Breitenbrunn: Erinnerungen an anno dazumal
Auf großes Interesse stieß die Vernissage zur Ausstellung "100 Jahre - 100 Bilder". - Foto: Sturm
Breitenbrunn

In Berching, Beilngries, Dietfurt und Greding hat die Wanderausstellung mit historischen Fotos aus den Jura-2000-Gemeinden schon gastiert. Derzeit findet sie mit 31 Bildern im Tilly-Schloss in Breitenbrunn ihre Fortsetzung und zugleich ihren Abschluss.

Lanzhammer begrüßte zur Vernissage viele Gäste. Dazu zählten der Initiator der Ausstellung, Leonhard Beitler aus Beilngries, die Vorstandsmitglieder von Jura 2000, Josef Köstler und Robert Auenhammer, Vizebürgermeister Stefan Schmid (FW) und mehrere Markträte sowie Ortsheimatpfleger Franz Kraus. Der Bürgermeister freute sich über den großen Zuspruch und sagte: "Die Ausstellung zeigt einzigartige Gemeindeansichten aus der Zeit um 1900, die aus dem Bildarchiv des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München stammen." Der Dank Lanzhammers galt in besonderer Weise Beitler, den Jura-2000-Gemeinden und dem Verein Jura-2000-Landkultur sowie den vielen Sponsoren. Sie alle hätten die sehr interessante Fotogalerie ermöglicht. Entstanden seien die Aufnahmen bei der Inventarisation der wichtigsten Kunst- und Kulturdenkmäler des Königreichs Bayern. Den Anstoß dazu habe Prinzregent Luitpold gegeben. "Die Bilder ermöglichen eine faszinierende Zeitreise in eine vergangene Epoche und bieten seltene Einblicke in die Lebenswelt vor mehr als 100 Jahren", sagte Lanzhammer.

Der Bürgermeister bedauerte, dass nur sechs Motive Breitenbrunn zeigen. Die seien dafür aber umso interessanter. So ist zum Beispiel ein Foto besonders gelungen, das im Vordergrund die Sebastiankirche und im Hintergrund Schloss Breitenegg zeigt. Schön ist eine Aufnahme, auf der man sehen kann, dass sich einst am Marktplatz, direkt an der Kirche, ein kleines, aber imposantes Bürgerhaus befunden hat. Das Foto vom Barbara-Brunnen aus dem Jahr 1906 regt an zu einem Vergleich mit dessen heutigem Aussehen.

Fotos vom Marktplatz mit seinen Gasthäusern sowie vom gesamten Marktflecken zeigen eindrucksvoll, dass schon vor mehr als 100 Jahren Fotografen am Werk waren, die einen Blick für das Motiv, das richtige Licht und den besten Standort hatten. Dies gilt auch für die ausgestellten Aufnahmen aus den anderen Gemeinden, die unter anderem die Kirchen in Eglasdorf und Biberbach, das Schloss Hirschberg, historische Stadttürme von Berching oder eine Ortsansicht von Dietfurt aus dem Jahr 1880 zeigen.

Von Leonhard Beitler waren während eines Rundgangs und bei einem kleinen Stehempfang viele interessante Geschichten zu den Bildern und zu den Fotografen zu hören. So stammten beispielsweise viele Aufnahmen von Professor Friedrich Karl Weysser, der von 1904 bis 1907 Architekt in den damaligen Bezirksämtern Parsberg und Beilngries und im Auftrag des Generalkonservatoriums unterwegs gewesen ist. Viele der Bilder fänden sich auch in den "Kunstdenkmälern Bayerns", die Felix Mader herausgegeben hat.

Die Ausstellung ist noch bis 8. Oktober zu sehen, jeweils von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, am Donnerstag von 14 Uhr bis 16 Uhr - und außerdem am Sonntag, 8. Oktober, von 13 bis 16 Uhr.