Kinding: Viel Lob von der Ministerin
Aufmarsch der Politprominenz: Festrednerin Ilse Aigner (Mitte) wurde von der Politprominenz beim Neujahrsempfang in Kinding willkommen geheißen.
Kinding

Familiennachzug von Flüchtlingen, Finanzen und ein ausgeglichener Haushalt, keine Steuererhöhungen, dafür die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, Mittelstand stärken, Grundrente und Mütterrente nachbessern, Krankenversicherung einer Bürgerversicherung vorziehen, die Bildungspolitik und ein leistungsfähiges, vielschichtiges Schulsystem beibehalten, Arbeitsplätze schaffen und die Lohnnebenkosten im Rahmen halten: Ilse Aigner nutzte den Jahresempfang der Altmühl-Jura-Gemeinden, zu dem die Kindinger Fosanegl sie mit lautem Goaßlschnalzen begrüßten, um ihren Standpunkt und den ihrer Partei in vielen Bereichen deutlich zu machen. Dabei gab Aigner aber auch zu: "Ich habe es sehr bedauert, dass die Jamaika-Koalition gescheitert ist. Dass nun dieser zweite Versuch einer Koalition gelingt, dazu haben wir alle einen großen Beitrag geleistet, denn Koalition bedeutet immer, einen Kompromiss zu finden." Die Altmühl-Jura-Region erhielt viel Lob von der Ministerin. "Ihre Region ist so beliebt wie sonst kaum etwas und Ihre Heimatliebe aus jeder Pore zu spüren. Sie machen sich gemeinsam für alle stark. Es schaut nicht jeder nur auf seinen eigenen Kirchturm, das zeichnet Sie sehr erfolgreich aus", sagte Aigner und hob hervor, dass nicht nur Gastronomie und Landwirtschaft mit regionalen Produkten sowie die Landschaftspflege unverzichtbar zum Altmühltal gehörten, "sondern es funktioniert hier auch, dass in den Gemeinden Arbeitsplätze direkt vor Ort geschaffen werden". 2018 werde ein Jahr, blickte Aigner voraus, in dem kaum jemand um seinen Arbeitsplatz Angst haben müsse. "Eher noch müssen Arbeitgeber Angst haben, keine Arbeitnehmer zu finden."

Regionale Arbeitsplätze waren auch für die Kindinger Bürgermeisterin Rita Böhm (CSU), die als Gastgeberin dieses Jahr den Neujahrsempfang mit Hilfe des Elternbeirats und des Hausmeisters der Kindinger Schule sowie des Heimatvereins Rundeck Erlingshofen und vielen weiteren Helfern ausrichten durfte, ein wichtiges Thema. "Wir haben in den vergangenen 15 Jahren in unserem Ortsteil Haunstetten ein Gewerbegebiet mit rund 300 Arbeitsplätzen geschaffen, überwiegend mit Firmen, die Existenzgründer aus unserer Gemeinde oder der nahen Region waren", sagte sie. Altmühl-Jura sei für sie die Basis für interkommunale Zusammenarbeit und damit auch tragende Säule für Leaderprojekte und Regionalmanagement.

Der Eichstätter Landrat Anton Knapp (CSU) bedankte sich bei der "kommunalen Familie" für die gute Zusammenarbeit, genauso bei allen Ehrenamtlichen, ohne die viele Ideen nicht verwirklicht werden hätten können. Die Beschäftigungssituation und die Finanzen seien gut, die Arbeitslosenzahlen niedrig, "Schulen, Kliniken und Verkehrswege profitieren davon und damit auch die Bürger", so Knapp. Während der Vorsitzende von Altmühl-Jura, Manfred Preischl (Gredinger Bürgermeister, FW), die Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft, darunter auch Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl, Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel, Bezirksrat Reinhard Eichiner (alle CSU) sowie viele Bürgermeister und Stadtverantwortliche der Altmühl-Jura-Gemeinden Altmannstein, Beilngries, Berching, Breitenbrunn, Denkendorf, Dietfurt, Greding, Kinding, Kipfenberg, Mindelstetten, Titting und Walting begrüßen durfte, übernahm der zweite Vorsitzende von Altmühl-Jura, Andreas Brigl (Tittinger Bürgermeister, CSU) das Schlusswort. "Wir werden uns weiter mit voller Kraft für die interkommunale Gemeinschaft einsetzen", versprach er und forderte auf: "Wenn Sie Ideen haben, gehen Sie auf uns zu." Der Ministerin dankte Brigl, dass "Sie Ihre Augen und Ohren am Menschen haben, zuhören und entsprechend handeln", forderte aber auch: "Es müssen nun schnellstens stabile Verhältnisse geschaffen werden", denn nur so gebe es Vertrauen und Respekt für die Politik.

Für die scheidende Leader-Koordinatorin Irmgard Neu-Schmid hatten Preischl und Brigl noch ein Abschiedsgeschenk, dann trug sich Ilse Aigner in das Goldene Buch der Gemeinde Kinding ein. Zu Klängen der Kindinger Dorfmusikanten, die den Neujahrsempfang musikalisch umrahmten, ging es schließlich zum gemütlichen Teil des Abends mit Büffet und Gesprächen über.