Großeinsatz an der Schillerbrücke.
Leurs
Ingolstadt
 Ab etwa 9.15 Uhr setzte die Wasserschutzpolizei am Sonntagmorgen mit einem offenen Streifenboot die Suche nach dem Vermissten fort. Sie wurde dabei von einem Polizeihubschrauber unterstützt. Gegen Mittag wurde die Aktion dann erfolglos beendet.

Um 21.20 Uhr am Samstagabend hatte ein Passant auf der Konrad-Adenauer-Brücke einen Notruf abgesetzt, nachdem er eine Person treibend im Wasser der Donau beobachtet hatte. Sämtliche Wasserrettungseinheiten von Feuerwehr und Wasserwacht hatten sich sofort mit Booten auf die Suche gemacht. Aufgrund der starken Strömung war ein Tauchereinsatz unmöglich gewesen. 
 
Passanten sahen Person in Donau stürzen - Einsatzkräfte suchten stundenlang und fanden niemanden
Zahlreiche Einsatzkräfte suchten nach dem Vermissten.
NEWS5 / Pieknik (NEWS5)
Ingolstadt
Mit insgesamt sieben Booten war die Donau von der Schlosslände bis zur Staustufe Vohburg intensiv abgesucht worden. Vor allem die Uferbereiche waren im Fokus der Wasserretter gestanden. Im Nahbereich war ein sogenanntes Side-Scan-Sonar eingesetzt worden, ein Gerät, das zur Ortung von Objekten im Wasser und auf dem Grund von Gewässern eine auf Schall basierende Technik verwendet. Ein Hubschrauber der Landespolizei hatte mit einer Wärmebildkamera die Suchmaßnahmen unterstützt. 

Aufgrund der noch relativ niedrigen Temperaturen, die Donau hat aktuell sechs Grad, war große Eile geboten. Bei diesen Graden kann sich jemand rund fünf Minuten an der Oberfläche halten, wenn er nicht bewusstlos ist – bis 30 Minuten bestehen noch Chancen jemand lebend zu finden, hatte der Einsatzleiter Wasserrettung vor Ort gesagt. Dieser hatte dann auch eine Kette mit sieben Boten die Donau entlang ab Vohburg bis zu der Stelle geschickt, an der die Person ins Wasser gefallen sein sollte. Es war aber niemand gefunden worden, obwohl die Einsatzkräfte rund 1,5 Stunden auf dem Fluss gesucht hatten. „Ein guter Schwimmer kann es schaffen wieder an Land zu kommen“, hatte Alexander Wecker, der Einsatzleiter der Wasserrettung, berichtet.

Wie die Polizei inzwischen ermitteln konnte, handelt es sich bei dem Vermissten um einen 29-jährigen Mann aus dem Raum Pfaffenhofen. Zusammen mit zwei Begleitern im Alter von 25 und 27 Jahren hielt er sich am Ufer der Donau auf und dürfte aufgrund seiner Alkoholisierung an der Schloßlände ins Wasser gefallen sein. Beim Versuch, ihn aus dem Wasser zu ziehen, rutschte der 25-Jährige ab und landete ebenfalls im Wasser. Mit Hilfe seines 27-jährigen Bekannten gelang es ihm, sich ans Ufer zu retten. Der 29-Jährige trieb weiter ab.
 
Die polizeilichen Maßnahmen waren am Samstag gegen 23 Uhr eingestellt worden, Feuerwehren und Wasserwacht hatten ihre Suche kurz nach Mitternacht abgebrochen. Der Mann, der ebenfalls ins Wasser gefallen war, war vom Rettungsdienst mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht worden. Im Einsatz waren mehrere Feuerwehren und Wasserwachten aus Ingolstadt, Reichertshofen, Manching, Großmehring, Vohburg und Menning sowie der Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt - insgesamt rund 40 Einsatzkräfte.