Als ich als Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Oberstimm der Gemeinderatssitzung beiwohnte, war ich dann doch sehr erstaunt, in welcher Weise den Gemeinderatsmitgliedern der von uns zur Abstimmung eingereichte Antrag zur Nutzung eines Fahrzeugs präsentiert wurde, das uns die Werkfeuerwehr EADS kostenfrei überlässt.

Es wurde der Anschein erweckt, dass dieses Fahrzeug bei uns nur für den Zeitraum des Barthelmarktes einen Nutzen zu erfüllen habe. Es sollte eigentlich klar sein, dass sich keine Feuerwehr der Welt ein Fahrzeug in die Halle stellen würde, das die restlichen 361 Tage ungenutzt bleibt. Aber gerade um diese 361 Tage, die bei der Abstimmung bedauerlicherweise keinerlei Erwähnung fanden, dreht sich der eigentliche Nutzen dieses Fahrzeuges. So zum Beispiel als Vorausfahrzeug zur Lageerkundung und Öffnung der Brandmeldezentrale bei den häufiger vorkommenden Alarmierungen in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber.

Die Reaktionszeiten könnten hier erheblich verkürzt werden, bei den regelmäßigen Fahrten der Atemschutzgeräteträger zu den Belastungsübungen wäre das Fahrzeug nützlich, als Versorgungsfahrzeug könnte es genutzt werden.

Auch bei normalen Einsätzen - Verkehrsunfälle oder Kleinbrände - wäre das Fahrzeug aufgrund seiner Schnelligkeit und Wendigkeit eine Bereicherung.

Persönlich kann ich der Argumentation, erst auf den noch in Zukunft zu erstellenden Feuerwehrbedarfsplan zu warten und dann Überlegungen anzustellen, nicht folgen. Es wäre viel sinnvoller, ein bereits vorhandenes, kostenfrei zur Nutzung überlassenes Fahrzeug jetzt im Probebetrieb laufen zu lassen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse mit in den Feuerwehrbedarfsplan einfließen zu lassen. Es ist verständlich, dass die anfallenden Versicherungskosten für das Fahrzeug in Höhe von rund 330 Euro angesichts der Umgestaltung der Ingolstädter Straße mit einer Investsumme von rund 3,6 Millionen Euro für die Marktgemeinde eine nicht tragbare Belastung darstellen. Erste Spendenvorschläge liegen bereits vor. Darüber hinaus finde ich es für eine Marktgemeinde wie Manching beschämend, wichtige Modernisierungsmaßnahmen mit Planungsbeginn ins Jahr 2021 und ersten Umbauten ca. 2023 zu vertagen. Erwähnt werden soll auch die Tatsache, dass es keinen abgetrennten Umkleidebereich für die weiblichen Feuerwehrangehörigen gibt. Feuerwehrbedarfsplan hin oder her, hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.

Nick Schneider, Oberstimm