Erster Schultag 2017 an der Riedenburger Grundschule
Schmied, Kathrin, Schwabstetten
Riedenburg

Ein Hauch vom Ernst des Lebens? Davon war gestern Vormittag in der Turnhalle der Riedenburger Grundschule wahrlich nichts zu spüren. Dafür lag eine verheißungsvolle Spannung in der Luft – und vor allem Vorfreude. „Heute ist euer großer Tag endlich da“, rief Schulleiter Norbert Nadler den Schulter an Schulter beieinander sitzenden Kindern zu. Insgesamt 65 Mädchen und Buben hatten sich fein herausgeputzt, die wohl jüngst erst gepackten Schulranzen vor sich hingestellt und hielten ihre bunten Schultüten fest im Arm. Hinter ihnen hatten Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde Platz genommen. „Dass so viele Gäste da sind, ist etwas Besonderes“, sagte Nadler. Kein Wunder, schließlich ist der erste Schultag der Markstein für einen völlig neuen Lebensabschnitt.

Um seinen neuen Schützlingen ein wenig die Furcht vor allem Neuen zu nehmen, das in den kommenden Wochen auf sie zukommt, hatte Nadler eine Geschichte ausgesucht. Sie handelte – ganz passend – vom ersten Schultag der Hexe Holunder. Die kleine Zauberin wacht an ihrem großen Tag viel zu früh auf, kann nicht mehr schlafen, will auf keinen Fall zu spät kommen und ist etwas nervös, weil sie die anderen Kinder noch nicht kennt. „Wie ging es euch heute Morgen?“, fragte Nadler. „Gut“, sagten die einen. „Aufgeregt“, die anderen. Die größeren Schüler zeigen Hexe Holunder in der Geschichte, was sie schon alles können. Nadler wollte dann also wissen, was die angehenden Erstklässer schon so alles mitbringen. Handstand, Fahrrad fahren, Klavier spielen und Klettern und allerlei mehr Talente kamen da zum Vorschein. „Und was lernt man in der Schule?“, lautete die abschließende Frage des Schulleiters. Neben Schreiben, Rechnen und Lesen meinte ein Bub: „Da kann man viel lernen und dann auch ein Buch schreiben.“

Erster Schultag 2017 an der Riedenburger Grundschule
Schmied, Kathrin, Schwabstetten
Riedenburg

Nadler wünschte den 65 Kindern eine tolle und erfolgreiche Schulzeit, einen wunderbaren ersten Schultag und, dass sie nach dem ersten Abstecher ins Klassenzimmer glücklich nach Hause kommen. „Den Eltern wünsche ich das auch“, betonte er. Riedenburgs Bürgermeister Siegfried Lösch schloss sich den guten Wünschen des Schulleiters an. „Ihr werdet viel Neues lernen und neue Freunde finden“, erklärte er. Für die neuen Schülerinnen und Schüler hatte er eine kleine Schultüte und Wunderstifte mitgebracht, die ihnen Glück bringen sollen. „Ich wünsche euch viel Spaß und den Eltern gute Nerven.“ Stadtpfarrer Edmund Bock betonte, dass man nie genug gute Wünsche empfangen kann. Bevor er den Segen sprach, hob er aber das Rüstzeug hervor, das man für eine möglichst sorgenfreie Schulzeit braucht. „Die Schultüte und den Ranzen habt ihr schon. Ihr braucht aber auch treue Wegbegleiter, eure Eltern, Großeltern und Lehrer. Auch Jesus möchte euer Begleiter sein und ein Stück des Weges mit euch gehen“, erklärte der Geistliche.

Der erste Arbeitsauftrag für die frischgebackenen Schüler der 1a: Die Mädchen und Buben malten ein Bild von sich mit ihrer Schultüte..
Der erste Arbeitsauftrag für die frischgebackenen Schüler der 1a: Die Mädchen und Buben malten ein Bild von sich mit ihrer Schultüte.
Schmied, Kathrin, Schwabstetten
Riedenburg

Bevor die Lehrerinnen Anna Engeßer, Ursula Ketterl und Petra Dietz ihre jeweilige erste Klasse ins Klassenzimmer begleiteten, führte die Schulspielgruppe mit viel Elan das Stück „Tranquilla Trampeltreu, die beharrliche Schildkröte“ auf. Unterstützt wurden die jetzigen Drittklässler von Sängerinnen und Sängern aus der vierten Jahrgangsstufe und der AG Musik unter Leitung von Nadler. In fantasievolle Kostüme gehüllt und detailverliebt geschminkt erzählten die Mädchen und Buben mit ihrem Spiel die Geschichte von Tranquilla, die sich auf ihrem Weg zu einer Hochzeitsfeier durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. „Schritt für Schritt“, lautete die Devise.

Ihr braucht aber auch treue Wegbegleiter.“

 

Stadtpfarrer Edmund Bock

 

Angekommen in ihrem neuen Domizil war es an den Mädchen und Buben, sich zunächst einen Platz zu suchen und sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Klassleiterin Ketterl erteilte ihrer 1a dafür gleich den ersten Arbeitsauftrag: Ein Bild malen. Ein Selbstporträt mit Schultüte. Und so hatte der erste Einsatz der Farbstifte zunächst einmal gar nichts mit kniffligen Matheaufgaben oder schwierigen Rechtschreibregeln zu tun.