Breitenbrunn: Über 30 Gruppen voller Kreativität
Beim Faschingszug in Breitenbrunn bewiesen die Wagenbauer und Fußgruppen großen Einfallsreichtum. Indianer, Chaos-Queens und viele andere präsentierten aufwendige Kostüme. - Fotos: Sturm
Breitenbrunn

Den Närrinnen und Narren am Marktplatz wurde mit fetziger Stimmungsmusik eingeheizt. "Helau, Helau" und "Humba, humba, tätärä" hallte es durch die Straßen des Marktfleckens. Ob im Gaudiwurm oder bei den Menschen entlang des Zuges, überall waren bunte Maschkerer zu sehen. Toll verkleidete und geschminkte Mädchen und Buben verfolgten das Geschehen mit großen Augen. Die Zugteilnehmer ließen einen süßen Regen in Form von Bonbons oder Tütchen mit Gummibärchen auf die Zuschauer niederprasseln. In den Bars, Faschingszelten, Kaffeestuben und Wirtshäusern wurde kräftig gefeiert und auf der Bühne vor dem Haus des Gastes zog die Prinzengarde eine tolle Show ab.

Auf einem Prunkwagen und später ebenfalls auf der großen Bühne nahm das Dreigestirn die Huldigungen seiner Untertanen entgegen. Prinz Andreas I. fasste seine Eindrücke vom kurzen und knackigen Fasching im Sternstecherreich so zusammen: "Mein Amt ist mitunter stressig, macht aber viel Freude. Man lernt viele Menschen kennen und spürt, wie sich diese auf den Fasching freuen. Das wird mir immer in guter Erinnerung bleiben." Prinzessin Carmen I. rief kurz vor Ende ihrer Regentschaft die jungen Paare in der Marktgemeinde dazu auf, sich um den Kindersegen zu kümmern, damit vielleicht sogar die Mittelschule wieder in den Markt Breitenbrunn zurückkehren kann. Hofmarschall Andreas schließlich verpasste es nicht, seine Gardemädchen zu loben: "Die waren nicht nur alle nett und hübsch, sondern auch recht folgsam."

Pünktlich 121 Minuten nach dem Läuten der Mittagsglocke setzte sich von der Dürner Straße her der sensationelle Faschingszug in Bewegung, humorvoll und informativ präsentiert von Franz Kraus und Josef Kellermeier. In blauen Uniformen und mit Pickelhelm beziehungsweise als Cowboys gaben die Musikanten der Blaskapellen aus Mühlbach und Breitenbrunn den Marschtakt für die mehr als 30 Gruppen vor. Den Anfang machten herrliche Fantasie-Kostüme in den schillernden Farben des Regenbogens. Munter, bunt und heiter ging es weiter mit Clowns, den feuerroten Drachen und prächtig gewandeten orientalischen sowie indischen Frauen und Männern. Chaos-Queens präsentierten sich im Silberlook der Zukunft, Dunkelmagier und Punker zogen an den Schaulustigen vorbei und die Voglwüden waren mit Reifen, Hut und weinrotem Frack als Dompteure mit von der Partie. Die Zamgwürfelten machten in knalligen Kostümen ihrem Namen alle Ehre. Ein mächtiges "Bieratenschiff" erwies sich auch bei Wind und Wetter als unsinkbar.

Was sich die Wagenbauer und Fußgruppen so alles einfallen ließen, war äußerst kreativ. Micky Maus zum Beispiel hatte jede Menge süße Mäuse in rot-weißen Kleidchen dabei. Bienen und Laubfrösche protestierten lautstark gegen Glyphosat. Die letzten Erben von Pierre Brice hatten ihr Wigwam dabei und der Wagen bunter Clowns war mit zahlreichen Luftballons beladen. Eine Gruppe war schöner als die andere, zum Beispiel die lustigen Trolle auf ihren futuristischen Rädern, die Duff-Men oder eine Bobmannschaft aus Jamaika. Auf einem Wagen war mit Lucky Luke der schnellste Revolvermann des Westens dabei. Die Daltons saßen im Gefängnis. Schneemänner mit dicken Schals passten sich der Witterung an, vorgestellt wurde das neue Skizentrum in Rasch samt Pistenplan. "Berlin staunt und schaut, wie schnell Hamberg einen Flughafen baut", hieß es bei den Piloten. Die hatten nicht nur Stewardessen mitgebracht, sondern ein Flugzeug der Hamberg-Air. Müllentsorger machten sich über das Dilemma mit der Großen Koalition in Berlin lustig. "Eine GroKo aus SPD und Union ist Alternativlos", hieß es da. Den krönenden Abschluss des von Jubel und Beifall begleiteten Faschingszuges bildeten neben Dreigestirn und Prinzengarde in grün und schwarz gekleidete Schlangenbeschwörer und Schlangenbeschwörerinnen. Bei denen wollte sicher so mancher gerne eine Kobra sein.