Riedenburg: Jetzt sind die Bürger gefragt
Vom Kernort geht zwar alles aus, das Integrierte städtebauliche Konzept für Riedenburg soll aber die Zukunft der gesamten Großgemeinde mit ihren rund 40 Ortsteilen positiv beeinflussen. Kommende Woche finden nun die Wirtshausgespräche statt. ‹ŒArch - foto: Janda
Riedenburg

Eine Flipchart mit bunten Zetteln, die dann abfotografiert und eingelagert wird? "Das ist nicht unser Stil", betont Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU). Vielmehr soll es bei den Wirtshausgesprächen, die sich die Stadt immerhin 20 000 Euro - abzüglich der Isek-Förderung in Höhe von 60 Prozent - kosten lässt, darum gehen, dass jeder einzelne Bürger die Zukunft der gesamten Großgemeinde mitgestalten kann. Der Rathauschef nennt das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept darum auch lieber "Zukunftswerkstatt". Bauamtsleiter Walter Schattat hebt als Isek-Experte im Riedenburger Rathaus dabei hervor, dass man bei den vier geplanten Diskussionsrunden in der kommenden Woche nicht bei null anfängt. Im Gegenteil: "Der Prozess läuft schon knapp ein Jahr. Eine Bürgerbeteiligung gab es schon und auch der Steuerkreis hat sich seitdem mehrmals getroffen", erklärt er. Aus den Erkenntnissen dieser Veranstaltungen ist ein Konzept entstanden, in dem Handlungsräume und Ziele festgelegt wurden. Nach den Wirtshausgesprächen sollen auch die Maßnahmen konkret formuliert werden. Und bereits im Juli will der Stadtrat das Konzept auf den Weg der Realisierung bringen.

Im Kernort Riedenburg, in Untereggersberg, Prunn und Meihern sind nun die Bürgerinnen und Bürger an der Reihe. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik folgt die Bearbeitung von Papiertischdecken, die die Großgemeinde zeigen, und der Detailpläne aller rund 40 Ortschaften, beschreibt Schattat den Ablauf. "Die Teilnehmer können darauf markieren, wo sie Potenziale sehen, aber auch, wo es Defizite gibt", sagt er. Danach wird eine Prioritätenliste erstellt und es folgt eine Diskussion mit Rathauschef Lösch, Bauamtsleiter Schattat und Vertretern der Dragomir Stadtplanung GmbH, dem Planungsbüro, das mit der Erstellung des Isek betraut ist. Die Ergebnisse werden zusammengefasst, dokumentiert und auf der Homepage der Stadt zur Verfügung gestellt. Schließlich geht es bei dem Projekt vor allem um Transparenz. "Wem die Zukunft seiner Heimat am Herzen liegt, der sollte kommen, er wird es nicht bereuen. Jetzt ist der Zeitpunkt, mitzureden", appelliert Lösch an die Einwohner seiner Großgemeinde.

Lösch warnt aber auch davor, das Isek mit einer reinen Tourismusförderung zu verwechseln. "Der Tourismus ist ein Bestandteil des Konzepts, aber bei weitem nicht alles." Die Wirtshausgespräche sollen darum vor allem eine Bestandsaufnahme sein. Geäußert werden darf alles. "Es kann natürlich sein, dass die Bürger Dinge fordern, die über das Isek nicht realisiert werden können", sagt Schattat. Dass sie in diesem Fall gar nicht angegangen werden, heiße das aber nicht. Manche Wünsche ließen sich so vielleicht über andere Förderprogramme abwickeln. Falls die Stadt nicht zuständig ist, wie zum Beispiel für den öffentlichen Personennahverkehr, werde das aber an die entsprechenden Stellen weitergeleitet, verspricht Lösch.

Neu sind viele bereits identifizierte Ziele des Isek allerdings nicht. "Das Konzept ist quasi eine Fortsetzung der Arbeit ,Stadtmarketing Riedenburg' von Studenten der Uni Regensburg aus dem Jahr 2004", erklärt Lösch. Die damaligen Erkenntnisse seien vom Planungsbüro modifiziert und Maßnahmen abgeleitet worden. Die Leerstandthematik in der Altstadt sei auch damals schon Thema gewesen, sagt der Rathauschef. Gefragt nach den Punkten, bei denen er dringenden Handlungsbedarf sieht, nennt Lösch zum Beispiel eine Dorferneuerung in Altmühlmünster. "Wegen der Passionsspiele und wegen der Hochwasserthematik", begründet er. Auch die Erstellung eines vollständigen Fahrradwegenetzes auf den Jurahöhen erachtet er als wichtig. "Grundsätzlich geht es um die Attraktivität unserer Großgemeinde und um eine hohe Lebensqualität für ihre Bewohner."
 

Termine


Nachdem sich der Steuerkreis bereits dreimal getroffen hat und die Bürger beim Riedenburger Lenz 2016 die Möglichkeit hatten, Anregungen anzubringen und auf Probleme aufmerksam zu machen, folgt nun die zweite Bürgerbeteiligung im Zuge des Isek-Prozesses: die Wirtshausgespräche. Dabei sollen die Bürger über die ersten Entwürfe für das Entwicklungskonzept der Großgemeinde diskutieren sowie gemeinsam Ziele erarbeiten.
Das erste Wirtshausgespräch im Kernort Riedenburg findet am kommenden Dienstag im Fuchsstadl statt. Willkommen sind auch die Bürger aus Haidhof und Gundlfing.

  • Am Mittwoch geht es nach Untereggersberg in den Gasthof Pflieger. Das Gespräch ist auch für die Ortsteile Obereggersberg, Thann, Georgenbuch, Harlanden, Hattenhausen, Schambach, Frauenberghausen und Laubhof gedacht.

 

  • In Prunn findet das Wirtshausgespräch am Donnerstag im Gasthof zur Krone statt. Die Bürger aus Jachenhausen, Ried, St. Ursula, Schaitdorf, Hattenhofen, Dieterzhofen, Emmerthal, Baiersdorf, Keilsdorf, Schloßprunn, Nußhausen, Pillhausen, Buch, Echendorf, Einthal und Lintlhof sind willkommen.

 

  • Am Freitag geht es nach Meihern. Im Gasthof Schmid treffen sich auch die Bürger aus Deising, Otterzhofen, Perletzhofen, Flügelsberg, St. Gregor, Oberhofen und Altmühlmünster.


Eine Ortsbindung besteht nicht, jede Veranstaltung kann besucht werden. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Kann jemand nicht teilnehmen, ist es möglich, Anregungen an ZukunftRiedenburg@dragomir.de zu schicken. Infos gibt es online unter www.riedenburg.de/wirtschaft-handel/staedtebauliches-entwicklungskonzept. DK