Altmannstein: Wunderschönes Werk
Das Titelbild auf dem Konzertprogramm zur Aufführung von Johann Simon Mayrs "Stabat Mater" in Altmannstein hat Chorleiter Wolfgang Schlagbauer selbst gezeichnet. - Foto: Schlagbauer
Altmannstein

"Es ist fantastisch", schwärmt der musikalische Leiter des Abends, Wolfgang Schlagbauer, über Mayrs "Stabat Mater". 1993 hatte er dieses Werk selbst schon einmal als Solist mitgestaltet, was sich jetzt als großer Vorteil erwies: "Ich hatte noch sämtliche Noten, das Beschaffen ist sonst immer sehr schwierig", so der Leiter des Altmannsteiner Kirchenchors. Nur die Dirigierpartitur war verschwunden - doch diese konnte Schlagbauer über den Verlag in England, von dem er die übrigen Noten hatte, wieder beziehen. Gerade noch rechtzeitig: In der vergangenen Woche traf sie bei ihm ein.

Rund ein halbes Jahr hat der Altmannsteiner Chor mit dem Einstudieren der "Stabat Mater" von Johann Simon Mayr verbracht - allerdings immer wieder unterbrochen von der Probe anderer Stücke und Kompositionen für aktuellere Konzerte. "Für den Chor ist es eine Uraufführung", freut sich Wolfgang Schlagbauer, der selbst Mitglied im Johann-Simon-Mayr-Freundeskreis in Altmannstein ist. Das "Stabat Mater" sei etwas ganz Besonderes, "es ist wunderschön", so Schlagbauer. Für den Tenor sind Mayrs kirchliche Kompositionen "überwältigend, besser noch als seine Opern".

Neben dem Altmannsteiner Kirchenchor wirken zahlreiche Solokünstler sowie das Kammerorchester Heilig-Kreuz bei der Aufführung mit. Viele von ihnen sind Schüler Schlagbauers. Der Altmannsteiner Kirchenchorleiter studierte Gesang und Operndarstellung in München, hatte Auftritte am Gärtnerplatztheater, zum Beispiel als Don Quijote. Seit geraumer Zeit widmet er sich der Ausbildung von Gesangstimmen in München, aber auch in seinem Heimatort Altmannstein.

Die erste Geige bei dem Konzert am 1. Mai spielt Jennifer Schroeder-Johnson, an der Orgel wird Johannes Kammerl zu hören sein. Eine weitere Geige spielt Marlene Donaubauer, die Viola Lukas Hanauska, den Kontrabass Klaus Schroeder. An der Oboe wird Wolfgang Ebel zu hören sein, am Horn Marina Braun. Solosänger sind Karin Banzer (Sopran), Franziska Schenk (Sopran), Lena Bogner (Alt), Petra Körndl (Sopran), Nicola Antuzzi (Bass) und Wolfgang Schlagbauer (Tenor).

"Bei Mayrs ,Stabat Mater' handelt es sich um das älteste Beispiel eines Karfreitagshymnus im Fondo Mayr der Bibliotheka civia in Bergamo", heißt es in der Beschreibung des Werks. In jener Bibliothek in Bergamo, der italienischen Stadt, in der Mayr lange wirkte und auch starb, ist ein Großteil der Musik des gebürtigen Mendorfer Komponisten zu finden. Seiner Beerdigung in Bergamo wohnte eine große Trauergemeinde bei, darunter auch Italiens berühmter Komponist Giuseppe Verdi. Johann Simon Mayr ist in der Kirche Santa Maria Maggiore in Bergamo bestattet - gleich neben seinem Schüler, dem Opernkomponisten Gaetano Donizetti.

Sein "Stabat Mater" schrieb Mayr wohl in Venedig, wo er bei Ferdinando Bertoni studierte, einem Komponisten sakraler Musikstücke und Kapellmeister des Markusdoms. Mögliche Einflüsse im Werk des gebürtigen Mendorfer Komponisten könnten aus dem "Stabat Mater" von Joseph Haydn stammen, doch es sei ganz klar Mayrs "eigene musikalische Sprache" zu vernehmen, heißt es in der Beschreibung seines "Stabat Mater".

Die Spenden, die bei dem Benefizkonzert am 1. Mai in Altmannstein eingenommen werden, kommen der Orgel in der dortigen Heilig-Kreuz-Kirche zu Gute. Diese ist dringend sanierungsbedürftig. An die 40 000 Euro dürften die Arbeiten an dem Instrument kosten, um es beispielsweise von Schimmel zu befreien. Im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten voraussichtlich beginnen.

Das Benefizkonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein beginnt am Montag, 1. Mai, um 19 Uhr.