"Ein erster Schritt"

Es klingt fast wie das Happyend einer Geschichte. Da löst das Bankhaus erst seine Filiale in Riedenburg auf, um nun zurückzukehren – und sich sogar wieder im selben Gebäude einzumieten. Doch während die Bank damals die H äuser Nummer neun und elf bezogen hatte, soll nun ein Teil von Nummer elf reichen.

Vermutlich ab 3. Juli werden den Kunden in Riedenburg ein Kontoauszug-Drucker und ein Geldautomat zur Verfügung stehen. SB-Zone heißt diese Kombination im Fachjargon. Außerdem w erde ein Büroraum für Beratungsgespräche eingerichtet.

Eine Filiale will die Hypo-Vereinsbank (HVB) im Moment nicht eröffnen, wie der Kelheimer Bankchef Armin Rettinger unserer Zeitung erklärt . Und doch nennt er das aktuelle Vorhaben "einen ersten Schritt".

Ist der zweite Schritt vielleicht doch wieder eine Filiale? Rettinger gibt sich diplomatisch. "Die längerfristigen Planungen wären, wenn unser Angebot entsprechend angenommen wird, dass wir vielleicht wieder darüber nachdenken", sagt er. "Aber nicht nächstes oder übernächstes Jahr." Klar sei jedenfalls, dass mit dem Einrichten dieser SB-Zone "nicht sämtliche Überlegungen abgeschlossen sind".

Die HVB , die seit vergangenem Jahr zur Uni-Credit-Group gehört, "untermauert mit der Neueröffnung der SB-Zone ihren Anspruch als Bank der Regionen und stärkt damit ihr Geschäft in Riedenburg", so Rettinger. Er freue sich, dass der Geldautomat der Hypo-Vereinsbank dann der einzige von der Cash-Group im Ort sei – das ist ein Zusammenschluss von HVB, Deutscher Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank, der es deren Kunden er möglicht, kostenlos Bargeld abzuheben.

Rettinger: Stadt hat blockiert

Besonders willkommen dürfte der Automat den Kunden der Postbank sein, die sonst nach der Schließung der hiesigen Postbank-Agentur ab 30. Juni keine Möglichkeit mehr gehabt hätten, gebührenfrei Geld abzuheben.

Als Standort für die Automaten hatte die HVB übrigens auch das Gewerbegebiet Aicholding im Visier – doch weil die Stadt diese Bemühungen abgeblockt habe, ließ die Bank den Plan bald wieder fallen, beton t Rettinger.

Aber diese Querelen hat die Hypo-Vereinsbank abgehakt und blickt nach vorne. Künftig soll es laut Rettinger darum gehen, den "über 1000 Kunden aus dem Raum Riedenburg", die das Geldinstitut immer noch in seiner Kartei habe, wieder Service vor Ort zu bieten. Damals, bei der Schließung der Riedenburger Filiale, hätte die HVB weit weniger Kunden verloren als befürchtet. "Etwa zehn Prozent" kehrten dem Haus laut Rettinger den Rücken – in vergleichbaren Fällen seien es oft bis zu 50 Prozent, weiß der Kelheimer Filialleiter.

Und auch zur Schließung von damals hat Armin Rettinger eine klare Meinung: "Eine Filialschließung Riedenburg hätte unter heutigen Gesichtspunkten so nicht stattgefunden."