Für den Prozess sind zunächst drei Verhandlungstage angesetzt.

Laut Anklageschrift haben sich der Mann und das Mädchen einen Tag vor dem Vorfall kennengelernt. Am Tattag trafen sie sich gegen 22.30 Uhr erneut. Unter einem Vorwand bat er die 14-Jährige, ihn zu seinem Wohnwagen zu begleiten. Auf dem Weg soll er auf das Thema Sex zu sprechen gekommen sein, wobei ihm der Teenager erklärt haben soll, dass man damit warten müsse, bis man sich besser kennt. Ein eindeutiges Angebot lehnte das Mädchen ab. Im Wohnwagen soll der 27-Jährige angefangen haben, das Mädchen zu berühren. Es wollte gehen, ließ sich aber dazu überreden, zu kuscheln. Obwohl das Mädchen immer wieder erklärt haben soll, dass es keine Intimitäten austauschen möchte, hörte der 27-Jährige nicht auf. Er ließ erst von der 14-Jährigen ab, als sie über Schmerzen klagte.

Verteidiger Georg Seidenschwand gab für seinen Mandanten eine Erklärung ab. Demnach habe der 27-Jährige den Teenager am Nachmittag des vermeintlichen Tattags zusammen mit deren Freundin getroffen, als sich die beiden auf Ungarisch - seiner Muttersprache - unterhielten. Man habe sich unterhalten und für den Spätabend verabredet. Nach Angaben des mutmaßlichen Täters soll das Mädchen schon früher immer wieder dort aufgetaucht sein, es soll zum Austausch von oberflächlichen Zärtlichkeiten gekommen sein. Ihr Alter habe die 14-Jährige ihm nicht verraten wollen. Am Abend habe sie auf ihn gewartet. Im Wohnwagen soll der Teenager dem 27-Jährigen erklärt haben, dass sie bereits Erfahrung habe. Zudem habe sie nie Nein gesagt, was er offenbar als Zustimmung wertete. Mit dem Geschlechtsverkehr habe er sofort aufgehört, als sie ihm sagte, dass sie nicht mehr will. Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden, warum er den Besuch des Teenagers in seinem Wohnwagen vor der Polizei zunächst abgestritten habe, gab er an, "total verwundert" gewesen zu sein. Später, so der weitere Vorhalt, habe er zwar zugegeben, dass es im Wohnwagen zu Zärtlichkeiten kam, Weiteres aber bestritten.

Für den Gerichtsvorsitzenden waren die Angaben des Angeklagten nicht schlüssig und beinhalteten etliche Widersprüche. Dennoch baute er ihm eine goldene Brücke: Man könnte überlegen, ob hier keine schwere Vergewaltigung vorliegt. Dann käme unter Umständen eine Strafe von unter zwei Jahren in Betracht, eventuell ausgesetzt zur Bewährung. Voraussetzung wäre aber, dass dem Teenager eine Aussage vor Gericht erspart bleibt. Doch der mutmaßliche Täter blieb dabei: "Sie lügt."