Eining: Schlachtenlärm und Lagerleben
Heftige Schaukämpfe lieferten sich die Gladiatoren in originalgetreuen Rüstungen bei den Römertagen in Eining.
Eining
Mehr als 10 000 Besucher aus der gesamten Region ließen sich unter dem Schlagwort „Salve Abusina“ von Führungen durch das Kastell, Vorführungen und Vorträgen faszinieren. Bei Modeschauen erfuhren sie über die Kleidung der Römer und Germanen, nahmen Einblick in die Heilkunst der damaligen Zeit, schauten beim römischen Pferdetraining und dem Aufmarsch der Legionäre zu. Anhand von Originalfunden aus der Region bot die Kunsthistorikerin Ulrike Ziegler Archäologie zum Anfassen.

An nachgebauten römischen Pfeilgeschützen wurde auf Strohscheiben geschossen. Alle zwei Stunden hielt die Legio III beim Feldzug Provinzia Raetia im Wechsel mit einer Kriegerphalanx der Kelten die Zuschauer in Atem. Germanische Krieger demonstrierten mit Feuerstrahl und -stein die Kunst des Feuermachens vor 2000 Jahren, und in den diversen Lagern von Legionären und Germanen gab es seltene Waffen und Rüstungen. Die Kinder hatten ihren Spaß bei verschiedenen Mitmachaktionen wie Töpfern, Holzperlendrechseln, Togawickeln und Mosaiklegen. Stilgetreu gehalten war auch das kulinarische Angebot in Bayerns einzigem römischen Biergarten. Wer Genaueres über die römische Küche erfahren wollte, der konnte sich bei Vorträgen und Kostproben unter anderem über den Würzwein Mulsum, die Fischsoße Garum und den Schafskäse Moretum schlaumachen.

Die Römertage „Salve Abusina“ wurden vor drei Jahren ins Leben gerufen, nachdem der Limes samt Militäranlagen 2005 zum Weltkulturerbe ernannt worden war. Sie finden jedes Jahr im August statt. Veranstalter sind die Stadt Neustadt und die Tourist-Information Bad Gögging. Organisiert werden die Tage von der Stadtmaus in Regensburg.

Im ersten Jahrhundert nach Christus war Abusina Teil einer ersten Kastellkette entlang der Donau. Im zweiten und dritten Jahrhundert zählte die Befestigung zu den Grenzanlagen des Obergermanisch-Raetischen Limes. Um 430 ging das Kastell in einer Brandkatastrophe unter. Gleichzeitig endete die systematische Überwachung der Donau durch römische Grenztruppen.