Kemnathen: Große Spende von kleinem Verein
Stattlicher Betrag: Die Vorsitzende des Frauenkreises, Sonja Gromann (2. von rechts), ihre Vorgängerin Monika Goldhacker-Paulus (2. von links) und Ernestine Weigert (rechts) überreichten 3500 Euro an Pfarrer Konrad Weber und Kirchenpfleger Xaver Sutor (links) - Fotos: Sturm
Kemnathen
56 Mitglieder zählt der Frauenkreis mit seiner Vorsitzenden Sonja Gromann. Mit diversen Veranstaltungen und Aktionen das ganze Jahr über, wie Weinfest, Grillfest oder den Verkauf von selbst gebundenen Palmbüscheln, sorgen die einfallsreichen Frauen für Einnahmen in die Vereinskasse. Diese Einnahmen werden regelmäßig und zu einem großen Teil sozialen Zwecken zugeführt. So wurde zum Beispiel bereits für die Mission gespendet, für die Sanierung des Pfarrhofs oder für die Beschaffung von Kirchenteppichen. Jetzt gab es Geld für die Renovierung der Kirche St. Walburga. Die erst kürzlich gewählte Vorsitzende Sonja Gromann, ihre Vorgängerin Monika Goldhacker-Paulus und Ernestine Weigert überreichten den stattlichen Betrag von 3500 Euro an Pfarrer Konrad Weber und Kirchenpfleger Xaver Sutor. Pfarrer Konrad Weber freute sich über die Spende und sagte voller Anerkennung: „Ein solch beachtlicher Betrag von einem relativ kleinen Verein, das verdient Bewunderung.“

Die 3500 Euro kann die Kirchenverwaltung gut gebrauchen. Seit Anfang Juli ist das Gotteshaus in Kemnathen innen und außen eingerüstet. Hauptsächlicher Grund für die jetzige Sanierung sind die Schäden am original barocken Dachstuhl, der sich seit der Kirchenweihe vor 272 Jahren in nur unwesentlich verändertem Zustand präsentiert hatte. Schon vor mehr als 100 Jahren wurden nachweislich Schäden an den Deckenbalken erkannt und teilweise ausgebessert. Jetzt war eine Generalsanierung notwendig, verbunden mit einer kompletten statischen Sanierung der Kirche.

Wie Architekt Weigert berichtete, ist die statische Sanierung des Dachstuhls in weiten Teilen bereits abgeschlossen. Lediglich im Chorbereich gelte es noch kleinere Schäden zu beheben. Die Spenglerarbeiten sind auch schon in weiten Teilen erledigt, beispielsweise wurden bereits die neuen Dachrinnen angebracht. Die Dacheindeckung ist teilweise schon fertig.

Die Kirche St. Walburga ist auch innen ein Schmuckstück, und so wurde auch die komplette Raumschale einer Überprüfung unterzogen. In den nächsten Tagen wird ein Restaurator zum Beispiel mit der Sanierung der Stuckdecke beginnen. Die Deckenfresken mit Heiligenszenen dürften wohl vom Eichstätter Hofmaler Johann Michael Franz stammen, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig war. Risse im Mauerwerk müssen – dort wo es erforderlich ist – noch verpresst und die Wände neu getüncht werden. Da die letzte Innenraumsanierung schon gut 30 Jahre zurückliegt, werden auch die Ausstattung der Kirche, der Hochaltar mit seinen vier Säulen, das Altarblatt, das St. Walburga und zu ihren Füßen eine Ansicht von Breitenbrunn zeigt, gereinigt und Fehlstellen werden ausgebessert. Zum guten Schluss wird der Außenputz saniert und das Gotteshaus bekommt einen neuen Anstrich verpasst. Bis zur Kirchweih am 1. Mai dürfte auf jeden Fall das Gerüst im Inneren des Gotteshauses abgebaut sein und im Sommer wird die Kirchensanierung voraussichtlich ihr Ende finden. Die Kosten dafür werden voraussichtlich zwischen 380 000 und 400 000 Euro liegen. Die Diözese Eichstätt wird 65 Prozent der Kosten tragen. Neben der Katholischen Kirchenstiftung Kemnathen werden sich außerdem wahrscheinlich die Bayerische Landesstiftung, der Landkreis Neumarkt, das Landesamt für Denkmalpflege und natürlich auch die Marktgemeinde Breitenbrunn an den Kosten beteiligen.