Mittwoch, 17.03.2010 |

 

08.02.2010 18:53 Uhr | 28x gelesen
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Fremdbilder als "frohe Botschaft ans Herz"


Bild: Fremdbilder als

Plankstetten (DK) Eine außergewöhnliche Fotoausstellung mit dem Titel "Fremdbilder – Frohe Botschaft fürs Herz" ist in der Abtei Plankstetten zu sehen. Anlass dafür ist die diesjährige Weiterbildungswoche des Biolandverbandes im grünen Kloster.



Bild: Die "Star" bei der Eröffnung der Kunstausstellung: Alois Hofer, (rechts) und Hendrik Haase mit Bergkäse "Alex".
Bei der Vernissage zur Eröffnung am Sonntagvormittag erläuterte der Allgäuer Alois Hofer zahlreichen Gästen sein Gesamtkunstwerk, mit dem er und seine Familie "zu Gesprächen anregen und Verbindungen zwischen Stadt und Land herstellen" möchten.

Wo liegt die Schnittstelle zwischen Eigen- und Fremdbild, welche Wünsche kann der Landwirt ansprechen und wo finden sich Gemeinsamkeiten? Diese Fragen beschäftigten Gerlinde und Alois Hofer. Beide führen einen Bioland-Milchviehbetrieb mit Käserei und erzeugen hochwertige Lebensmittel, welche sie im eigenen Hofladen vermarkten. In vielen Gesprächen mit den Hofkunden erkannten sie, dass Bauern ihr eigenes Bild von sich und dem Land haben. Dieses unterscheidet sich natürlich erheblich vom Ideal- und Wunschbild der Städter. Auf Bitten der Hofers entstanden über 1000 Fotos auf dem bäuerlichen Betrieb. Hofbesucher, Kunden, Freunde, Bekannte und Außenstehenden sollten festhalten, wie sie die Landwirtschaft sehen und erleben. Ob digital oder analog, ob Schnappschuss oder Werbefoto, ob von Waldorfschülerinnen oder Profidesignern aufgenommen, es wurde alles abgelichtet, was als interessant betrachtet wurde. "Die Bilder erzählen Geschichten, sie geben den Menschen, Tieren und Dingen eine besondere Wertschätzung, es geht um ein Miteinander, wir entscheiden was man von uns sehen soll", erklärt Hofer das Gesamtkunstwerk, das er als "ich und die Welt – ein Lebensexperiment für die Zukunft" bezeichnet. Angefangen vom Kuhfladen, dem ersten entstandenen Bild, über Güllefass, Melkmaschine, Pflanzen und Tiere bis hin zu den fertigen Erzeugnissen und natürlich den Menschen auf dem Hof reicht die Palette der ausgestellten Aufnahmen. Beim Rundgang soll für den Betrachter das Leben auf dem Land sichtbar, erlebbar und spürbar werden. Die Fotos spiegeln besonders die Vorstellungen und Wünsche der Stadtbewohner wider, zeigen ein Fremdbild, das den Hofbetreibern sonst verborgen geblieben wäre.

Im Verborgenen geblieben wäre vermutlich auch der Bergkäse "Alex", hätte es nicht im Zuge einer Reise zu Herstellern und Produzenten auch die Begegnung von Hendrik Haase mit Alois Hofer gegeben. Eine Idee des Kommunikationsdesigners, der erst vor kurzem sein Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichstein in Halle abgeschlossen hat, bescherte dem in der Hofkäserei entstandenen Käselaib eine ziemlich ausgefallene Reise.

In einer Kurzlesung erzählte Ehrengast Haase bei der Ausstellungseröffnung die spannenden und fast unglaublichen Erlebnisse seines viertägigen Rundganges auf der Kunstausstellung Biennale in Venedig. Stets begleitet von einem großen Stück des Allgäuer Käses, erregte der Stipendiat des Deutschen Volkes und Gewinner des Amnesty International Design-Wettbewerbs 2008 unerwartet viel Aufsehen.

Bis zur Ankunft am eigentlichen Ziel, dem Deutschen Pavillon, bot sich deshalb für Hendrik Haase und seinen Begleiter "Alex" ausreichend Gelegenheit, der Frage "Was ist Kunst und was ist Käse" auf den Grund zu gehen.

Die Fotoausstellung "Frohe Botschaft fürs Herz" kann noch bis zum 7. März (Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 17 Uhr) im Kloster Plankstetten besichtigt werden.

Von Nikolaus Rieger


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