Ingolstadt: Opfer erholt sich
Die Polizei ließ nach den Schüssen in einer Ingolstädter Tiefgarage zwei Autos sicherstellen. - Foto: Richter
Ingolstadt

Wie der DONAUKURIER berichtete, wurde der 41-Jährige am Tiefgaragenplatz seiner Wohnanlage in Ingolstadt von bislang Unbekannten mit einer Faustfeuerwaffe durch Schüsse schwer verletzt. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gründete die Kripo Ingolstadt die EG Tiefgarage.

Die Beschuldigten sind zwei 45 und 55 Jahre alte Spätaussiedler aus der früheren Sowjetunion und leben in Würzburg beziehungsweise einem Vorort der Main-Stadt. Spezialeinsatzkräfte der Polizei stürmten gestern gegen 4.30 Uhr deren Wohnungen und nahmen die Männer fest. Der ältere Tatverdächtige erlitt einen Kreislaufkollaps und kam in eine Klinik. An der Polizeiaktion waren rund 90 Kräfte aus Ingolstadt und Würzburg beteiligt. Sie stellten Laptops, Mobiltelefone und fünf Autos zur Beweiserhebung sicher.

Wer von den beiden Männern an jenem Sonntagabend auf den 41-jährigen Ingolstädter geschossen haben soll, ist noch offen. Von der Tatwaffe fehlt dem Vernehmen nach noch jede Spur. Die Angreifer hatten ihrem Opfer gegen 22 Uhr gezielt aufgelauert, einer attackierte den Griechen mit Fäusten, der andere schoss mehrfach auf ihn. Der 41-Jährige erlitt mehrere Treffer, darunter in den Kopf. Dass er überlebte und noch flüchten konnte, hängt wohl mit dem relativ kleinen Kaliber der Tatwaffe zusammen. Ein Projektil war in seinem Kiefer stecken geblieben – das Opfer hatte es ausgespuckt, wie ein Polizeisprecher wenige Tage nach der Tat sagte. Die Umstände deuten auf ein persönliches Motiv hin, die Polizei machte dazu aber bislang keine Angaben. Eine 35-Jährige aus Ingolstadt soll ebenfalls mit dem Überfall zu tun haben, auch sie wurde gestern festgenommen. Sie befindet sich noch hinter Gittern. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.

Der 45-Jährige habe zunächst keine Angaben zur Sache gemacht, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Ingolstadt. Der 45-jährige Tatverdächtige wurde inzwischen in Ingolstadt dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete, teilte die Polizei am Dienstagnachmittag mit. Der ebenfalls in Unterfranken festgenommenen 55-Jährigen, der vorübergehend wegen Kreislaufbeschwerden ins Krankenhaus kam, wurde inzwischen vom Haftrichter in Würzburg der Haftbefehl eröffnet. Auch er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. 

Eine vorläufig festgenommene 35-jährige Frau wurde am Dienstag polizeilich vernommen und im Anschluss wieder auf freien Fuß gesetzt.