Mittwoch, 30.05.2012 |

 

08.02.2012 19:44 Uhr | 279x gelesen
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Menschen und Pferde trotzen der Kälte


Bild: Menschen und Pferde trotzen der Kälte. Berching Berching (DK) Gut, dass Pferde nicht so empfindlich sind wie Menschen. Denn während gestern immerhin 75 der angemeldeten 125 Tiere am Berchinger Rossmarkt teilnahmen, blieben die Zuschauer bei eisigen Temperaturen aus. Lediglich 9000 Schaulustige fanden sich in der historischen Altstadt ein.

Berching (DK) Gut, dass Pferde nicht so empfindlich sind wie Menschen. Denn während gestern immerhin 75 der angemeldeten 125 Tiere am Berchinger Rossmarkt teilnahmen, blieben die Zuschauer bei eisigen Temperaturen aus. Lediglich 9000 Schaulustige fanden sich in der historischen Altstadt ein.


Berching: Menschen und Pferde trotzen der Kälte
 
Im Vorjahr waren es noch knapp 15 000 Leute, die sich das größte Wintervolksfest der Oberpfalz nicht entgehen lassen wollten. Da waren die Temperaturen allerdings auch etwas angenehmer als gestern. Frühmorgens sackte das Thermometer auf bis zu 15 Grad unter Null ab. Dementsprechend zögerlich säumten die Passanten die Gassen in der Berchinger Altstadt. Vielmehr stärkten sich die Zuschauer mit dampfendem Glühwein oder deftigen Rosswürsten an den zahlreichen Fressständen – und wärmten sich so von innen. Für den äußeren Schutz vor der beißenden Kälte sorgten die Fieranten, indem sie Wollmützen, Schals oder dicke Kuschelsocken an den Mann bringen wollten.

Als die ersten Rösser in die Altstadt einzogen, wurde es dem ein oder anderen Schaulustigen allerdings auch ums Herz warm. Denn die Pferdebesitzer ließen sich trotz der Minustemperaturen nicht lumpen, ihre Tiere prachtvoll mit verzierten Kummets und Zaumzeugen herzurichten. Wenngleich die Kälte den Rosserern schon zu schaffen machte. „Ich konnte das Pferd nicht waschen, da es sich sonst schnell erkälten würde“, erklärte etwa Walter Weismann aus Langenthonhausen, der mit seinem zweijährigen Noriker, ein österreichisches Kaltblut, zum 17. Mal nach Berching kam.

Die meisten der 75 Tiere waren stämmige Kaltblüter, die im Alltag beispielsweise als Holzrückepferde im Wald zum Einsatz kommen oder schwere Gespanne ziehen. Die Besitzer präsentierten zudem Haflinger, Westernpferde und Shetland-Ponys dem Bewertungskomitee um Wolfgang Kühlechner vom Institut für Tierzucht, der für den ein oder anderen Pferdebesitzer auch nicht ganz ernst gemeinte Ratschläge parat hatte: „Denk daran, viel Bewegung für dich und das Pferd tut euch beiden gut und ist die beste Medizin gegen Erkältung“, riet Kühlechner beispielsweise einem Rosserer.

Nach knapp einer Stunde war das Spektakel wieder vorbei und die Besucher hatten die Möglichkeit, sich die Pferde genauer anzuschauen. Gehandelt wird in Berching nämlich schon lange nicht mehr. „Das ist schon ewig her, als hier noch richtig gefeilscht wurde. Es ist eigentlich nur noch eine Schau“, erinnerte sich Weismann. Laut dem 52-Jährigen könne daher mit den Tieren kaum noch Geld verdient werden. Vielmehr seien die Pferde ein teures und zeitintensives Hobby.

Als Festrednerin konnten die Berchinger heuer Landtagspräsidentin Barbara Stamm gewinnen, die damit bereits zum zweiten Mal beim Rossmarkt sprach. Für die 67-Jährige eine große Ehre: „Es ist schon eine besondere Auszeichnung, dass ich hier schon zum zweiten Mal dabei sein darf“, so die CSU-Politikerin, die in ihrer Rede leise Töne anstimmte. Beim Dauerthema Euro-Krise hofft Stamm, dass die richtigen Lehren gezogen werden: „Hoffentlich haben wir daraus gelernt, dass sich der Markt nicht selbst reguliert, sondern wir Ordnungsinstrumente brauchen“, sagte Stamm.

Die Rösser langweilten sich derweil und ließen sich die Sonne, die inzwischen vom Himmel strahlte, auf den Rücken scheinen.

 


Von Julian Schultz
 
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