Jachenhausen: Von Nigeria auf die Jurahöhen
Neuer Geistlicher: Pfarrer George Oranekwu aus Nigeria hat die Pfarrei St. Oswald Jachenhausen zum 1. Februar übernommen. - Foto: Wirth
Jachenhausen

Eigentlich befindet sich Pfarrer George Oranekwu noch bis August im sogenannten Sabbatjahr, einer Ruhezeit. Durch den plötzlichen Weggang von Pfarrer Friedrich Teetz aber teilte ihm die Diözese diese frei gewordene Stelle zu. Ein Jahr war der afrikanische Priester zuvor in der Pfarreiengemeinschaft Stallwang/Loitzendorf/Wetzelsberg im Bayrischen Wald als Pfarrvikar zur besonderen Verwendung eingesetzt. Bei den Gottesdiensten am ersten Februarwochenende stellte sich der Geistliche aus Nigeria den Gläubigen in seiner neuen Wirkungsstätte auf den Jurahöhen vor.

Bereits in der Kindheit weckte sein Vater durch seine Erzählungen in ihm das Interesse am Priesterberuf. Gerne wäre sein Vater selbst Priester geworden, allerdings musste er diesen Wunsch an seine sechs Söhne weitergeben. Der junge George nahm sich dessen an, trat ins Priesterseminar ein und wurde 1994 zum Diakon geweiht. 1995 erfolgte die Priesterweihe. Ein Jahr später kam George Oranekwu nach Deutschland, um in katholischer Theologie zu promovieren. Nach einem siebenmonatigen intensiven Deutschkurs schrieb er sich an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar (Rheinland-Pfalz) ein. 1999 schloss er das Studium ab, 2002 seine Doktorarbeit. Im Jahr 2007 kehrte er in seine Heimat Nigeria zurück. Obwohl er fast zehn Jahre dort verbrachte und erst seit Januar 2017 wieder in Deutschland ist, spricht Pfarrer George Oranekwu ein sehr gutes Deutsch. Der 53-Jährige hatte in der Vergangenheit schon viele Länder in Europa, fast alle Staaten der USA und auch Australien bereist. Andere Kulturen kennenzulernen, zählt ebenso zu seinen Hobbys wie das Lesen.

Im vergangenen Monat Januar besuchte er seine Familie im Süden Nigerias, leider aus einem traurigen Anlass. Nachdem seine Eltern und zwei seiner sieben Geschwister bereits gestorben sind, musste er nun einen weiteren Bruder zu Grabe tragen. Jetzt muss sich Pfarrer George Oranekwu erst wieder an die winterlichen Temperaturen hier in Deutschland gewöhnen, denn in Nigeria hat es derzeit an die 30 Grad. Bis Ende August ist Pfarrer George der Pfarrei Jachenhausen zugeteilt, um diese mit Unterstützung der kirchlichen Gremien zu leiten. Zu seinem Amtsantritt äußerte er den Wunsch, dass die Eltern ihren Kindern den Glauben weitergeben mögen, ähnlich wie es ihm widerfahren ist.

Insbesondere für die Kinder hat er ein großes Herz, wie sich beim Gottesdienst am Faschingssonntag zeigte, den der Kinderchor musikalisch gestaltete. Er beschenkte alle Kinder mit Süßigkeiten.