Sehr enttäuscht und erstaunt musste ich den Artikel über die Gebrüder Gasteiger, Betreiber der geplanten Windräder in Johanneck/Paunzhausen, lesen. Was hier behauptet wird, würde dem Baron Münchhausen alle Ehre machen.

Bereits der erste Punkt, die Leute seien ein Jahr vorab informiert gewesen, ist eine reine Unwahrheit! Nicht im Januar, sondern erst im Oktober des vergangenen Jahres erfuhren die Einwohner vom Windrad -Vorhaben. Die für die Gasteigers wichtigen Personen, die als Grundstücksnachbarn ihre Unterschrift geben müssen, wurden zwar schon früher informiert, aber zur Geheimhaltung vergattert. Als ich dann Ende Oktober bei meinen Nachbarn nachfragte, was sie vom Windradbau halten, schauten mich alle mit großen Augen an und einer meinte sogar: "Wir haben nicht gewusst, dass wir schon was sagen dürfen!"

Des weiteren spielen Thomas und Johann Gasteiger die Unschuldsengel, behaupten sie würden sich zurückhalten, um nicht zu provozieren und betiteln die Windkraftgegner als Fanatiker. Doch die Realität sieht ganz anders aus, denn bei allen bisherigen Demonstrationen haben sie sehr wohl provoziert. Bei der ersten Demo gegen den Windradstandort reihte sich Thomas Gasteiger hinter einem Transparent ein und versuchte die Demonstranten zu "bekehren", bei der zweiten Demo stellte sich Thomas Gasteiger mit einem Bier an den Straßenrand und machte sich über die demonstrierenden Mitbürger lustig. Bei der vierten Demo schließlich veranstalteten sie auf ihrem Hof ein "Gegendemofest" mit Verwandten und ein paar Johanneckern und hingen Schilder und Transparente wie zum Beispiel "I Love Windkraft" auf.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative als Fanatiker zu bezeichnen, die neutrale Bürger unter Druck setzen, ist schlichtweg eine Frechheit. Alle unsere Informationsveranstaltungen waren stets sachlich, es ging nie unter die Gürtellinie, denn wir wollen aufklären und nicht hetzen oder den Dorffrieden zerstören.

Außerdem sind wir nicht gegen Windkraft oder alternative Energien, uns geht es einfach um den äußerst unpassenden Standort und die zu geringe Entfernung der Windkraftanlagen zu den Ortschaften. Nach Aussage der Brüder soll das Windrad fast einen Kilometer von Johanneck entfernt sein und darum wird es angeblich keine Probleme mit Lärm und Schatten geben. Fakt ist, dass es nur 750 Meter Abstand zum Ortsanfang sind. Das Argument, die Autobahn würde den Windradlärm übertönen, ist an den Haaren herbei gezogen, denn der Lärm wird ja nicht von der Autobahn verschluckt, sondern kommt noch dazu. Es sind bereits jetzt die Grenzwerte überschritten. In der Nacht, wenn wenig Autos unterwegs sind, wird man dann das Windrad umso mehr wahrnehmen.

Worauf in dem Artikel überhaupt nicht eingegangen wurde, war, dass der Landkreis Pfaffenhofen genauso unter dem Windrad leiden wird wie der Freisinger. Die Gasteigers glauben wohl, dass östlich von Johanneck nach der Landkreisgrenze die Welt zu Ende ist? Im Nachbarlandkreis liegt ein Einödhof, ebenfalls nur gute 750 Meter vom geplanten Windradstandort entfernt, und Güntersdorf wäre nur einen Kilometer vom Windrad weg. Güntersdorf und der Einödhof wären ebenfalls massiv von Lärm und Schattenwurf betroffen!

Um noch mehr Befürworter in der Gemeinde zu bekommen, haben die Brüder Gasteiger einigen Johanneckern erzählt, bei einem Stromausfall würden sie mit Energie versorgt werden, weil ja ein Windrad im Gemeindebereich steht. Das ist natürlich kompletter Humbug.

Ein letzter Punkt ist die Aussage, sie würden keine Subventionen oder Zuschüsse bekommen. Das ist in Deutschland nur der Fall, wenn die Anlage unter 60 Prozent der Nennleistung bringt. Wenn es nach Aussage der Familie Gasteiger also keine Subventionen gibt, dann wohl nur, weil die Anlage einen so niedrigen Wirkungsgrad hat, dass der Standort eigentlich total uninteressant und definitiv nicht effizient ist! Die Windradbrüder haben sich hier also ein schönes, umweltfreundliches Märchen zusammengereimt. Nicht ihre Menschenfreundlichkeit und Sorge um die Umwelt und die Kinder, sondern allein der Profit ist der Grund für die "Märchenerzähler", sich gegen einen Großteil des Dorfes zu stellen, zu taktieren und zu intrigieren, um ihr Projekt ohne Rücksicht auf Nachbarn, Mitbürger, Natur und Umwelt durchzupeitschen.

Johann Finkenzeller

Johanneck