So soll das neue Gemeindezentrum jetzt endgültig aussehen.
Feldmann, Josef, Mindelstetten
Mindelstetten

Unter den Besuchern begrüßte das Gemeindeoberhaupt auch Pfarrer Johann Bauer, Altbürgermeister und Ehrenbürger Emmeram Batz sowie Kreisrat Josef Kundler besonders. Gespannt warteten die mehr als 80 Besucherinnen und Besucher darauf, was ihr Gemeindechef zu berichten hatte.

Zunächst gab er einen Überblick über die wichtigsten Daten der Gemeinde und einen Bericht über die Arbeit des vergangenen Jahres, ehe er zu den für die Zukunft geplanten Projekten kam. Demnach hat die Gemeinde Mindelstetten, Stand Oktober 2017, 1795 Einwohner. Davon lebten in Mindelstetten 954, in Offendorf 186, in Tettenagger 127, in Hiendorf 195, in Imbath 109, in Oberoffendorf 33, in Hüttenhausen 115, in Grashausen 17, in Stockau 48 und in Weiher elf Bürgerinnen und Bürger. Den 22 Geburten im Berichtszeitraum stehen neun Sterbefälle gegenüber.

Recht positiv stellt sich die Altersstruktur der Gemeindebürger dar. Bis 15 Jahre zeigt die Statistik 12 Prozent, zwischen 16 und 65 Jahren sind 72 Prozent und über 65 Jahre 16 Prozent der Einwohner. Davon sind 49 Prozent Frauen und 51 Prozent Männer. Von den Gemeindebürgerinnen und -bürgern sind 50,5 Prozent verheiratet, 41,4 Prozent single, 5,2 Prozent verwitwet und 2,9 Prozent geschieden. Das Standesamt meldet heuer bisher 14 Trauungen und fünf Scheidungen.

Von der Bevölkerung gehören 81 Prozent der katholischen Kirche an, fünf Prozent sind evangelisch und 14 Prozent konfessionslos. Kirchenaustritte wurden im gesamten VG-Bereich 18 gemeldet. Flüchtlinge beherbergt die Gemeinde derzeit zwölf, die in zwei Unterkünften untergebracht sind. Die Arbeitslosigkeit in der Gemeinde ist mit 0,6 Prozent außerordentlich gering. In der Gemeinde sind 30 Betriebe ansässig, die zusammen 188 Arbeitsplätze anbieten können.

Auch die Kriminalstatistik in der Gemeinde weist ein beruhigendes Ergebnis auf. Von den 24 Delikten, alle kleinerer Natur, konnten 50 Prozent aufgeklärt werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde sind derzeit recht gut. Mit einer Steuerkraft von 1010 Euro je Einwohner liegt die Gemeinde weit über dem Landesdurchschnitt von 599 Euro inklusive Zweckverbänden. Schulden hat die Gemeinde keine.

Den Einnahmen im Berichtszeitraum in Höhe von 4,74 Millionen Euro stehen Ausgaben von 4,85 Millionen Euro gegenüber, so dass 110 000 Euro den Rücklagen entnommen werden mussten. Diese Mehrausgaben haben ihre Ursache im Grunderwerb für die neuen Baugebiete. Die Gemeinde ist zurzeit dabei, Baugebiete in Mindelstetten, Hüttenhausen und Offendorf auszuweisen, so dass in Kürze ausreichend Möglichkeit für die Ansiedlung von Bauwilligen gegeben ist.

Auch an öffentlichen Einrichtungen besteht in der Gemeinde kein Mangel. Die Kindergroßtagespflege ist großzügig dimensioniert, personell gut ausgestattet und hat derzeit zwei Plätze frei. Ebenso verhält es sich beim Kindergarten, der sowohl räumlich wie sachlich und personell optimal ausgestattet ist. Durch seine Nähe zur Grundschule bieten sich hier ideale Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bei der Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung sowie bei der Versorgung mit Mittagessen für die Kindergarten- und Schulkinder. Die Grundschule ist mit derzeit 71 Kindern in vier Klassen für die Zukunft in ihrem Bestand gesichert. Durch die Besetzung des Rektorats mit Frau Ingold sind alle Kompetenzen wieder vor Ort. Eltern und Gemeinde sind froh darüber und freuen sich über das Funktionieren und die gute Zusammenarbeit aller drei Einrichtungen zum Wohle der Kinder.

Eifrig wurde an den Tischen mit Bürgermeister und Gemeinderäten diskutiert. So soll das neue Gemeindezentrum jetzt endgültig aussehen.
Feldmann, Josef, Mindelstetten
Mindelstetten

Auch die Verbindung mit der Mittelschule Pförring, die derzeit 20 Schüler besuchen, klappt bestens und bereitet kleine Probleme. Im Seniorenheim Pförring, wo die Gemeinde Anspruch auf fünf Plätze hat, ist derzeit keiner belegt. Die Verbandskläranlage in Pförring wird zurzeit um ein Nachklärbecken erweitert. Hier werden nach Fertigstellung wieder Kosten auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen.

Ein weiteres Thema ist derzeit auch die auf die Gemeindebürger zukommende gesplittete Abwassergebühr. Eine zunehmende Belastung für die Bürgerinnen und Bürger ist der Verkehr auf der B 299, die durch Mindelstetten führt. Die dort aufgestellte Messeinrichtung ergab, dass allein von Norden kommend täglich 1050 Fahrzeuge Mindelstetten passieren. Davon überschreiten an der Messstelle 93,5 Prozent die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Von diesen liegen 65 Prozent im Bereich über 70 Stundenkilometer. Die schnellste gemessene Geschwindigkeit betrug 127 Stundenkilometer. Diese Daten sind auch der Polizei zugänglich, so der Bürgermeister, die daran sicher ihr Kontrollverhalten ausrichten wird.

Derzeit wird im Gemeindegebiet eifrig gebaut, so werden neben den Baugebieten in Hüttenhausen und Offendorf die Gemeindeverbindungsstraßen Hüttenhausen - Stockau, Oberoffendorf - Tettenagger, Hüttenhausen - Unterdolling und Tettenagger - Mendorf erneuert. Der Breitbandausbau ist im Gemeindebereich abgeschlossen, so dass die schnellen Anschlüsse bei den entsprechenden Anbietern gebucht werden können.

Ehrgeizig sind auch die Vorhaben für das kommende Jahr. So ist der Baubeginn für das neue Gemeindezentrum für April vorgesehen. Weiter steht als großes Vorhaben die Erschließung des Baugebiets Mindelstetten Süd III mit 59 Parzellen an. Der Anna-Schäffer-Garten soll im kommenden Jahr mit einem Altmühl-Jura Beteiligungszuschuss von 186 000 Euro realisiert werden.

Ein weiteres Vorhaben ist der Ausbau der Ortsverbindungsstraße Waldschenke - Grashausen, die Umsetzung des Sicherheitskonzepts für die Markthalle sowie die Planung und Gestaltung des Marktplatzes.

Satt von diesen vielen Zahlen und Daten beschränkte sich die anschließende Diskussion auf wenige kurz zu beantwortende Fragen, wie die Aufstellung einer Geschwindigkeitsmessanlage an der Ingolstädter Straße, oder die richtige Platzierung der Messeinrichtung an der Hauptstraße. Die abblätternde Farbe am Dach der Markthalle, das Mähen der Grünfläche am Wasserrückhaltebecken in Imbath, die Ableitung des Oberflächenwassers im neuen Baugebiet und die Anschaffung eines transportablen Kühlgeräts für die Leichenhäuser im Gemeindebereich waren ebenfalls Themen. Bürgermeister Alfred Paulus bedankte sich am Ende der Versammlung bei den Anwesenden und bat sie, bei den vielen geplanten Vorhaben mit Verständnis und Engagement mitzuwirken.