Ausstelllung der Riedenburger Schulen zum Jubiläum 25 Jahre Main-Donau-Kanal.
Schmied, Kathrin, Schwabstetten
Riedenburg

Sie kennen es nicht anders. Wie sollten sie auch? Die Freigabe des Main-Donau-Kanals liegt 25 Jahre zurück. Die Riedenburger Schüler sind allesamt jünger. "Als wir das Thema im Unterricht vorgestellt haben, gab es großes Staunen, dass es hier einmal keinen Kanal gegeben hat - sondern die Altmühl", sagt Karin Dachs, Initiatorin des Projekts und Kunstlehrerin an der Mädchenrealschule St. Anna. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Julia Beutlhauser von der Staatlichen Realschule und Sabine Campe von der Grund- und Mittelschule hat sie die mit dem Kanalbau verbundenen Auswirkungen auf Natur, Stadtbild und Menschen zum Thema im Kunstunterricht gemacht. Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur neunten Jahrgangsstufe zeigen nun bei der Ausstellung im Alten Rathaus ihre Interpretationen. Der Artenreichtum der Gewässer, die Vorzüge des Güterverkehrs, aber auch der Protest gegen das Großprojekt finden dabei Platz. "Ihr habt euch richtig ins Zeug gelegt und hervorragende Werke kreiert", schickt Dachs in Richtung der jungen Künstler, die sich bei der Vernissage am Dienstagabend mit ihren Familien eingefunden haben.

Die Idee zu der Aktion habe Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) bereits im Februar gehabt, erklärt Dachs. "Wir Kunstlehrer waren erst etwas unsicher, ob das Thema bei den Schülern ankommt", verrät sie. Die Kinder und Jugendlichen hätten allerdings schnell bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind, sich intensiv und reflektiert mit dem Kanalbau auseinanderzusetzen. Nicht umsonst zeigt sich der Rathauschef an diesem Abend begeistert von den Ergebnissen. "Respekt", lobt er. Gemeinsam mit den Schulleitern Thomas Dachs von der Staatlichen Realschule, Christian Fackler von der Mädchenrealschule und Konrektor Bernhard Zierer von der Grund- und Mittelschule begibt er sich auf einen Streifzug durch die Ausstellung, die beinahe das gesamte Obergeschoss des Alten Rathauses einnimmt.

Ausstelllung der Riedenburger Schulen zum Jubiläum 25 Jahre Main-Donau-Kanal.
Schmied, Kathrin, Schwabstetten
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Allein die Vielfalt der Techniken, die zur Anwendung kamen, spiegelt die Kreativität der Mädchen und Buben wieder. Diverse Drucktechniken haben die Drittklässler ausprobiert. Als Untergrund dienten Leinwände, mit Dispersionsfarbe gestalteten sie ihre Werke. Die Erst- und Vierklässler malten mit Wasserfarben oder Wachsmalkreiden, brachten so Spiegelungen im Wasser, Landschaften oder auch den Agathasee zu Papier. Durch aufgeklebte Schiffe oder andere Elemente entstanden teilweise Collagen.

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Für die Schülerinnen der Mädchenrealschule waren Fotos, die eine Mitschülerin zur Verfügung stellte, das Ausgangsmaterial. Diverse Schneidetechniken kamen hier zum Einsatz. Es ging darum, die Bilder durch Verfremdung in eine neue Form zu bringen. Dafür haben etwa die Achtklässlerinnen die Fotos im Sinne einer selbstgewählten Linienführung zerteilt und die Stücke neu zusammengesetzt. In der siebten Klasse wählte man einheitlich eine Streifenform. Die Sechstklässlerrinnen beschäftigten sich mit heimischen Fischarten, die sie auf kleinen quadratischen Leinwänden festhielten. Ein größeres Format kam in der neunten Klasse zum Einsatz. Dort wurden die Fotos auf die Leinwand projiziert und anschließend mit Spachtelmasse und Farben ausgearbeitet.

Ausstelllung der Riedenburger Schulen zum Jubiläum 25 Jahre Main-Donau-Kanal.
Schmied, Kathrin, Schwabstetten
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Collagen mit dem Titel "Kanalstück" gestalteten die fünften Klassen der Staatlichen Realschule. Während eine Klasse die Unterwasserwelt mit Struktur- und Malrollen sowie Stempeln nachempfanden, bereicherte die andere das Werk mit heimischen Fischen, die auf dem Untergrund aufgebracht wurden. Die siebten Klassen stellten das Element Wasser mit Hilfe von Salz, Perlen, Tapetenstücken und viel Glitzer in all seinen Formen dar und beschäftigten sich mit den Gütern, die auf Frachtschiffen transportiert werden.

Ausstelllung der Riedenburger Schulen zum Jubiläum 25 Jahre Main-Donau-Kanal.
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Großes Lob gibt es bei der Vernissage nicht nur für die Werke, sondern auch für deren Organisation. Karin Dachs bedankt sich bei allen mitwirkenden Lehrkräften, dem Bürgermeister und dem Riedenburger Bauhof. Lösch lässt es sich nicht nehmen, Tourismusreferentin Ramona Thumann und Tourist-Info-Leiterin Tanja Roithmeier im Speziellen ein Dankeschön auszusprechen. "Gerade ihr habt heuer viel Arbeit mit dem Kanaljubiläum gehabt", zollt er ihnen Respekt. Mit der Ausstellung findet der Veranstaltungsreigen nun sein Ende. Wer die Werke anschauen möchte, kann dies zu den Öffnungszeiten der Touristinfo täglich von 9 bis 13 Uhr noch bis Montag tun.