Riedenburg: Auf Spurensuche
500 Euro für den guten Zweck: Auch heuer hat Siegmund Kirner an die Ärzte ohne Grenzen gespendet. Aus seinen Geschichten möchte der Riedenburger nun ein Buch machen. - Foto: Schmied
Riedenburg

Auch dieses Jahr hat er der Organisation 500 Euro überwiesen, zum dritten Mal in Folge. Nun plant der Wahl-Riedenburger, aus seinen Erzählungen ein Buch zu machen.

Material habe er genug, versichert er. "Die Hälfte meiner Geschichten habe ich noch gar nicht veröffentlicht", sagt Kirner. Vor allem Weihnachten spiele in seinen Erzählungen eine Rolle, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen, die Einsamkeit im Alter etwa. Eine wichtige Inspirationsquelle sind zudem eigene Kindheitserlebnisse. Siegmund Kirner wurde in der Kaserne Altenstadt bei Schonau geboren. Seine Mutter war Polin, sein Vater stammt ebenfalls aus Polen, hat aber deutsche Wurzeln. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste die Mutter ihre Heimat verlassen. Ihre Flucht ist ein Thema, das Kirner nie losgelassen hat. "Ich wollte meine Mutter verstehen, darum habe ich Nachforschungen angestellt", erzählt er. Sein Weg führte ihn letztlich in das Dorf, in dem seine Mutter geboren wurde. Dort traf er Verwandte, mit denen er seither Kontakt hält. Erst kürzlich war er bei einer Hochzeit eingeladen. "Die Gastfreundschaft der Menschen in Polen ist einzigartig", schwärmt er noch immer. Etwas, das die Mutter wohl sehr vermisst hat. Wie sie damit umgegangen ist und wie sich der Schmerz auf die Familie ausgewirkt hat, auch das will Siegmund Kirner zu Papier bringen und in sein Buch einfließen lassen.

Derzeit kümmert er sich um die organisatorischen Dinge. Er könnte sich vorstellen, auch Fotos mit einzubauen. Und auch die Auswahl der Geschichten, die es in den Band schaffen, will wohlüberlegt getroffen sein. Ende 2018 soll es dann soweit sein. Siegmund Kirner freut sich schon darauf. Eine neue Mappe soll es darum erst einmal nicht geben. Das Schreiben wird der Wahl-Riedenburger aber so und so nicht lassen.