Ein etwas ungewöhnliches Wahlplakat überreichte Pfaffenhofens Kulturreferent Steffen Kopetzky dem SPD-Parteivorsitzenden Franz Müntefering als Abschiedsgeschenk nach seinem Besuch im Eco-Quartier Fuchsberg und im Müllerbräu-Hopfengarten vor den Toren Pfaffenhofens. - Foto: Ermert
Der Besuch im Hopfengarten am Müllerbräu-Stadel vor den Toren Pfaffenhofens war einer der Höhepunkte bei der zweistündigen Visite des obersten Sozialdemokraten. Gemeinsam mit Landwirt Hans Bogner haben Siebler und der SPD-Kreisvorsitzende Markus Käser dem Parteivorsitzenden das kleine Einmaleins des Hopfenanbaus nahe gebracht. "Münte" war angetan. Ausführlich ließ er sich die einzelnen Schritte vom Andrehen bis zum Zupfen erklären, staunte über die meterhohe Pflanze und informierte sich nach der Erkundung aller Hopfengeheimnisse sogar über den Brauvorgang.

"Unglaublich, dass der Hallertauer Hopfen auch in unser Krombacher und Warsteiner kommt", sagte der Sauerländer und kostete neben bayerischem Leberkäse auch ein süffiges Müllerbräu-Pils, dass er als "deutlich milder, aber ganz sicher nicht schlecht" kategorisierte. Sein Fazit konnte sich jedenfalls hören lassen: "Müllerbräu ist mir auf alle Fälle lieber als Müller Milch."

Rund 60 Zaungäste verfolgten Münteferings Besuch entweder aus politischer Verbundenheit oder aus der reinen Schaulust heraus. Markus Käser war positiv gestimmt, als er sein Fazit zog. "Das war hohe Politik mit bundespolitischem Wert – und das mitten in Pfaffenhofen. Da alles gut geklappt hat, bin ich zufrieden", sagte er und war stolz darauf, dass Müntefering mit den wichtigsten Aspekten der Holledau vertraut wurde: dem Hopfen und der Ökologie.

Den zweiten Punkt deckte ein Besuch im geplanten Eco-Quartier Fuchsberg im Ortsteil Weihern ab. Kramerbräu-Inhaber Theo Hirschberger und Geschäftsführer Markus Pscheidl planen dort ein großflächiges und nachhaltiges Mischgebiet, in dem sich ökologische Landwirtschaft, Gewerbe und soziales Wohnen miteinander verzahnen. Regenerative Energien, Wasser sparende Techniken und ein gemeinschaftliches Wohngefüge sollen im Vordergrund stehen, wenn die Bagger ab dem kommenden Jahr rollen.

"Ich sehe hier ein tolles Konzept, die Nähe zur Innenstadt und Einrichtungen wie Schulen – und sogar einen Bolzplatz", bestätigte Müntefering dem geplanten Baugebiet seinen Modellcharakter und die nachhaltige Erfüllung der sozialen Komponente. Die Frage nach dem Impuls für die Planung interessierte den SPD-Chef am meisten. "Wir haben hier unseren Betrieb, wir haben die Fläche und eine Idee – und wir wollen uns nicht verdrängen lassen", so Hirschberger.

Volksnah und redselig gab sich Müntefering, ließ sich das Foto mit Hopfenkönigin Mona Euringer nicht entgehen, schüttelte bereitwillig Hände und gab neben Antworten sogar Tipps für die Arbeit im Kreisverband. "Es war schön hier – und ich habe ein neues Bier kennengelernt", verabschiedete er sich, mit Präsenten im Arm und einem verschmitzten Tipp für die Hopfenpflanzer: "Wenn wir wieder regieren, wird das auch mit Wetter", wünschte er eine gute Ernte und versprach, das Holledauer Bier nicht zu vergessen – auch wenn er zu Hause auf alle Fälle wieder norddeutsches Pils trinken wird.