Mendorf: Große Herausforderungen für Imker
Eine große Auszeichnung: Kreisvorsitzender Ferdinand Bugany (v. l.), stellvertretender Bezirksvorsitzender Josef Reithmeier, Heinrich Kreutzer und der Vorsitzende des Imkervereins Mendorf Josef Fuchs. - Foto: Mayer
Mendorf

Als Ehrengäste begrüßte der Vorsitzende Josef Fuchs den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des Bezirks Oberbayern, Josef Reithmeier, sowie den Ingolstädter Kreisvorsitzenden Ferdinand Bugany. Ein Bienenjahr mit verschiedenen Herausforderungen liegt hinter den Imkern. So verwies Fuchs auf den bei den Bienenfreunden unbeliebten Melezitose-Honig, der bis Oktober eingetragen wurde. Dieser kann wegen seiner Kristallisation nicht geschleudert werden. Als Folge davon vernachlässigten gerade die starken Völker die Brutpflege und somit den eigenen Fortbestand. Hinzu kommt die ständige Bedrohung durch die Varroamilbe, die den Bienen zusetzt. Negative Folge davon waren in diesem Winter laut Fuchs schwerwiegende Völkerverluste von teilweise mehr als 50 Prozent.

Die nächsten zwei bis drei Wochen seien noch kritisch für die Immen. Futter kontrollieren und weisellose Völker auflösen waren die Ratschläge von Fuchs an seine Imkerkollegen. Auch der eindringliche Hinweis auf Behandlung der Völker zur Bekämpfung der Varroamilbe war Fuchs wichtig. Entsprechende Mittel können über den Verein bezogen werden.

Sorgen bereiten den Bienenfreunden auch die Wachsverfälschungen, die durch Importe von verfälschtem Bienenwachs aus China verursacht wurden. Beim Kauf von neuen Mittelwänden rät Fuchs zu Vorsicht. Ein eigener Wachskreislauf sei wünschenswert. Das Auskochen der Wabenrähmchen ist eine weitere gemeinsame Aktion, die der Hygiene dient, um weiterhin hochwertige Lebensmittel zu produzieren. Öffentlichkeitsarbeit leistet der Kreisverband Ingolstadt mit seinem Vorsitzenden Ferdinand Bugany bei der Miba, die von 1. bis 9. April in Ingolstadt stattfinden wird. Dort organisiert der Kreisverband den Messestand des Landesverbandes mit Unterstützung des Mendorfer Imkervereins.

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Josef Reithmeier wies auch auf die positive Einstellung der Bürger zur Imkerei hin. Dies zeigt sich unter anderem in der steigenden Zahl von Jungimkern. Auch der Mendorfer Verein begrüßte in den vergangenen Jahren 15 neue Imkerfreunde in seinen Reihen.

Trotzdem haben die Imker laut Reithmeier mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Als Beispiele nannte er das Artensterben, die intensive Landwirtschaft, fehlende Streuobstanlagen und Hecken sowie die teilweise unglückliche Ausgestaltung der Greening-Maßnahmen, die den Landwirten auferlegt werden. Bei all diesen und vielen anderen Problemen, mit denen heutzutage ein Imker zu kämpfen hat, sei es absolut wichtig, sich in Imkervereinen zu organisieren und sich zu engagieren, wie es Heinrich Kreutzer seit 40 Jahre vorbildlich praktiziert hat, so Reithmeier (siehe eigenen Bericht).

Einig waren sich Reithmeier, Bugany und Fuchs über die großartige Bestäubungsleistung der Bienen zu Gunsten der Natur und der Landwirtschaft. Bezüglich einer Honorierung dieser Leistung wollen sie auch weiterhin den Dialog mit der Politik suchen.