Der DSL-Ausbau läuft mittlerweile, der Kreisel an der Bucher Kreuzung ist fertiggestellt, der Maßnahmenkatalog für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) vom Stadtrat verabschiedet und auch in Sachen Sanierung und Neubau des Kindergartens Maria Schutz kommen die Dinge langsam in Bewegung. "Die Ausschreibungen laufen. Ich hoffe, dass wir den angepeilten Zeitrahmen von gut zwei Jahren einhalten können", sagte Schiefer. Insgesamt beschrieb er die Arbeit im Stadtratsgremium als sachlich und konstruktiv. "Natürlich gibt es immer Reibungspunkte, über die müssen wir dann diskutieren. Ich denke aber, wir handeln stets im Sinne Riedenburgs."

Mit allen Beschlüssen in den vergangenen zwölf Monaten war die Bürgerliste aber nicht zufrieden. Fraktionsvorsitzender Axel Uttlinger nannte an dieser Stelle den Haushalt und den Ankauf des Alten Landratsamts. "Ich bin nicht generell gegen den Kauf. Aber mit Blick auf die Finanzlage der Großgemeinde habe ich gegen den Haushaltsentwurf gestimmt", sagte er. Als Absage an Investitionen wollte er das aber nicht verstanden wissen. Im Gegenteil: "Wir müssen in die Zukunft schauen, wir müssen investieren", betonte er. Nur eben an der richtigen Stelle, die Pflichtaufgaben der Kommune dürfe man nicht aus den Augen verlieren. Und auch Einsparpotenziale müsse man erörtern. "Man sollte sich etwa die freiwilligen Leistungen als Ganzes ansehen und schauen, wo man gegebenenfalls etwas streichen kann."

Die Zuhörer wollten indes auch mehr über das ISEK wissen. Speziell ging es um die Frage, ob die darin festgelegten Maßnahmen auch wirklich umgesetzt werden. "Ich habe ein wenig Angst, dass das Konzept auf dem Tisch liegen bleibt, ohne zur Anwendung zu kommen", meinte etwa Alois Halser. Reinhold Vasall verwies darauf, dass sich der Stadtrat im regelmäßigen Turnus von sechs Monaten anschauen wird, welche Maßnahmen bereits in Angriff genommen worden sind. "Der politische Wille ist da", hob auch Uttlinger hervor. Schiefer versicherte, dass die Bürgerliste in Sachen ISEK auch die Dörfer nicht aus den Augen verlieren wird. "Die Ortsteile dürfen nicht hintanstehen. Das werden wir im Blick haben", kündigte er an.

Die Belebung der Altstadt, ebenfalls als Ziel im ISEK formuliert, sah Schiefer als Prozess, der Jahre dauern wird. "Ich bin auch überzeugt davon, dass das nur über die Schaffung von neuem Wohnraum und nicht über den Einzelhandel funktionieren kann", erklärte er. Seine Idee: eine Art Leerstandsmanager, der die Eigentümer gezielt beraten kann, auch über mögliche Förderungen. In Anbetracht der wachsenden Einwohnerzahl dürfe man aber auch die Infrastruktur, die Straßen und Schulen nicht aus den Augen verlieren. Die Grund- und Mittelschule etwa müsse nun endlich saniert werden. Uttlinger ging sogar noch einen Schritt weiter: "Nur über eine Sanierung zu diskutieren, ist zu kurz gedacht. Der Stadtrat sollte die Kosten mit denen eines bedarfgerechten Neubaus vergleichen und dann entscheiden, was tatsächlich besser ist."