Biburg: Grenzenlose Kunst
"Bayerische Weltraumbasis" heißt das Werk Ludwig Angerers des Älteren, das derzeit bei der Ausstellung "Magical Dreams IV" im polnischen Szczyrk zu sehen ist. ‹ŒBild: Ludwig Angerer der Ältere
Biburg

Das Jahr 2018 ist das Europäische Jahr des Kulturerbes. Natürlich wollen auch die Erben von Salvador Dalí (1904 bis 1989) dazu ihren Beitrag leisten. Zu diesem erlesenen Kreis in der Nachfolge des großen spanischen Künstlers gehört seit vielen Jahren Ludwig Angerer der Ältere, der zusammen mit einer Reihe internationaler Künstlerkollegen bei der Ausstellung "Magical Dreams IV" im polnischen Szczyrk vertreten ist. Der Maler präsentiert zwei Bilder: "Das Licht der Welt II" sowie "Bayerische Weltraumstation".

Die Vernissage der "Magical Dreams IV" fand am Samstag in dem knapp 6000 Einwohner zählenden Städtchen in Schlesien statt. Seit vielen Jahren treffen sich die Künstler dort grenzüberschreitend zu großen gemeinsamen Ausstellungen. "So entsteht immer wieder die europäische Freundschaft über die Kunst, und sie wird weiter ausgebaut", sagt Ludwig Angerer über die Hintergründe der Aktion.

"Magical Dreams IV" ist einmal mehr eine Wanderausstellung mit namhaften internationalen Künstlern. Diesmal wird sie nach der Premiere in Polen auch in Österreich und Bayern zu sehen sein. Liebhaber surrealistischer Kunst dürfen sich freuen: Eine Station wird von 9. September bis 15. Oktober 2018 wieder im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach sein, gefördert durch das Medienhaus Kastner. Eine weitere Station im nächsten Jahr ist bereits von 9. März bis 13. Mai die Rathausgalerie im niederbayerischen Viechtach, gefördert durch die Stadt Viechtach. Initiator und Veranstalter dieser Wanderausstellung ist die größte Privatgalerie in Polen, "Bator Gallery Art" in Szczyrk.

"Das Netzwerk der Künstler, das sich in Europa grenzüberschreitend verbindet, wird immer reichhaltiger", freut sich Ludwig Angerer. "Da benötigt es keine Politik, um Europa zu vereinen. Trotz der unterschiedlichen Sprachen verbinden Kunst und Kultur die Menschen wie in einem gemeinsamen Zauber, der einfach ,Schönheit €˜ heißt. Die Schönheit in den Künsten als Vollendung ihres gemeinsamen Handwerks. Kurz gesagt: Eine Kunst, die den Menschen wieder gefällt im Gegensatz zu so Vielem, das nur zur Verwirrung beiträgt."

Angerer der Ältere ist regelmäßig bei der Vernissage in Szczyrk in Polen vertreten, um dort seine Künstlerkollegen zu treffen sowie neue europäische Kulturkontakte zu knüpfen. Diesmal präsentiert er zwei Werke. Mit "Das Licht der Welt II" orientiert sich der Künstler bei der Darstellung Christi am Turiner Grabtuch. Sichtbar ist zudem die Anspielung auf die Apokalypse. "Bayerische Weltraumbasis" verspricht vor allem für die Bürger des Landkreises Kelheim einen hohen Wiedererkennungswert. Angerer zeigt sozusagen ein bayerisches Cap Canaveral - mit der Befreiungshalle als Abschussrampe. "Was wären wir Bayern kulturell ohne unsere Könige und Herzöge", fragt Ludwig Angerer angesichts des monumentalen Bauwerks, das Bayernkönig Ludwig I. Mitte der 19. Jahrhunderts auf dem Michelsberg hoch über dem Donaudurchbruch errichten ließ.

Ludwig Valentin Angerer, bekannt als Angerer der Ältere - sein Bruder Walter Andreas gilt als "der Jüngere" - wurde 1938 in Bad Reichenhall geboren, studierte von 1957 bis 1961 Architektur in München und danach vier Jahre an der Akademie für Bildende Künste. Mitte der 1970er-Jahre kehrte er dem Architektenberuf den Rücken, und widmete sich fortan freiberuflich der Kunst. Bekannt wurde er durch die künstlerische Ausgestaltung des Kinohits "Die unendliche Geschichte" (1984) nach dem 1979 erschienenen Roman von Michael Ende. Dafür erhielt er den Bayerischen Filmpreis.

1996 zählte Angerer der Ältere zu den Gründungsmitgliedern des Zentrums für Phantastische Kunst, eine Einrichtung, deren Mitglieder sich in der Tradition des spanischen Künstlers Salvador Dalí verstehen. Der omnitalentierte Architekt, Maler und Bildhauer schuf in Biburg, wo er seit vielen Jahren lebt und arbeitet, die Erlöserkapelle, ein christliches Gesamtkunstwerk, das im Jahre 2000 eingeweiht wurde. Seit mehr als zehn Jahren steht seine Installation eines Starfighters als Denkmal an der Zufahrt zum ehemaligen Bombodrom in Siegenburg. Der Wunsch des Künstlers wäre, dass dieses Mahnmal irgendwann einmal am Zielpunkt inmitten von "Siegenburg Range" aufgestellt würde.

Als einer der weltweit führenden Surrealisten stellt Angerer der Ältere regelmäßig im Europäischen Phantastensalon SAFE aus. 2013 erhielt er beim Pariser Salon "Art en Capital" die Bronzemedaille für sein dort ausgestelltes Werk "Don Quijote", ein Jahr später die Silbermedaille für sein christliches Themengemälde "Absoluter Höllensturz". Im Jahr 2008 ehrte ihn der Landkreis Kelheim mit dem Kunst- und Kulturpreis.