Burg: Zugabe auf Burg Prunn
Kriemhild als Rachegöttin: Die Schauspielerin Viktoria Lewowsky tritt noch bis zum 14. Oktober an jedem Wochenende in einem Stück über die Nibelungen auf, das auf Burg Prunn aufgeführt wird. Lewowsky schlüpft dabei in mehrere Rollen. „Es macht viel Spaß, diesen Figuren Charisma zu verleihen“, sagt sie - Foto: Rast
Burg
Am 2. Juni feierte das Schauspiel auf einer Bühne unter dem mächtigen Dachstuhl der Burg Premiere. Seitdem schlüpft die professionelle Schauspielerin Viktoria Lewowsky an jedem Wochenende in mehrere Rollen. Sie spielt Kriemhild, Gunther, Siegfried und den verschlagenen Mörder Hagen von Tronje in einer Person.

„Es fing alles klein an, aber es kamen unerwartet viele Besucher und ich musste zahlreiche Zusatzvorstellungen geben“, berichtet die junge Frau. Die Vorstellungen seien bei aller Routine nie langweilig geworden, die Reaktionen des Publikums immer wieder überraschend gewesen. „Ich konnte mich immer wieder für das Stück begeistern.“ Zudem strahle die Burg Prunn natürlich ihren eigenen Charme aus. „Man baut beim Spielen eine geschichtliche Verbindung auf.“

Lewowsky, die aus der Nibelungenstadt Worms stammt, lebt derzeit in München. Sie hatte sich nach einer Ausschreibung für die Rolle beworben und sich gegen zahlreiche Kolleginnen im Casting durchgesetzt. „Leider gibt es immer viel zu wenige Jobs für uns Schauspieler“, bedauert sie. Deshalb sei sie froh über dieses Engagement. Wie es nach dem außergewöhnlichen Einsatz im Altmühltal weitergeht, weiß sie noch nicht. Derzeit habe sie einige kleinere TV-Geschichten am Laufen.

Allerdings habe sie zu Beginn der Aufführungen Respekt vor der Herausforderung empfunden. „Das sind mehrere Rollen gleichzeitig und Alleinunterhalterin war ich bislang noch nie. Ich war gespannt, wie ich das hinkriege.“ Ihre One-Woman-Show brauche hohe Konzentration und sauge viel Energie aus ihr heraus, hat sie im Laufe der Wochen festgestellt. „Aber es hat viel Spaß gemacht, den Figuren Charisma zu verleihen.“ Zudem habe sie die Freiheit genossen, während des Spiels immer wieder neue Nuancen auszuprobieren.

Viktoria Lewowsky ist bewusst, dass sie auf Burg Prunn ein ganz anderes Publikum unterhält, als auf den Theaterbühnen auf denen sie sonst agiert. Natürlich nähmen die Leute das Stück im Paket mit der Besichtigung der Burg mit. „Aber es hat auch schöne Seiten, ein Laien-Publikum gut zu unterhalten.“ Viele Besucher hätten ihr danach berichtet, dass sie den Entschluss gefasst hätten, wieder öfter ins Theater zu gehen. Das sei ein wunderbares Kompliment.

Trotz der aufwendigen Technik seien größere Pannen ausgeblieben. „Die kleineren überspiele ich – darin bin ich ein geschickter Fuchs.“

Wegen des großen Erfolgs geht das Schauspiel auf der Burg in die Verlängerung. Nach Auskunft der Schlösser und Seenverwaltung ist es noch an diesem und an den beiden kommenden Wochenenden jeweils am Samstag und Sonntag um 14.30 Uhr zu sehen. Zudem wurde für den Tag der Einheit am 3. Oktober eine Extra-Vorstellung anberaumt. Der Schlussvorhang fällt am 14. Oktober. Denn danach dürfte es unter dem Dach der Burg zu kalt werden.