Unser Hauptplatz ist die Bühne des öffentlichen Lebens, die gute Stube, der uneingeschränkte Stolz unserer Heimatstadt. Er zählt zu den größten und beeindruckendsten Plätzen in ganz Oberbayern. Der dauernde Durchgangsverkehr trennt diesen stolzen Platz in zwei Teile. Doch es gibt keinen oberen und unteren Hauptplatz. Der Platz ist als Gesamtes wahrzunehmen.

Durch den ständig zunehmenden Verkehr wird er aber immer mehr seiner Funktion beraubt. Wenn man bei Stoßzeiten vom Haus der Begegnung in Richtung Rathaus blickt, sieht man ein Dach aus Blech, so weit das Auge reicht. Es droht der Verkehrsinfarkt. Für Durchgangsverkehr ist unser Pfaffenhofener Hauptplatz viel zu schade. Trotz aller Bedenken und Befürchtungen den Verkehrsfluss auszuschalten, ist eine gewagte Entscheidung unserer Räte. Doch es ist ein hoffnungsvoller Anfang.

Es ist ja allgemein bekannt, in allen Städten in denen der Verkehr ausgesperrt wurde, ist Leben entstanden. Den Bürgern in der näheren Umgebung ist zu raten: Geht öfter zu Fuß in die Stadt, wenn ihr euren Einkauf tätigt oder steigt auf euer Fahrrad, wenn die Sonne lacht.

Ihr vielen Angestellten, die ihr täglich viele stundenlang vor dem Bildschirm sitzt, tut etwas für eure Gesundheit, lasst das Auto in der Garage stehen, tretet in die Pedale. Und lasst die wenigen Parkplätze in der Stadt den Kranken und Schwachen.

Hermann Singer

Pfaffenhofen