Riedenburg: Datenautobahn aus Glasfaser
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Riedenburg

Wie Stefan Hanke, der Regiomanager der Telekom, erläuterte, werden 1200 Riedenburger Haushalte ab Anfang kommenden Jahres schnellere Anschlüsse mit einer Übertragungsleistung von 100 Mbit pro Sekunde nutzen können. Weiteren 770 Haushalten stehen bereits Ende des Jahres bis zu 50 Mbit pro Sekunde zur Verfügung. Im Minimum würden jedoch mindestens 30 Mbit erreicht, sicherte Hanke zu. Die Schwankungsbreite von 20 Mbit hänge mit der Entfernung des jeweiligen Haushalts zum nächsten Verteilerkasten der Telekom zusammen. Je weiter diese Strecke ist, umso mehr nehme die Leistungsstärke ab.

Hanke bezifferte die Bindungsfrist der zwischen der Telekom und den Kunden abgeschlossenen Verträge auf sieben Jahre. "Bis dahin ist der nächste Geschwindigkeitsschub unausweichlich", das heißt, die Technik müsse wieder nachgebessert werden. Hanke versprach, dass im nächsten halben Jahr die erwartete Verbesserung der Übertragungsleistung kommt. "Wir geben Gas", sagte er.

Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) äußerte sich beim Spatenstich erfreut, dass Riedenburg beim Breitbandausbau "auf einem guten Weg" ist. "Endlich ist es soweit", meinte er. Die Kommune habe sich viele Jahre intensiv mit diesem Problem beschäftigt. Schnelle Internetverbindungen seien aus dem Leben der Bürger nicht mehr wegzudenken. Das gelte gleichermaßen für private wie geschäftliche Aktionen. Jedes einzelne Riedenburger Grundstück im Ausbaugebiet werde aufgewertet, so Lösch.

Insgesamt betragen die Kosten für den Bauabschnitt I, mit dem nun offiziell begonnen worden ist, rund 1,3 Millionen Euro. In den kommenden Monaten werden folgende Dörfer angeschlossen: Perletzhofen, Otterzhofen, Deising, Meihern, Flügelsberg, Oberhofen, Untereggersberg, Haidhof, Thann, Georgenbuch, Harlanden, Schaitdorf, Dieterzhofen, Neuenkehrsdorf, Baiersdorf, Keilsdorf, Gleislhof, Einthal, Buch und Echendorf. Da der DSL-Ausbau auf dem Land wegen der niedrigen Zahl an Anschlüssen generell unwirtschaftlich ist, hat die Telekom eine Deckungslücke von knapp 1,08 Millio-nen Euro errechnet, für die der Steuerzahler aufkommen muss. Genau 753 578 Euro, das sind 70 Prozent, schießt das Land Bayern zu, den Restbetrag von rund 300 000 Euro muss Riedenburg aus dem Stadtsäckel bezahlen. Diese Summen nannte der Riedenburger Breibandpate Günther Wagner auf Anfrage unserer Zeitung.

Anders gestaltet sich die Lage in der Kernstadt. Da hier mehr Kunden auf engerem Raum wohnen, nimmt die Telekom einen eigenwirtschaftlichen Ausbau des Netzes vor. Das heißt, der Konzern arbeitet auf eigene Rechnung.

Im Bauabschnitt II wird man sich bis in zwei Jahren den Dörfern Schambach, Kohlmühle, Frauenberghausen, St. Gregor, St. Ursula, Ried und Hattenhofen widmen. Auch hier ist laut Wagner der Auftrag an die Telekom bereits vergeben. Für den Bauabschnitt III mit Echenried, Laubhof und Pillhausen gibt es noch keinen Zeitplan.

Aufgrund des felsigen Jurabodens werden sich die Erdarbeiten für die in Zeulenroda ansässige Firma KTS nicht einfach gestalten. Das berichtete Hermann Hertling-Greifen-eder, der für die Großgemeinde Riedenburg zuständige Oberbauleiter. Das Ziehen der 90 Zentimeter tiefen Gräben für das Leerrohr sei sehr aufwendig, "weil viele Felsen zum Vorschein kommen". Das Leerrohr wird in Sand gebettet, damit es nicht mit Felsen in Berührung kommt. Danach wird der Graben wieder zugeschüttet.

Das völlig metallfreie Glasfaserkabel, durch das die Daten in Lichtgeschwindigkeit rasen, besteht aus 96 Fasern, die in acht Bündel mit jeweils zwölf Fasern aufgeteilt sind. Hergestellt werden die Kabel in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern. Die Experten betonten aber, dass auch die beim Endkunden vorhandene Technik entscheidend zur Geschwindigkeit der Datenübertragung beiträgt. Es sollten immer wieder leistungsstärkere Rooter gekauft werden.

Die Glasfaserkabel werden mit Druckluft in das Leerrohr geblasen, erläuterte Hertling-Greifeneder. Wenn die Strecke gerade verlaufe, könne eine Entfernung von bis zu drei Kilometern in einem Arbeitsschritt bewältigt werden. Sollte der Abschnitt kurvenreich sein, dann verringert sich die maximal einblasbare Länge des Kabels. Senkungen des Bodens seien ebenso wenig ein Problem wie grabende Tiere. "Der einzige Feind des Kabels ist der Bagger", erklärte der Oberbauleiter.