernd unter der Schreibtischunterlage festgeklemmt war und ich so klein bin, dass ich unter dem Schreibtisch bequem stehen kann
Aber es ist schön zu lesen, dass Sie sogar nicht vorhandene Wollmäuse husten hören. Bei den einen ist es das schlechte Gewissen, bei den anderen Wut über eine Dienstaufsichtsbeschwerde (seien Sie froh dass es keine Fauchaufsichtsbeschwerde war!), bei den anderen ist es schlicht Paranoia, manchmal alles zusammen.
Zum Thema Frisur: es soll Zeitgenossen geben, die diesen wirren Haarzustand mutwillig mit diversen chemischen freiverkäuflichen Hilfsmitteln herbeiführen
Mobber welcher Couleur auch immer halten sich nur für die Größten.
Ich wünsche Ihnen noch viele kleine Schlipstreter. Vielleicht schaffen Sie und Ihre Kollegen es dann mal Anträge zu bearbeiten.
Weil: ob man vor oder hinterm Schreibtisch sitzt wird nur durch ein Kündigungsschreiben entschieden.
Herrn Lutz wünsche ich eine nun schnelle Bearbeitung, einen pfiffigen Anwalt mit Biss. Ich wünsche ihm den Weg in einen ALG-Ratgeber zu finden um in einer Gemeinschaft Betroffener Hilfe zu finden.
Zitat von chaos Weil: ob man vor oder hinterm Schreibtisch sitzt wird nur durch ein Kündigungsschreiben entschieden. |
Interessante These, die allerdings mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat. Warum sollte man sich auch nach einer Kündigung vor einen Schreibtisch setzen? Und das nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Monat mindestens einmal.
Zitat von chaos Herrn Lutz wünsche ich eine nun schnelle Bearbeitung, einen pfiffigen Anwalt mit Biss. Ich wünsche ihm den Weg in einen ALG-Ratgeber zu finden um in einer Gemeinschaft Betroffener Hilfe zu finden. |
Sie trauen Herrn L. offenbar nicht zu, mal auch etwas alleine auf die Reihe zu bringen? Er braucht immer Hilfe. Wir anderen kranken offenbar daran, sich nur auf uns selbst zu verlassen und unseres Glückes Schmied zu sein.
Genau das ist der Vorwurf an Herrn L.: Immer haben andere Schuld, wenn das eigene Schicksal nicht so will, wie man auch nur halbherzig will.
Und kann man nicht auch ohne Schlips glücklich sein? Sie scheinen gar keine Menschen ohne zu kennen.
Oder war das ironisch gemeint?
Wenn nicht: Ich meine, solch ein Gebaren diskreditiert die wirklich Bedürftigen, von denen es ausreichend gibt und die versuchen, ihr Schicksal zu meistern und nicht immer die Schuld bei anderen suchen.
was will den der vermitteln, wenn er schon mit der Arbeitsargentur nicht zurecht kommt. Dieser Bericht wäre ein Schlager für die BILD-Zeitung.
Bestimmt hat er seine Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt und somit eine Sperre erhalten, was der arme Bursche nicht wahr haben will.
Nun schlägt er wild um sich um wenigstens noch Mitleid zu Ernten. Aber bitte, warum soll´s den anders gehen als den anderen tausenden seiner Sorte.
Zitat:"tausende Euro" will er... wenn der nicht in einer anderen Welt lebt ?
nix für ungut
freundlichst
burner
Im Moment der Bekanntgabe der Kündigung taucht man beim Arbeitsamt auf, gibt den Arbeitgeber, die aktuelle Adresse an und verschwindet wieder.
Haut frustriert beim Arbeitgeber ab. Ändert keine persönlichen Daten mehr, weil man die Schnautze voll hat und der EX-Arbeitgeber füllt dann den Berichtsbogen fürs Arbeitsamt mit allen Alt-Daten aus, die Ihm bekannt sind.
Die Agentur ist des telefonierens nicht mächtig, weil alles korrekt und schriftlich sein muss, schwups ist ein Umzügler durchs Raster gefallen und steht auf Sperrstufe.
Herr Lutz kann oder will keinen konkreten Grund nennen. Er beschränkt sich darauf zu behaupten, die Behörde habe etwas "verschludert" (O-Ton).
Verschludert hat aber er den Termin für bestimmte Unterlagen. Das mit der Krankheit verstehe ich nicht, da Fristen wohl nicht so kurz bemessen sind und man meist auch bei Erkrankung einen Aufschub bekommt, wenn man sich darum bemüht. Er wird wohl nicht im Koma gelegen haben. Schließlich räumt er ein, die Behörde werfe ihm vor, drei Termine in Folge nicht wahrgenommen zu haben. Fraglich, ob sich die Sachbearbeiter so etwas aus den Fingern gesogen haben oder derartig "schludrig" sind, dass das gleich in Serie passiert.
Und warum man ausgerechnet ihm einen so derben Umgangston angedeihen ließ, muss irgend einen Grund haben.
Schlau wird man aus dem Zeitungsbeitrag kaum.
Jedenfalls verstehe ich nicht, wie man mit einer so unklaren Informationslage, die nur aus höchst subjektiven Äußerungen und unerklärlichen Spekulationen des Betroffenen besteht, einen Zeitungsbeitrag schreibt, der zunächst die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in ein schräges Licht stellt.
Ist so ein journalistisches Vorgehen üblich?
Jedenfalls klingt an, es könnte sich um einen Querulanten handeln.
Auch die Begebenheit, die Agenturmitarbeiter hätten sich nicht um die Antragsteller, sondern um einen defekten Schrank gekümmert, verwirrt. Wäre dafür nicht ein Hausmeister oder ein Fachmann heranzuziehen? Oder kann sich die Agentur einen solchen nicht leisten, weshalb die Sachbearbeiter selbst Hand anlegen müssen? Das kann ich mir kaum vorstellen, weshalb der Vorwurf des Arbeitslosen aus der aus der Luft gegriffen wirkt.
Schade, daß der der DK nur Schöngeschätz verbreitet und die Hintergrünge vernachlassigt !
Sicher bietet der Arbeitsmarkt besseres und warum wurde er Arbeitslos ?
Übrigens.. braucht der DK nicht Zeitungsausträger oder ist er dafür Überqualifiziert ?
nix für ungut
freundlichst
burner
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