Laimerstadt: Für junge Küchenchefs und Entdecker
Eine Limeswanderung unternahmen 30 Kinder, zum Teil mit ihren Eltern, unter Leitung des Obst- und Gartenbauvereins Laimerstadt.
Laimerstadt

LIMESWANDERUNG

Genau 30 wissbegierige Kinder trafen sich zum Ferienprogramm des Obst- und Gartenbauvereins Laimerstadt-Ried unter der Leitung der Jugendbeauftragten Jutta Besl, um den naheliegenden Limes näher zu erkunden. Auch mehrere interessierte Eltern waren gekommen. Es war der Start der geplanten Limeswanderungen quer durch den Markt Altmannstein.

Die Kinder erfuhren gleich zu Beginn altersgerecht Wissenswertes über das Unesco-Weltkulturerbe, zum Beispiel die wörtliche Bedeutung "Grenzweg", aber auch, dass Disziplin eine typisch römische Eigenschaft war, die auch Besl während der kommenden zwei Stunden von den Mädchen und Buben benötigte. Sodann ging es zum nahe an Laimerstadt vorbeilaufenden Limes. Bald merkten die jungen Forscher an, was sie momentan von der Steinmauer erkennen konnten: nämlich nichts. Die Antwort Besls war, dass ganz häufig vom Limes nur noch unterirdisch etwas zu erkennen sei, dafür oft schnurgerade.

Besl veranschaulichte den Kindern, dass vor etwa 1800 bis 1900 Jahren die Germanen auf der einen den Römern auf der anderen Seite gegenüber standen. Aber auch, dass - wenn kein Krieg geführt wurde - durchaus freier Handel zwischen den beiden Völkern stattfand. Manch germanischer Stamm begab sich sogar gern unter römische Führung, denn diese brachte - bis heute im Alltag ersichtlich - auch viel Gutes: Verkehrsnetze, Wasserversorgung, aber auch Rechtsverständnis und ein soziales Netz. Auch die Sage von der Teufelsmauer durfte an dieser Stelle zwischen den Feldern nicht fehlen.

Nun durfte die Probe aufs Exempel gemacht werden: Die Mädchen machten sich auf zum nächsten Turm, die Buben warteten. Sobald die Burschen die Verständigung per Winkzeichen, dem früheren Sinn der Wachtürme, vernommen hatten, durften auch sie losstürmen.

Besl erzählte den Kindern, wie lange die Limesstrecke durch den Markt Altmannstein führt (knapp 18 Kilometer), wie viele Türme daran entlang gebaut waren (26) und auch, dass die Limesmauer kurz vor Hienheim wegen der Donau endet. Hier durften sie sich bildlich vorstellen, dass im nur wenige Kilometer entfernten Kastell Abusina in Eining Archäologen auch heute noch nach Fundstücken suchen, indem sie Maulwurfshügel inspizieren.

Gemeinsam wurde das Bodendenkmal nun im Wald weiter verfolgt. Es ging für die Expedition über ein Brücklein und durch einen Graben, zwischen Brombeeren und an mancher Brennnessel vorbei. Schön langsam wurden zwischen vielen Wurzeln die Steine mehr, bis endlich der Rest einer Turmruine entdeckt wurde. Hier gab es die wohlverdiente Brotzeit. Jetzt war es auch nicht mehr weit bis zum rekonstruierten Römerturm nahe Hienheim, der von der ganzen Gruppe erklommen wurde. Die vom Obst- und Gartenbauverein bereit gestellten Getränke und Brezen sowie das frische Obst aus dem Garten fanden reißenden Absatz.

Ihr Informationsmaterial erhielt Besl durch den örtlichen Fremdenverkehrsverein und aus dem Film über den Limes, der neben anderem Filmmaterial im Altmannsteiner Marktmuseum zu sehen ist. Erstrangig ging es Besl um eine gemeinsame Wanderung, bei der die Kinder den Limes als Ganzes begreifen können, wodurch in den Kindern durchaus das Interesse am Weltkulturerbe Limes geweckt werden könnte. Schon jetzt werden jederzeit Helfer gesucht, die den Limes pflegen und von Unkraut und Bewuchs freihalten. Nächstes Jahr wird im Ferienprogramm bei der Limeswanderung erneut von Laimerstadt aus losgegangen, dann in Richtung Hagenhill.

MARMELADE KOCHEN

Auf große Beliebtheit stieß das Angebot des Vereins "Würde im Alter" in Hagenhill. Im Rahmen des Ferienprogramms kochte Katharina Weber mit den Kindern im alten Schulhaus Marmeladen. Nachdem die Plätze schnell ausgebucht waren, beschlossen die Organisatoren, noch einen zweiten Termin zum Marmelade kochen anzubieten. Dieser findet am 22. August von 13 bis 15 Uhr statt. Die Anmeldemöglichkeit ist bereits im Onlinesystem freigeschaltet.

Mit großem Eifer machten sich die zehn Mädchen und Buben daran, Aprikosen kleinzuschneiden. Zusammen mit Zucker kamen diese in einen großen Topf - und ja das Rühren nicht vergessen. Kein Wunder, dass bei dem Duft in der Küche auch schon mal am Finger geschleckt und genascht wurde. Die heiße, süße Marmelade füllten Katharina Weber und die Kinder in kleine Marmeladengläser, die dann auf den Deckel gestülpt wurden. "Kommen da auch unsere Namen drauf", fragte ein Mädchen. Schon zauberte Katharina Weber einen Bogen mit Aufklebern für die Gläschen hervor, von denen jedes Kind seinen eigenen gestalten durfte. "Vorsicht beim Aufkleben, das ist noch heiß", warnte sie.

Anschließend gab es für alle Kinder, aber auch für die Besucher der Tagespflegeeinrichtung Pausenhof, die sich in dem Gebäude befindet, selbst gebackenen Stollen mit leckerer Marmelade darauf. Dazu Kaffee - oder Kakao für die Kinder. "Bei so vielen Helfern ist das richtig schnell gegangen", zeigte sich sogar Katharina Weber erstaunt, wie schnell die Marmelade fertig geworden war. Die Jugendbeauftragte Jutta Besl erklärte den Kindern, dass die zwei Hände auf dem Logo das Symbol des Vereins "Würde im Alter" seien. Eine gebende und eine nehmende Hand.

Da die Kinder so fleißig mitgeholfen hatten, durften sie gleich drei Gläser mit Marmelade mit nach Hause nehmen. Die Aprikosenmarmelade, aber auch eine Marmelade mit Erdbeere, die die Vereinsmitglieder schon in den vergangenen Tagen gekocht hatten.