Parsberg: Einsparpotenzial gegeben
Die Ergebnisse der Thermografieaufnahmen sind in Parsberg vorgestellt worden. - Foto: Sturm
Parsberg

Die Städte Parsberg und Velburg, die Gemeinden Pilsach und Seubersdorf sowie die Märkte Lauterhofen, Hohenfels, Lupburg und Breitenbrunn sind Mitglieder in einem vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Energieeffizienz-Netzwerk, das vom Institut für Energietechnik betreut wird. Zu Beginn dieses Jahres wurden in den genannten Kommunen von Mitarbeitern dieses Instituts kostenlos Thermografieaufnahmen von Gebäuden gemacht. Am Mittwoch überreichte Anton Riedmayr vom IfE in der Mittelschule Parsberg die Auswertung an die Bürgermeister Josef Bauer (CSU) aus Parsberg, Manfred Hauser (CSU) aus Lupburg, Bernhard Graf (FW) aus Hohenfels, an Johann Lanzhammer (FW) aus Breitenbrunn sowie an die anwesenden privaten Hauseigentümer. Für die anderen vier Gemeinden folgt eine separate Veranstaltung in Velburg. Bauer, zugleich stellvertretender Landrat, bedauerte es, dass relativ wenig Bürger zu der Veranstaltung gekommen waren. Der Breitenbrunner Rathauschef Lanzhammer sprach von einem sehr interessanten und informativen Abend.

In Breitenbrunn kam die Wärmebildkamera am 7. Januar dieses Jahres bei einer Außentemperatur von vier Grad plus an vier privaten Wohnhäusern sowie am Schulgebäude, am Rathaus, am Haus der Musik und an der Heizzentrale am Unteren Markt, die im ersten Stock eine kleine Wohnung beinhaltet, zum Einsatz. Den Aufnahmen war zu entnehmen, dass es an diesen vier kommunalen Gebäuden durchaus Möglichkeiten der thermischen Nachrüstung gibt. Die Aufnahmen des Schulgebäudes zeigten zum Beispiel deutlich erhöhte Wärmeabstrahlungen durch die große Fensterfront über dem Eingangsbereich auf. Festzustellen waren ferner konstruktionsbedingte Wärmebrücken im Bereich der Fensterlaibung und ein deutlicher Wärmeverlust im Bereich des Gebäudesockels und der Kellerfenster.

Am Breitenbrunner Rathaus stellten die Experten unter anderem einen auffallend hohen Wärmeverlust und einen unregelmäßigen Wärmedurchgang im Dachbereich sowie eine deutliche Abstrahlung bei den Fenstern und an der Eingangstüre fest. Ähnlich stellt sich die Situation beim Haus der Musik dar. Hier war zusätzlich von einem unregelmäßigen Wärmedurchgang im Wandbereich und von einer deutlichen Temperaturabgrenzung je Stockwerk die Rede. Und auch in dem Häuschen mit der Heizzentrale war eine hohe Abstrahlung festzustellen. Es gäbe also durchaus Handlungsbedarf, wollte man diese vier Gebäude thermisch optimieren.

Dazu sagte Lanzhammer: "Selbstverständlich werden wir auf Grundlage dieser Untersuchung die Möglichkeiten von Verbesserungsmaßnahmen ausloten. Dabei gilt es aber auch zu prüfen, was bringen solche Maßnahmen, was kosten sie und wie lange würde es dauern, bis sich die Investitionen amortisieren, auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Gebäude nur einen gewissen Zeitraum pro Tag genutzt werden."

Riedmayr ließ es aber nicht nur dabei bewenden, den Vertretern der Kommunen die Gehefte mit den thermischen Untersuchungen zu überreichen. Ausführlich stellte er sich den Fragen der Gäste zu Möglichkeiten der energetischen Sanierungsmöglichkeiten von Wohnhäusern. Anhand einer bebilderten Präsentation zeigte er auf, wie man Rollläden abdichten kann und wann es sinnvoll ist, Fenster zu ersetzen. Ferner erklärte er, mit welchen Dämmmaßnahmen, etwa auf dem Dachboden, im Keller oder einfach nur in Heizkörpernischen, sich die Heizkosten mehr oder weniger deutlich verringern lassen.

Wie man Gebäude richtig lüftet, um der Schimmelbildung rechtzeitig vorzubeugen, war ein weiteres Thema des Treffens. Schließlich zeigte der Fachmann noch, wie sich mit moderner Heiztechnik gehörig Strom sparen lässt. Und weil thermische Verbesserungsmaßnahmen an Gebäuden auch Geld kosten, gab es Tipps zu möglichen Zuschüssen und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten.