Im Stromnetz der SWK traten am Dienstag zwei Kabelfehler auf, die in der Folge zwischen 14.56 und 18.33 Uhr zu einem Stromausfall in Teilen des Stadtgebietes von Kelheim und in den von der SWK stromversorgten Ortsteilen führten. Gegen 13.30 Uhr ereignete sich laut SWK auf der 20kV-Kabelleitung zwischen der Trafostation Stadtwerke und der Trafostation Sandfeldstraße ein Erdschluss. Von diesem Kabel fiel eine von drei Phasen aus. Der Strom wurde dann über die verbleibenden zwei Phasen geleitet. Zu diesem Zeitpunkt war die Stromversorgung nicht unterbrochen. Der Erdschluss hatte aber einen Dominoeffekt ausgelöst.

Durch die Überbeanspruchung der verbleibenden zwei Phasen kam es gegen 14.56 Uhr zu einem Doppelerdschluss, sprich Kurzschluss, im Bereich der Kabelstrecke zwischen den Trafostationen Regensburger Straße und Hohenpfahlweg. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist im Umspannwerk Saal/Donau, das vom vorgelagerten Netzbetreiber galvanisch getrennt ist, der Leistungsschalter gefallen. Das hatte zur Folge, das weite Teile der Kreisstadt Kelheim (Affecking, Bauersiedlung, Gronsdorf, Innenstadt) sowie die Ortsteile Weltenburg, Staubing und Stausacker ab diesem Zeitpunkt spannungslos waren. 

Im Zuge des flächendeckenden Stromausfalls kam es auch in der Wasserversorgung im Bereich Weltenburg zu Versorgungsengpässen. Hintergrund war, dass der Hochbehälter Weltenburg 2 gerade an diesem Tag gereinigt worden ist. Aus diesem Grund wies der Füllstand nur eine geringe Menge auf. Durch den Strom- und damit verbundenen Pumpenausfall war ein Auffüllen nicht möglich. Gegen 16.15 Uhr verständigte der Krisenstab der SWK die Feuerwehr, um das vorhandene Notstromaggregat dorthin zu fahren. Das wurde nicht notwendig, da die Stromversorgung im Bereich Weltenburg ab 16.50 Uhr wieder hergestellt werden konnte. Im Zeitraum von 14.56 bis ca. 18.40 Uhr war die Wärmelieferung unterbrochen. Durch den Stromausfall war auch die Steuerung des Biomasseheizkraftwerkes ausgefallen, das Hochfahren dieser Steuerung war nicht möglich. Daneben wurde durch den Stromausfall ein Relais beschädigt.

Die Wärmeversorgung wurde anfangs durch die vorhandene Heizzentrale im Bauhof wiederhergestellt und man konnte damit sicherstellen, primär wieder die Goldberg-Klinik mit Wärme zu beliefern. Aufgrund des lang anhaltenden Stromausfalls war die Vorlauftemperatur im Wärmenetz von nahezu 85 Grad auf unter 30 Grad gefallen. Die kalten Außentemperaturen beschleunigten diesen Wärmeabfall. Durch die Heizzentrale im Bauhof konnte die Vorlauftemperatur relativ schnell auf über 60 Grad hochgefahren werden.

Der Normalzustand war erst in den frühen Morgenstunden wieder hergestellt. Die SWK werden nun zusammen mit einem Tiefbaudienstleister die Kabelfehler beheben. Dabei werde sich die Ursache der Kabelfehler zeigen, so die Stadtwerke.

"Der lang anhaltende Stromausfall hat der Kreisstadt Kelheim gezeigt, wie wichtig die Stromversorgung sowie die Wasser- und Wärmeversorgung für ein funktionierendes System in unserer heutigen Zeit ist. Das bei der SWK im Jahr 2017 überprüfte technische Sicherheitsmanagement hat sich bewährt", so die SWK weiter. Alle verfügbaren Mitarbeiter im technischen Servicebereich, an der Leitzentrale als auch an der Telefonzentrale haben geholfen, die nicht ganz einfache Situation zu bestehen. "Die SWK bedankt sich ausdrücklich bei dem durch die Feuerwehr Kelheim einberufenen Krisenstab unter der Leitung von Landrat Martin Neumeyer, Bürgermeister Horst Hartmann sowie den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr für die umsichtige, professionelle und zielorientierte Koordination."