Die Geschädigte sperrte sich in den Abendstunden aus Versehen aus ihrem Haus aus. In ihrer Not suchte sie im Internet nach einem örtlichen Schlüsseldienst und wurde unter einer Telefonnummer mit Ingolstädter Vorwahl fündig. Telefonisch bekam die Frau die Zusage, dass ein Mitarbeiter in 20 bis 40 Minuten vor Ort sei und die Türöffnung 300 Euro koste. In Wirklichkeit dauerte es über eine Stunde ehe der vermeintliche Schlüsseldienst auftauchte. Dieser bohrte das vorhandene Schloss auf, baute den Zylinder aus und setzte einen neuen mitgebrachten Zylinder ein. Das Ganze dauerte laut Polizeibericht ca. 15 Minuten.

Mehrmalige Nachfragen nach den endgültigen Kosten wich der Mitarbeiter der Polizei zufolge gezielt aus. Das böse Erwachen kam, als er der Frau mitteilte, dass sie nun 1076,47 Euro zu bezahlen hätte. Nachdem sie sich zunächst weigerte, drohte der Mann mit erheblichen weiteren Kosten. Letztendlich bezahlte die Geschädigte den geforderten Betrag mittels EC-Karte an einem mitgebrachten Kartenlesegerät.

Sie erhielt aber weder eine Rechnung noch einen Vertrag. Die Geschädigte entschloss sich gestern dazu, Anzeige zu erstatten. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass unter der Ingolstädter Telefonnummer kein Schlüsseldienst, sondern eine völlig unbeteiligte Firma registriert ist. Der Geschädigten sei mittels sogenanntes "Call-ID-Spoofing“ vorgetäuscht worden, dass sie über diese Telefonnummer einen örtlichen Schlüsseldienst kontaktiert. Bei der Call-ID-Spoofing-Methode wird dem Anrufer eine willkürliche Nummer angezeigt anstatt der tatsächlich angerufenen.

Die Polizei warnt vor derartigen Betrugsmaschen. Sollte bei der Inanspruchnahme von Schlüsseldiensten Zweifel auftauchen, insbesondere wenn deren Mitarbeiter vor Ort die verbindliche Auskunft über die Kosten verweigern, wird dringend geraten die örtliche Polizeidienststelle zu verständigen.